Vogelzug: Auf in den Süden

Vogelzug: Auf in den Süden
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Vogelzug: Auf in den Süden

Von Gaby Schulemann

Jedes Jahr im September und Oktober treten Millionen Zugvögel ihre Reise in die Winterquartiere an. Was bedeutet dies für sie und die winterliche Vogelwelt Deutschlands?

Der Vogelzug ist ein weltweites Phänomen, das den Menschen seit jeher zweimal im Jahr in großes Staunen versetzt. Auf allen Kontinenten wandern unzählige Vögel unterschiedlicher Körpergröße über Strecken, die je nach Spezies mehrere hundert oder gar tausend Kilometer lang sein können. Ein großer Teil der Vögel, die den Sommer in Deutschland verbringen, überwintert in Afrika. Vergleichsweise wenige Arten ziehen lediglich einige hundert Kilometer weiter gen Süden, um die kalte Jahreszeit beispielsweise am Mittelmeer zu verbringen.

Lesen Sie auch: [LINK "/freenet/hobby_freizeit_alt/tiere/voegel/vogelzug_gefahren/index.html" ]Gefahren für Zugvögel

Die Zugrouten
Auf ihrem herbstlichen Weg in den Süden wählen die Vögel zwei Hauptrouten sowie einige weniger stark frequentierte Nebenrouten. Die westliche Hauptroute führt von Deutschland über Frankreich, Spanien und die Straße von Gibraltar nach Nordafrika. Von dort aus fliegen einige Arten über die Sahara weiter in Richtung Westafrika, zum Beispiel in den Senegal. Das Überqueren der Sahara findet vor allem in den kühlen Nachtstunden statt. Mit Hilfe spezieller Radarsender fanden Forscher heraus, dass während der Hauptzugzeiten pro Nacht bis zu 200 Millionen Zugvögel über die Wüste fliegen. Einige Spezies ersparen sich diese Strapazen und bleiben während der kalten Jahreszeit in Nordafrika, also zum Beispiel in Marokko.

Die zweite Hauptroute des jährlichen Vogelzugs erstreckt sich über den östlichen Teil Europas. Sie verläuft über Österreich und Ungarn, dann über das ehemalige Jugoslawien und Griechenland. Anschließend überqueren die Zugvögel in der Nähe von Istanbul das Marmarameer beziehungsweise den Bosporus, überfliegen die Türkei und rasten später in großer Zahl in Israel, wo die Tiere im Rahmen eines internationalen Projekts erforscht werden (siehe [LINK "http://www.birds.org.il/show_item.asp?levelId=457" ]Website). Von Israel aus ziehen sie gestärkt weiter in Richtung Nordafrika. Nach dem Durchfliegen der im Norden des Kontinents gelegenen Wüsten finden sie sich schließlich in ihren ostafrikanischen Überwinterungsgebieten ein.

Eine dritte Flugstrecke führt vor allem Sing- und Greifvögel über Italien nach Malta und von dort aus nach Nordafrika sowie über die Sahara. Auch auf Zypern oder auf den Balearen finden sich in jedem Herbst gefiederte Gäste ein, die dort im Winter verweilen wollen. Nicht nur deutsche Urlauber verbringen die kalte Jahreszeit gern auf der mit einem relativ milden Winterklima gesegneten Insel Mallorca, viele Zugvögel halten sich dort unter anderem im Naturschutzgebiet [LINK "http://www.mallorcaweb.net/salbufera/introang.htm" ]S'Albufera auf.

Der Zug in den Süden ist für Vögel mit vielen Gefahren verbunden. Auf der einen Seite stellen die langen Flüge sehr hohe Ansprüche an die körperliche Verfassung der Tiere. Nur wer kräftig genug ist, erreicht sein fernes Ziel. Zu tausenden sterben aus Mitteleuropa kommende, erschöpfte Vögel in Sahara. Die riesige Wüste bietet keine Möglichkeit, aufgebrauchte Nahrungs- oder Wasserreserven aufzufüllen. Wer dort notlanden muss, ist verloren. Ebenso kann das Wetter den Zugvögeln übel mitspielen. Heftige Herbstürme können die Tiere dazu zwingen, für längere Zeit einen Zwischenstopp an einem Ort einlegen zu müssen, an dem sie nicht genügend Nahrung finden. Ihre Fettreserven schwinden und verringern somit ihre Chancen, später die Sahara lebend überfliegen zu können.

Illegale Zugvogeljagd
Als würde die Natur jeden einzelnen Zugvogel nicht ohnehin schon auf eine harte Überlebensprobe stellen, geht für die Tiere in Südeuropa zusätzlich eine nicht zu unterschätzende Gefahr vom Menschen aus. Obwohl die Jagd auf Zugvögel in der gesamten EU verboten ist, fallen jährlich mehrere Millionen Tiere illegalen Jägern zum Opfer.

In Ländern wie Italien oder Frankreich schauen die verantwortlichen Politiker regelmäßig weg, wenn es darum geht, dem sinnlosen Raubbau an der Natur Einhalt zu gebieten. Über die gewissenlosen Jagdpraktiken in Frankreich und Italien berichtet der Artikel " Flug in den Tod - Jagd auf Singvögel". Auch auf Malta ist das Abschießen und Fangen von Zugvögeln eine ebenso barbarische wie zweifelhafte Freizeitbeschäftigung vieler illegal handelnder Hobbyjäger (siehe Artikel " Erbarmungslose Jagd auf Zugvögel in Malta"). Foto der getöteten Drossel © Komitee gegen den Vogelmord

Die Lobby der Zugvögel
Seit einigen Jahren mobilisiert das in Bonn ansässige Komitee gegen den Vogelmord gegen die verbotenen Machenschaften südeuropäischer Jäger. Die Vogelschutzorganisation greift vor Ort ein, in dem ihre Mitarbeiter unterstützt durch freiwillige Helfer beispielsweise Vogelfallen einsammeln. Ferner bietet das Komitee jedem Interessierten die Möglichkeit, sich an Protest-Mailings zu beteiligen, die sich unter anderem an die italienische Regierung richten (siehe Webseite). Wem das nicht genug ist, der kann darüber hinaus eine Zugvogelpatenschaft übernehmen.

Deutsche Vogelschützer bemühen sich um eine Reihe von Arten, darunter nicht nur kleine Singvögel, sondern auch Störche, Reiher oder Greifvögel. Da aus praktisch sämtlichen Vogelfamilien einige Vertreter in den Süden fliegen, sind sie allesamt durch den Menschen gefährdet.

Im Spätsommer und frühen Herbst treten die bis zu 100 cm großen Weißstörche ( Ciconia ciconia) ihre Reise in die afrikanischen Überwinterungsgebiete an. Je nachdem, wo die Tiere den Sommer verbracht haben, wählen sie dabei die westliche oder die östliche Route. Aufgrund ihrer enorm großen Flügelspannweite von etwa 220 cm legen die kräftigen Vögel täglich große Strecken zurück. Einige Forscher verfolgten beim Projekt "Storchenzug" im Frühling 2002 den Flug einiger Weißstörche aus ihrem Winterquartier in ihre deutschen Brutreviere. Da das Projekt in der Bevölkerung auf großes Interesse gestoßen ist, wird es vorläufig weitergeführt. Interessierte Storchenfreunde können sich unter Storchenzug.de über den aktuellen Aufenthaltsort und den Bruterfolg der Weißstörche Felix, Prinzesschen, Annamaria, Jonas und neuerdings auch über Christina und Johann informieren.

Auf feuchten Wiesen und Feldern oder auf Viehweiden, die von Bewässerungsgräben durchzogen sind, brüten die etwa 17 cm große Schafstelzen ( Motacilla flava). Den Winter verbringen diese geschickten Fliegen- und Insektenjäger in den afrikanischen Savannen südlich der Sahara. Dort begleiten sie das Weidevieh der Einheimischen, um die von den Rindern aufgescheuchten Fliegen zu erbeuten. Auch in Nationalparks trifft man überwinternde Schafstelzen an. Sie halten sich gern in der Nähe großer Wildtierherden auf, um leicht an ihre Nahrung zu gelangen.

Nicht nur Sing- und Wasservögel ziehen in den Süden. Auch einige Greifvogelarten wie die Rohrweihe ( Circus aeruginosus) flüchten vor der winterlichen Kälte Mitteleuropas. Diese rund 50 cm langen Weihen gehören mit ihrer Flügelspannweite von etwa 1,2 m zu den imposantesten Erscheinungen unter den Greifvögeln. Besonders gut beobachten lassen sich Rohrweihen und andere ziehende Greife im Herbst an der Straße von Gibraltar. Von den Felsen aus hat man einen atemberaubenden Blick auf das Meer, Nordafrika und zahllose Greifvögel, die dort den europäischen Luftraum verlassen. Im Rahmen eines Greifvogel-Trackingprogramms werden in Gibraltar jedes Jahr einige Tiere eingefangen, mit Sendern ausgestattet und anschließend wieder freigelassen, um die Zugrouten der Vögel besser kennen zu lernen (siehe Website der Gibraltar Ornithological and Historical Society).

Deutschlands Vogelwelt im Winter

In den Wintermonaten ist die Artenvielfalt hier zu Lande zwar geringer als im Sommer, aber es halten sich dennoch einige interessante Vogelarten in unseren Breiten auf. Vögel, die den Sommer in der arktischen Tundra oder im Bereich arktischer Küsten verbringen, finden sich im Herbst in Deutschland ein. Gewaltige Gänsescharen landen Jahr für Jahr Ende September in den Wiesen rund um den Niederrhein. Bis zu 30 Prozent des westeuropäischen Blässgans-Bestandes ( Anser albifrons) verbringen den Winter am Niederrhein zwischen Duisburg und dem niederländischen Nijmegen (Nimwegen). Auch Saat- ( Anser fabalis) und Graugänse ( Anser anser) schätzen dieses Gebiet als Winterquartier.

Die NABU-Naturschutzstation Kranenburg bietet in den Wintermonaten regelmäßig Exkursionen zu den Wildgänsen an, die man aus gebührendem Abstand in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Weitere Informationen stehen auf der Website der Schutzstation zum Abruf bereit.

Das Wattenmeer stellt ein weiteres, ausgesprochen wichtiges Überwinterungsgebiet für im hohen Norden beheimatete Vogelarten dar. Auf dem Meer rund um Inseln wie Sylt, Juist oder Langeoog halten sich beispielsweise große Gruppen von Eiderenten ( Somateria mollissima) auf, siehe Abbildung in diesem Absatz. Nur wenn es über einen längeren Zeitraum sehr kalt ist, friert das Wattenmeer zu, was die gefiederten Wintergäste dazu zwingt, weiter aufs offene Meer zu fliegen, um Nahrung zu finden. Ansonsten halten sich Eider- und Trauerenten ( Melanitta nigra) sowie einige weitere Wintergäste in der Nähe der Schlickflächen auf, in denen sie auch in der kalten Jahreszeit Futter finden. Informationen über die Vogelwelt an der Nordsee bietet die Website der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V.

Den Begriff "Zugvogel" hat jeder schon mal gehört, was aber ist ein Strichvogel? Dass sich hinter diesem Wort nichts Anrüchiges verbirgt, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Der Vogelzug ist faszinierend und weckt in vielen Menschen großes Interesse. Kaum aber schlägt man als unbedarfter Laie ein harmloses Vogelbestimmungsbuch auf, springen einem seltsame Begriffe ins Auge, die man vermutlich noch nie zuvor in seinem Leben gehört hat. Zum Glück lässt sich das vogelkundliche Fachchinesisch recht leicht "übersetzen".

Was ist ein Zugvogel?

Kurz und bündig formuliert, lautet die Definition: Als Zugvogel bezeichnet man alle Vogelarten, die zwischen ihrem Sommer- und Winterquartier zweimal im Jahr eine mehr oder minder lange Strecke zurücklegen.

Einige Beispiele: Kranich, Mauersegler, Eiderente, Rauchschwalbe (siehe Foto rechts).

Was ist ein Teilzieher?

Unter Teilziehern versteht man Arten, die entweder mit voranschreitendem Herbst nicht vollständig aus ihrem sommerlichen Verbreitungsgebiet abwandern, oder aber deren Populationen in weit auseinander liegenden mitteleuropäischen Landstrichen unterschiedliche Gewohnheiten an den Tag legen. Hierbei ist beispielsweise denkbar, dass die Population A einer Vogelart, die im Sommer in Norddeutschland lebt, den Winter dort verbringt. Die Population B derselben Vogelart, die sommers in Polen verweilt, wandert hingegen im Herbst ab zum wärmeren Mittelmeer. Etwa 60 Prozent der rund 400 Brutvogelarten, die in Europa heimisch sind, gehören zu den Teilziehern.

Einige Beispiele: Amsel, Star, Rotkehlchen (siehe Foto rechts).

Was sind Standvögel?

Der Begriff "Standvögel" bezeichnet diejenigen Vogelarten, die das gesamte Jahr am selben Ort verbringen. Sie sind meist sehr standorttreu. In manchen Büchern wird diese Gruppe der Vögel auch als Strichvögel oder in manchen Quellen als Jahresvogel bezeichnet.

Einige Beispiele: Graureiher (siehe Foto rechts), Zaunkönig, Turmfalke, Elster.

Was sind Durchzügler?

Einige Vogelarten brüten in sehr hohen nördlichen Breiten und verbringen den Winter mitten in Afrika. Während sie von einem extremen Standort zum anderen fliegen, passieren sie Mitteleuropa und damit auch Deutschland. Sie befinden sich hierzulande nur auf der Durchreise und landen mancherorts, um für einige Tage oder sogar nur Stunden zu rasten.

Einige Beispiele: Trauerseeschwalbe, Waldwasserläufer, Goldregenpfeifer.

Was sind Brutvögel?

Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich hierbei um Vogelarten, die in einem bestimmten Gebiet brüten. Bei ihnen kann es sich sowohl um Zugvögel, als auch um Standvögel handeln. Allein Durchzügler, die sich in einem Landstrich lediglich im zeitigen Frühjahr oder im späten Herbst aufhalten, sind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine Brutvögel in jenem Areal.

Einige Beispiele: Haussperling (siehe Foto rechts), Mehlschwalbe, Graureiher, Tafelente.

Was sind Sommervögel?

Verbringt eine Vogelart lediglich den Sommer an einem bestimmten Ort, so wird sie in diesem geografischen Bereich als Sommervogel bezeichnet. Einige Bücher sprechen in Zusammenhang mit diesen Tieren von Sommergästen.

Einige Beispiele: Nachtigall, Wiedehopf, Rauchschwalbe, Weißstorch (siehe Foto rechts).

Was sind Überwinterer?

Auch dieser Name ist im Grunde selbsterklärend. Manche Vogelarten verbringen den Sommer in den arktischen Tundren, wo es winters extrem kalt wird. Sie ziehen daher im Herbst in für ihr Empfinden warme Gebiete, die durchaus in Mitteleuropa liegen können. So kommen manche Vogelarten in Deutschland lediglich im Winter vor, es handelt sich bei ihnen um Zugvögel. Auch manche Teilzieher überwintern in Deutschland und verstärken zeitweise die hierzulande vorhandene Population ihrer Artgenossen. In manchen Büchern heißen Überwinterer auch Wintervögel oder ganz einfach Wintergäste.

Einige Beispiele: Eiderente, Wanderfalke, Nonnengans (siehe Foto rechts).

Welche Vögel ziehen überhaupt in den Süden? Und welche Vögel erstatten uns aus dem hohen Norden kommend im Winter einen Besuch, weil Deutschland für sie der "Süden" ist? Hier erfahren Sie es!

Weltweit finden jedes Jahr massenhafte Wanderungen statt, bei denen Tiere von ihren Sommer- in die Winterquartiere oder umgekehrt ziehen. Die gewaltigen Gnu-Herden, die den Mara-Fluss in der Serengeti überqueren, hat dank begnadeter Tierfilmer vermutlich schon fast jeder mindestens einmal im TV gesehen. Auch wissen viele, dass Walkühe ihre Jungen gern in wärmeren Gewässern zur Welt bringen und dafür im Sommer aus den kalten Wassern der Antarktis beispielsweise vor die australische Küste ziehen. Was aber ist mit den vor unserer Haustür ansässigen Vögeln? Welche Arten ziehen zum Überwintern in den Süden und welche rücken aus dem arktischen Norden nach? Wäre dies ein Wissensquiz, müssten vermutlich viele Zeitgenossen passen, wenn sie zehn gefiederte Spezies nennen sollten, die in Afrika überwintern.

Prominente Zugvögel von Alpenstrandläufer bis Zilpzalp

A wie Alpenstrandläufer ( Calidris alpina): Das Brutgebiet dieser zierlichen, zwischen 16 und 20 cm großen Küstenvögel liegt im hohen skandinavischen Norden. An der deutschen Nordseeküste kommen sie das gesamte Jahr über vor, an der Ostseeküste überwintern die "Skandinavier".

B wie Bachstelze ( Motacilla alba): Im zeitigen Frühjahr kehren die unverwechselbar schwarz-weiß gefärbten Singvögel aus ihren Überwinterungsgebieten rund ums Mittelmeer sowie aus Afrika zurück, um in Deutschland zu brüten. Im Herbst machen sie sich wieder auf den Weg nach Süden in wärmere und damit nahrungsreichere Gefilde.

D wie Drosselrohrsänger ( Acrocephalus arundinaceus): Nur in den warmen Monaten des Jahres stattet dieser unscheinbar braun gefärbte, gefiederte "Sängerknabe" Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern einen längeren Besuch ab, um hier seine Jungen großzuziehen. Den Winter verbringen Drosselrohrsänger im warmen Afrika.

E wie Eiderente ( Somateria mollissima): An der Nord- und Ostseeküste leben einige Eiderenten das gesamte Jahr über. Die meisten ihrer Artgenossen sind jedoch Zugvögel, die in den warmen Sommermonaten in Skandinavien ihren Nachwuchs großziehen, um anschließend zusammen mit ihm auf dem Meer vor den deutschen Küsten zu überwintern.

F wie Flussuferläufer ( Actitis hypoleucos): Wie der Name es bereits vermuten lässt, hält sich diese Vogelart gern in der Nähe von Wasser auf, wobei sie nicht zwangsläufig ausschließlich an Flüssen anzutreffen ist. In Deutschland verbringt sie nur den Sommer, im Frühling und Herbst trifft man vielerorts auf Durchzügler, die einen Zwischenstopp hier einlegen, weil sie aus noch nördlicheren Gebieten kommen beziehungsweise dorthin unterwegs sind.

G wie Grauschnäpper ( Muscicapa striata): In ganz Europa kommt diese graue, nur 14 cm große Singvogelart ausschließlich im Sommer vor. Den Winter verbringen die unscheinbaren Tiere im südlichen Drittel des afrikanischen Kontinents.

H wie Hausrotschwanz ( Phoenicurus ochruros): Die metallisch klirrenden Strophen der männlichen Hausrotschwänze schallen vor allem im Frühling von unseren Dächern, sobald die Vögel aus ihrem mediterranen oder afrikanischen Winterquartier in Deutschland eingetroffen sind. In Südeuropa sind viele ihrer Artgenossen das ganze Jahr über am selben Ort heimisch, da es ihnen das Klima in jenen Ländern erlaubt, rund ums Jahr auf Insektenfang zu gehen und obendrein satt zu werden.

K wie Kranich ( Grus grus): Ihr Balztanz gehört zu den spektakulärsten Erscheinungen in der deutschen Vogelwelt. Die bis zu 1,2 m großen Vögel verbringen an der ostdeutschen Küste den Sommer und ziehen zum Überwintern in die Türkei, nach Nordafrika oder auf die iberische Halbinsel.

L wie Lachseeschwalbe ( Gelochelidon nilotica): Mit ihrer Körpergröße von etwa 35 cm und den sehr kurzen Beinchen wirken diese Vögel am Boden schon etwas tollpatschig. Leider bekommt man sie in Deutschland nur ausgesprochen selten zu Gesicht, da ihr sommerliches Verbreitungsgebiet vor allem in Dänemark sowie in südlicher gelegenen Teilen Europas liegt. Den Winter verbringen diese keineswegs nur am Meer lebenden Vögel in Gebieten südlich der Sahara.

M wie Mauersegler ( Apus apus): "Sri-sri-sri" ? so klingen die Rufe der Mauersegler, die während des Sommers die Luftherrschaft in den europäischen Städten übernehmen. Sie sind begnadete Vielflieger, die sogar im Flug schlafen. Wen wundert es da, dass sie den Winter in Afrika verbringen und diese lange Zugstrecke zweimal jährlich sozusagen mit links zurücklegen.

N wie Nachtigall ( Luscinia megarhynchos): Ihren nicht nur in der klassischen Literatur viel gerühmten, melancholischen Gesang lässt die Nachtigall im Sommer erklingen, den sie hier in Deutschland verbringt. Die 16,5 cm großen, bräunlich gefärbten Singvögel verbringen den Winter im tropischen Afrika.

O wie Ortolan ( Emberiza hortulana): In einigen Bereichen Deutschlands sind die etwa 16 cm großen Singvögel während der Sommermonate anzutreffen, da sie in unserer Natur sowie in einigen europäischen Nachbarländern ihren Nachwuchs großziehen. Sie kommen sehr spät in den Brutgebieten an und verlassen Mitteleuropa wieder früh, um den Winter im tropischen Afrika zu verbringen.

P wie Pfeifente ( Anas penelope): Immerhin bis zu 51 cm lang kann diese Entenart werden, die den Sommer in Skandinavien verbringt. Um "warm" überwintern zu können, begeben sich die außerhalb der Brutsaison recht unscheinbar gefärbten Wasservögel nach Deutschland, wo sie vor allem im Bereich der Nordsee in Küstenniederungen oder in Flussmündungen sowie ? in kleinerer Anzahl ? auf Binnenseen auf den nächsten Frühling warten.

R wie Ringelgans ( Branta bernicla): Jahr für Jahr bevölkern ab dem späten Herbst bis zum späten Winter zahllose Ringelgänse die norddeutschen Küstengebiete sowie die Feuchtgebiete am Rhein in Nordrheinwestfalen. Diese bis zu 61 cm großen Vögel sind echte Fernreisende, denn sie verbringen die Sommer sehr hoch oben im Norden, also beispielsweise rund um Spitzbergen, in Island, Grönland sowie in extrem nördlich gelegenen russischen Tundren.

S wie Sanderling ( Calidris alba): Schnellen Schrittes trippeln die 21 cm großen Küstenvögel während des Winters bevorzugt über sandige Strände, um am Spülsaum nach Nahrung zu suchen. Dabei sind die Vögel stets darauf bedacht, von den Wellen nicht durchnässt zu werden. Wie die Ringelgänse sind auch die Sanderlinge extreme Langstreckenflieger, sie kommen im Sommer in nahezu denselben Gebieten wie die Gänse vor.

T wie Turteltaube ( Streptopelia turtur): Die Wärme liebende, bis zu 28 cm große und insgesamt recht zierlich wirkende Taubenart kommt in unseren Breiten lediglich im Sommer vor. Da diese in Savannengebieten südlich der Sahara überwinternde Vogelart recht scheu ist, bekommt man sie nur ausgesprochen selten zu Gesicht.

U wie Uferschwalbe ( Riparia riparia): Auf dem gesamten europäischen Kontinent von der iberischen Halbinsel bis hinauf in den hohen Norden Skandinaviens sind die nur 12 cm großen Uferschwalben lediglich während der warmen Sommermonate "zuhause". Nur dann finden sie ausreichend Nahrung, sie sind geschickte Insektenjäger. Den Winter verbringen sie in Afrika.

W wie Wiesenweihe ( Circus pygargus): Wie nahezu alle anderen in Deutschland vorkommenden Weihenarten sind auch die Wiesenweihen nur während des Sommers hier. In manchen Landstrichen kann man sie lediglich im Frühling und im Herbst beobachten, während sie auf dem Zug ins Sommer- beziehungsweise Winterquartier sind. Die Greifvögel, deren Flügelspannweite bis zu 1,2 m betragen kann, verbringen die kalten Wintermonate im Gebiet südlich der Sahara.

Z wie Zilpzalp ( Phylloscopus collybita): Es gibt wohl kaum einen anderen Vogel, der seinen Namen im Frühling und Sommer so deutlich vernehmbar schmettert wie der Zilpzalp. Diese nur 11 cm großen Singvögel legen gewaltige Flugstrecken zurück, wenn sie von ihren afrikanischen Überwinterungsquartieren aus im Frühling nach Mitteleuropa fliegen beziehungsweise im Herbst dieselbe Strecke in der umgekehrten Richtung bewältigen.

Der Himmel ist weit und grenzenlos. Dennoch verlaufen über unseren Köpfen regelrechte "Vogelstraßen". Einige werden von den Zugvögeln ganz besonders ausgiebig genutzt.

Um von Deutschland aus beispielsweise ins tropische Afrika zu gelangen, bräuchte ein Vogel theoretisch nur geradeaus nach Süden zu fliegen und gegebenenfalls einige hundert Kilometer vor dem Ende seiner Reise ein wenig nach Südosten zu schwenken. Entlang der Luftlinie fliegend, würden die Vögel zwar die kürzeste Strecke auf ihrem Weg ins Winterquartier zurücklegen. Dieser Weg wäre jedoch um ein Vielfaches strapaziöser und gefährlicher als andere Routen, die einige Umwege erfordern, insgesamt aber die Kräfte der Vögel schonen.

Die direkte Route

Nimmt man einen Globus oder eine Landkarte zur Hand, so kann man die Strecke von einem Punkt mitten in Deutschland, sagen wir Hannover, bis an die Küste des afrikanischen Staates Kamerun leicht nachvollziehen. Sie führt zunächst geradewegs über Deutschland hinweg in die Schweiz, wo sich die erste Barriere vor den Vögeln auftürmt: die Alpen. Diese zu überfliegen, würde für die teils nur 15 Zentimeter großen und wenige Gramm schweren ziehenden Singvögel einem unvorstellbaren Kraftakt gleichkommen.

Wäre diese schwierige Bergetappe gemeistert, ginge es weiter über Norditalien hinweg. Lange würde der Flug nicht ruhig und vergleichsweise ungefährlich bleiben, denn schon bald hätten die Vögel das Mittelmeer erreicht. Indem sie die Route über den Golf von Genua gen Süden wählen würden, wären sie in permanenter Gefahr, beim kleinsten Anfall von Schwäche abzustürzen und in den Wellen zu versinken. Einzig Korsika und Sardinien würden ihnen festen Boden unter den Füßen bieten, aber von dort aus bis nach Nordafrika erstreckt sich noch viel mehr Wasser.

In Tunesien angekommen, würde sich die Lage für die gefiederten Reisenden noch mehr zuspitzen. Auf ihrer weiteren Route durch Algerien, den Niger und Nigeria müssten sie eine der mörderischsten Wüsten der Erde überfliegen. Die Sahara kennt keine Gnade, entlang der langen Strecke würden die Vögel massenhaft der Hitze und dem Wassermangel zum Opfer fallen. Erst im klimatischen Einzugsbereich des Golfs von Guinea, also nur wenige Grad nördlich des Äquators, stünden wieder Trinkwasser und vor allem Nahrung zum Beispiel in Form von Insekten zur Verfügung.

Die ökonomischen Routen

Den Zugvögeln ist viel daran gelegen, lebend im Winterquartier einzutreffen. Deshalb fliegen die meisten Fernreisenden unter ihnen entlang der westlichen und östlichen Hauptzugroute. Die westliche Route zieht sich von Deutschland aus über Frankreich, die Pyrenäen und anschließend über Spanien. Um in den afrikanischen Luftraum zu gelangen, wählen die meisten Westroutenzieher die Strecke über die Straße von Gibraltar. Dort trennen nur wenige Kilometer Wasser die beiden Kontinente Europa und Afrika.

Aus diesem Grunde ist Gibraltar während der Hauptzugzeiten fest in den Händen der Vogelbeobachter. Wer beispielsweise Greifvögel wie die Wiesenweihe oder den Baumfalken aus nächster Nähe durch die Luft fliegen sehen möchte, der kann es sich auf dem Felsen von Gibraltar mit seinem Fernglas gemütlich machen. Meist ziehen diese Vögel dutzendweise innerhalb weniger Minuten vorüber.

In Marokko angekommen, fliegen fast alle Zugvögel weiter in einem Bogen entlang der Küste nach Süden. Zahlreiche ziehende Küsten- und Wasservögel bleiben im Senegal und in Gambia, um dort an den Flüssen und in den weitläufigen Lagunen des Atlantiks zu überwintern. Manche andere Arten, darunter viele Singvögel, überqueren von Marokko aus die Sahara, um an ihr Zielgebiet im tropischen Zentralafrika zu gelangen. Dieses Teilstück der Westroute fordert zahlreiche Opfer unter den Tieren.

Neben der beschriebenen Westroute gibt es noch die östliche Strecke. Diese verläuft von Deutschland aus nach Südosten. Das breite Band, an dem die Vögel entlang fliegen, erstreckt sich hauptsächlich über Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland. Sobald die Zugvögel die europäische Türkei erreicht haben, überfliegen sie das Marmarameer ? am liebsten an besonders engen Stellen ? und dann das türkische Festland. Sie wählen dabei meist eine Strecke, die sie in einem sanft geschwungenen Bogen über das Land und anschließend über das Mittelmeer östlich von Zypern führt.

Bald darauf treffen die Vögel in Syrien ein, wo sie sich wieder in südliche Richtung orientieren. Sie überfliegen den Libanon und schließlich Israel, einen weiteren extrem wichtigen Knotenpunkt des Vogelzugs. In Israel kann man während der Hauptzugzeiten genau wie in Gibraltar massenhaft Vögel beobachten. Alles, was unter den Zugvögeln Rang und Namen hat, rastet dort und tankt ein wenig Kraft für den Weiterflug nach Afrika. Vom Weißstorch bis hin zu Sing- und Greifvögeln ist im Heiligen Land alles vertreten.

Nachdem die Zugvögel Israel verlassen haben, fliegen sie weiter nach Süden, bis sie den Sinai und das Rote Meer hinter sich gelassen haben. In Ägypten und im Sudan überqueren viele von ihnen die Sahara, einige wählen Äthiopien als Ziel und überwintern dort. Die meisten anderen Arten zieht es noch weiter in den Süden, sie überwintern beispielsweise in Kenia oder in den tropischen Regionen Zentralafrikas. So manche Art wie etwa die Rauchschwalbe fliegt jedoch noch weiter bis nach Tansania.

Die Routen der "Mittelmeer-Überwinterer"

Einige Vogelarten benötigen zum Überwintern keine tropisch-heißen Temperaturen. Sie zieht es in die klimatisch milderen Gegenden Europas, also ans Mittelmeer. Es sind vor allem die Mittelmeerinseln, auf denen es sich im Winter gut leben lässt. Um beispielsweise von Deutschland aus nach Mallorca zu gelangen ? auch bei Vögeln ist diese Insel ein beliebtes Reiseziel für den Winter! -, umfliegen die meisten Zugvögel die Alpen und wählen anschließend den direkten Weg übers Mittelmeer. Auf der Baleareninsel finden sich viele geschützte Plätze, an denen die Tiere im Winter gut über die Runden kommen (siehe dazu auch der Artikel " Vogelbeobachtungen auf Mallorca".

Vögel, die im östlichen Mittelmeerraum überwintern, wählen in aller Regel ebenfalls eine möglichst direkte Route, ohne dabei zu große Hindernisse in Form von Gebirgen oder zu lange Streckenabschnitte über dem offenen Meer zurücklegen zu müssen.

Der Vogelzug ist eines der faszinierendsten Schauspiele, das die Natur zu bieten hat. Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben.

Schrill und trompetend hallen zuweilen die Schreie der Kraniche übers Land, wenn die Vögel in kleinen Gruppen einem weit entfernten Ziel entgegen streben. Auch Gänse "unterhalten" sich mitunter im Flug, sodass viele Menschen neugierig die Köpfe heben, wenn sie die Rufe der Vögel von hoch oben erschallen hören. Die meisten Vogelarten ziehen jedoch nachts oder in sehr großer Höhe und somit für uns nahezu unsichtbar.

Dennoch findet der Vogelzug nicht ausschließlich heimlich über unseren Köpfen statt. Viele Vogelarten legen innerhalb weniger Wochen gewaltige Entfernungen zurück ? ein unglaublicher Kraftakt für ihre zierlichen Körper. Nonstop an ihr Ziel zu gelangen, das ist jedoch den wenigsten Zugvögeln möglich. Deshalb legen die Tiere Zwischenstopps ein, um zu rasten und durch emsige Nahrungssuche neue Fettreserven für den langen Weiterflug anzulegen.

Bei der Wahl der Orte für ihre Rasten folgen die meisten Vögel der Tradition ihrer Vorfahren und lassen sich Jahr für Jahr an denselben Stellen zur Erholung nieder. Diese bevorzugten Rastplätze sind bekannt dafür, dass man dort in vielen Fällen ideale Bedingungen für die Beobachtung der Tiere vorfindet. Sie kommen auf engstem Raum in großer Zahl zusammen, meist sogar in Gesellschaft etlicher anderer Arten, die ihre Nahrungsvorlieben teilen.

In jedem deutschen Bundesland finden sich Orte, an denen Naturfreunde und Vogelfans in Sachen "Birdwatching", wie es auf Neudeutsch so schön heißt, voll auf ihre Kosten kommen. Damit Ortsunkundige auf der Suche nach den rastenden Vögeln nicht orientierungslos in der Landschaft umher irren oder sich Neulinge verzweifelt fragen, ob sie gerade Temminckstrandläufer oder Alpenstrandläufer beobachten, bieten zahlreiche Naturschutzgruppen zu den Hauptzugzeiten Vogelzug-Treffen für interessierte Besucher an.

Vor allem der NABU hat im Herbst 2003 deutschlandweit wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Auf der Website dieser Naturschutzvereinigung findet sich ein Kapitel über den Vogelzug, von dem aus man eine Datenbank durchsuchen kann, um Termine und Treffpunkte für Zugvogelbeobachtungs-Treffen in seiner Nähe herauszufinden.

Was tun, wenn eine Zugvogelart nicht mehr weiß, wohin sie im Winter fliegen muss? - Man zeigt ihnen den Weg, indem man sie per Anhalter mitnimmt.

Viele Zugvögel machen sich gern in guter Gesellschaft auf in ihre Sommer- beziehungsweise Winterquartiere. Sinkt der Bestand einer ziehenden Vogelart unter eine kritische Marke, verlieren die Tiere die Lust am Reisen und bleiben dort, wo sie sind. Halten sich die Vögel permanent in ihrem Sommerrevier auf und ziehen im Winter nicht mehr davon, drohen sie in der kalten Jahreszeit zu verhungern und sind somit noch stärker vom Aussterben bedroht.

Genau solche Pechvögel sind die Waldrappen ( Geronticus eremita, Hermit Ibis), die in Mitteleuropa einst vielerorts heimisch waren. Nur noch etwa 200 Vögel dieser Art sind in freier Wildbahn übrig geblieben, die Art ist hochgradig vom Aussterben bedroht. In Gefangenschaft ist diese Ibisart relativ häufig, der marokkanische Bestand beträgt beispielsweise etwas mehr als 2000. Auch in Österreich leben zahlreiche Waldrappen in zoologischen Gärten oder in der Obhut von Vogelschützern.

In unserem Nachbarland wurden in den vergangenen Jahren drei Projekte ins Leben gerufen, um die seltenen Vögel auszuwildern. Dazu gehört auch die verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe, ihnen beizubringen, wohin sie während ihrer Zugzeiten fliegen müssen. Die Waldrapp-Initiative Waidhofen/Thaya, das Waldrapp-Flugprojekt Scharnstein und das Waldrapp-Projekt der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau haben es sich auf ihre Fahnen geschrieben, von Menschen aufgezogene und auf ihre Pfleger geprägte Vögel mit Ultraleichtfliegern in das einstige Überwinterungsgebiet ihrer Vorfahren zu führen.

Schon einige Tage vor dem Schlupf hört jeder junge Waldrapp, der in einer der Projektgruppen das Licht der Welt erblicken wird, die Stimme seines Pflegers. Hat er sich aus der Eierschale befreit, ist sein Pfleger das erste Wesen, welches er sieht ? laut seinem Instinkt kann es nur seine Mutter sein. Und dieser gilt es fortan auf Schritt und Tritt zu folgen. Der berühmte Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat diese Methode der Prägung einst erstmals an seinen Graugänsen erprobt, nun wird sie in aller Welt im Rahmen des aktiven Vogelschutzes angewandt.

Die österreichischen Waldrappen wachsen in einer Gruppe auf, sodass sie ihre Artgenossen auf alle Fälle erkennen. Gemeinsam lernen die Vögel das Fliegen, indem ihre Pfleger und Bezugspersonen ihnen in Ultraleichtflugzeugen voran fliegen. Von Tag zu Tag werden die Runden größer, die die Menschen mit ihrer Vogelschar drehen. So werden die schwarzen Vögel auf das große Abenteuer Vogelzug vorbereitet. Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, geht es im Schlepptau der Pfleger etappenweise auf in den Süden. An zuvor genau festgelegten Rastplätzen werden die Nächte verbracht, damit die Vögel am nächsten Morgen ausgeruht ihrem winterlichen Ziel näher kommen.

Detaillierte Informationen über die einzelnen Projekte in Österreich finden sich auf den einzelnen Websites:

  • Waldrapp-Initiative Waidhofen/Thaya
  • Waldrapp-Flugprojekt Scharnstein
  • Waldrapp-Projekt der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau

Kurzsteckbrief des Waldrapps

Größe:

70-80 cm
Spannweite: 125-135 cm
Merkmale: Überwiegend schwarzer Ibis mit kurzen, roten Beinen. Jungvögel haben gelbe Beine. Schnabel und Kopf sind bei Altvögeln leuchtend rot und nackt. Der Schnabel ist maximal 14 cm lang und sichelförmig nach unten gebogen. Im Prachtkleid tragen Altvögel eine ausgefranste Nackenkrause aus längeren Federn.
Nahrung: Die Vögel ernähren sich überwiegend von Insekten und anderen wirbellosen Kleintieren.

Ausführliche Informationen über den Waldrapp gibt es hier.

Die globale Erwärmung hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf den Zug gefiederter Lang- und Kurzstreckenflieger.

Jedes Jahr im Frühling und im Herbst ziehen in aller Welt zahllose Vögel in ihre Brut- beziehungsweise Überwinterungsgebiete. Ihr Zugverhalten haben die einzelnen Arten im Laufe ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung den Witterungsbedingungen während der Jahreszeiten angepasst. Manche Vogelarten sind auf besondere Nahrung und Wetterlagen angewiesen und ziehen daher besonders früh zurück in ihre Überwinterungsgebiete, so zum Beispiel die Mauersegler ( Apus apus), die oft bereits Ende Juli ihren Flug nach Afrika beginnen. Andere in unseren Breiten heimische Vogelarten genießen den goldenen Herbst in Europa, bevor sie ihre Reise in den sonnigen Süden antreten.

Da sich das Klima in den letzten Jahren jedoch geändert hat, veränderte sich die Großwetterlage während der für den Zug bislang in Frage kommenden Zeiten, sodass die Vögel sich den neuen Bedingungen auf höchst unterschiedliche Weise angepasst haben.

Bei den jüngsten Untersuchungen der Flugdaten europäischer Vogelarten zeigte sich, dass diejenigen Vögel, die sehr weite Strecken fliegen, deutlich früher als noch vor einigen Jahrzehnten zum Flug in ihre Winterquartiere aufbrechen. Kurzstreckenflieger starten ihre herbstliche Reise hingegen später, wie Schweizer Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences" in einer Vorabveröffentlichung vom 28. Mai berichten. Demnach hat die Klimaerwärmung nur auf solche Vögel positive Auswirkungen, die kurze Zugstrecken zurücklegen, denn ihre Brutzeiten haben sich leicht verlängert.

Als Grundlage des veröffentlichten Artikels dienten Flugdaten von nahezu 350.000 Zugvögeln, die auf dem 1.920 Meter hohen Pass Col de Bretolet zwischen 1958 und 1999 beobachtet wurden. Lukas Jenni und sein Team vom Ornithologischen Institut in Sempach, Schweiz, wiesen nach, dass Vögel, die im Winter in der Sahara oder südlich davon verweilen, ihren Herbstzug eine Woche früher beginnen als noch in den 1960er Jahren. Betroffen sind hiervon beispielsweise die Gartengrasmücke ( Sylvia borin) und der Trauerschnäpper ( Ficedula hypoleuca). Für diese Arten hat sich die Zeit, die ihnen zur Jungenaufzucht zur Verfügung steht, folglich verkürzt.

Anders stellt sich die Situation für Arten wie den Star ( Sturnus vulgaris) oder Lerchen dar. Diese Spezies verbringen den Winter in Nordafrika oder Südeuropa. Ihre Reise in die Winterquartiere treten diese Vögel zwischen sieben und neun Tage später an als es vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Ihre Reproduktionsrate und dadurch auch die Zahl der überlebenden Nachkommen sind in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen. Abbildung rechts: Haubenlerche ( Galerida cristata)

Aus diesen Beobachtungen schließt Jenni, der globale Klimawandel könne eine ernsthafte Gefahr für einige Vogelarten bedeuten, die lange Strecken zurücklegen. Wie es scheint, lässt sich der in den letzten Jahren bei einigen Vogelarten aus der Langstreckenflieger-Gruppe beobachtete Bestandsrückgang mit der Klimaerwärmung endlich schlüssig erklären.

Zum Thema: Der Einfluss der Klimaerwärmung auf Zugvögel

Brieftauben finden ihr Zuhause über viele Kilometer zielsicher wieder. Nun haben Forscher herausgefunden, wie die Tiere es schaffen: einfach der Nase nach.

Bislang hatte man angenommen, Brieftauben fänden ihren Weg nach Hause allein mit Hilfe ihrer Augen und ihrer Fähigkeit, Unterschiede im Erdmagnetfeld wahrzunehmen und zur Navigation zu nutzen. In der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society ? Biological Sciences" (Ausgabe 268, Nr. 1480, Seite 2065) berichteten nun Biologen aus Italien, dass Brieftauben ferner ihre Nase zum Heimfinden einsetzen.

Anna Gagliardo von der Universität Pisa und ihr Team stellten Brieftauben auf die Probe, indem sie mit großen Stellwänden die Sicht der Tiere versperrten. Wann immer sie die Tauben aufsteigen ließen, flogen diese dennoch schnurstracks auf ihre Nester zu.

Schnell kam die Vermutung auf, dass die Vögel ihre Nester oder ihren heimischen Taubenschlag über den Geruchssinn finden können. Daraufhin entschieden sich die Wissenschaftler zu einem radikalen Schritt und zerstörten in einem auf den vorangegangenen Untersuchungen aufbauenden Experiment mit einer Zinklösung den Geruchssinn ihrer Versuchstiere.

Nachdem die Tauben ohne Geruchssinn freigelassen worden waren, erhoben sich diese vollkommen orientierungslos über die ebenfalls wieder aufgestellten Stellwände. Damit ist laut der Forscher bewiesen, dass sich die Tiere anhand ihres Geruchssinns zu orientieren vermögen. Welchen Duftspuren die Tauben folgen, ist indes noch unklar und ist Gegenstand weiterer Untersuchungen an Brieftauben.

Die Chemie bringt es ans Tageslicht: Mithilfe einer Isotopenmessung lässt sich feststellen, wo Zugvögel überwintern.

Das Zugverhalten vieler Vogelarten gehört heute noch immer zu den großen Rätseln der Wissenschaft. So sind die Zugstrecke und der Überwinterungsort mancher Spezies sogar nach intensiven Untersuchungen größtenteils unbekannt.

Einem amerikanischen Wissenschaftlerteam ist es vor Kurzem gelungen, anhand einer Isotopenmessung Licht ins Dunkel des Vogelzugs zu bringen. Im Fachmagazin "Science" (Vol. 295, S. 1063) berichten Dustin Rubinstein vom Dartmouth College in Hanover (USA) und seine Kollegen über ihre Ergebnisse.

Gegenstand ihrer Studien war der in Nordamerika beheimatete Blaurücken-Waldsänger ( Dendroica caerulescens, Black-throated blue warbler), ein 11,5 Zentimeter langer, Insekten fressender Vogel. Je nach Brutgebiet überwintern die Blaurücken-Waldsänger auf unterschiedlichen Inseln im karibischen Raum. Um genau nachweisen zu können, auf welcher der vielen Karibikinseln die Tiere eines gewissen Brutareals überwintern, nahmen die Wissenschaftler deren Federn ins Visier.

Während des Federwachstums baut der Vogelkörper chemische Elemente zu Molekülen aneinandergereiht in die Federn ein, die er zuvor über die Nahrung, das Trinkwasser und in verschwindend geringen Teilen über die Luft aufgenommen hat. Chemische Elemente beziehungsweise deren Atome zeichnen sich dadurch aus, dass sie allesamt dieselbe Masse haben, also im Kern die gleiche Anzahl von Protonen und Neutronen besitzen. Ferner existieren so genannte Isotope vieler chemischer Elemente. Bei ihnen handelt es sich um Atomkerne, die eine abweichende Anzahl von Neutronen haben. Zwar sind sie elektrisch neutral, aber Isotope haben aufgrund ihrer unterschiedlichen Neutronenzahl eine andere Masse als Atome desselben chemischen Elements.

Solche Isotope finden sich in den Organismen der Vögel wieder, da ihr Körper sie zusammen mit den "normalen" Atomen unter anderem in die Federn einbaut. Da Isotope gewisser chemischer Elemente jedoch nicht überall auf der Welt in der gleichen Konzentration vorkommen, kann man anhand der Isotopenmenge und ?zusammensetzung im Gefieder der Vögel Rückschlüsse darauf ziehen, in welcher geografischen Region sich die Federn gebildet haben.

Das Team um Dustin Rubinstein untersuchte den Anteil stabiler Isotope in den Vogelfedern, darunter das Kohlenstoffisotop 13C sowie das Wasserstoffisotop 2H. Aufgrund der Mengenverteilung dieser Isotope fanden die Forscher heraus, dass die Blaurücken-Waldsänger nach ihrer Mauser in den Überwinterungsgebieten ein neues Gefieder mit dem für die Karibik charakteristischen "Isotopen-Fingerabdruck" gebildet haben. Die Verteilung der Stoffe spricht eindeutig dafür, dass es zwei unabhängige Populationen der Vogelart gibt, die auf unterschiedlichen Inseln der Karibik überwintert. Im Norden der USA lebt eine Population, die sich im Winter auf den westlichen karibischen Inseln aufhält. Eine weiter südlich in den USA ansässige Vogelpopulation zieht es hingegen alljährlich auf die östlichen Inseln im Karibikraum. Weshalb das so ist, konnten die Forscher bislang allerdings nicht klären.


Links zum Thema:

Infos über den Blaurücken-Waldsänger (in englischer Sprache) | Abbildung eines Männchens | Abbildung eines Weibchens | Gesang eines männlichen Blaurücken-Waldsängers

Wer eine Hellbäuchige Ringelgans adoptiert, bekommt per SMS Infos über die aktuelle Position des Vogels ? und unterstützt ganz nebenbei ein ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt.

Jedes Jahr ziehen die Hellbäuchigen Ringelgänse ( Branta bernicla hrota, Brent Goose) von Europa aus in ihre über 7.000 Kilometer entfernt liegenden Brutgebiete in Kanada. Entlang welcher Route die zierlichen Gänse ziehen, deren Population in den Wintermonaten fast vollzählig in Irland anzutreffen ist, wollen Forscher des Wildfowl & Wetland Trust (WWT) herausfinden. Mit Hilfe kleiner Sender, die die Paten bezahlen, wird die Zugroute der Vögel überwacht. Dabei steht den Wissenschaftlern das Satellitenprogramm der National Geographic Society zur Seite. Da das so genannte Zugrouten-Tracking jedoch enorm hohe Kosten verursacht, ist der WWT auf Spenden in Form von Gänsepatenschaften angewiesen. Jeder, der eine Hellbäuchige Ringelgans adoptiert hat, erhält einmal in der Woche als Dankeschön eine SMS oder eine E-Mail, in der er den exakten Aufenthaltsort "seiner" Gans erfährt.

In Westirland befestigen Mitarbeiter des WWT je einen dreißig Gramm schweren Sender an gesunden, kräftigen männlichen Gänsen, für die dieses zusätzliche Gewicht während ihres Zuges in das Sommerquartier keine Gefahr darstellt. Weibchen erhalten aus Sicherheitsgründen keinen Sender, da sie während des Paarungsaktes von den Geräten behindert werden könnten. Im April machen sich die Gänse auf den Weg in Richtung Westkanada. Die Tiere legen in Island und Grönland Zwischenstopps ein, um die lange Strecke bei guter Gesundheit bewältigen zu können.

Da bislang jedoch lediglich der Start- und Zielpunkt sowie einige Rastplätze in Island und Grönland genau bekannt sind, wollen die Wissenschaftler nun die exakten Routen der gefiederten Vielflieger erforschen. Sobald die genaue Zugstrecke sowie sämtliche Rastplätze bekannt sind, können zukünftig effizientere Schutzmaßnahmen für die Hellbäuchigen Ringelgänse ins Leben gerufen werden. Seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der Bestand der Hellbäuchigen Ringelgänse in Europa stetig abgenommen. Obwohl die Populationsgröße derzeit einigermaßen stabil zu sein scheint, ist ein Schutzprogramm für den sicheren Erhalt der Vogelart sinnvoll. Weitere Infos über eine Gänsepatenschaft erhalten Sie auf der folgenden Website: Brent Geese 2002.

Derzeit erhitzt die Frage "Wem gehört der Strand?" die Gemüter einiger Bewohner des amerikanischen Bundesstaates New York.

Staatliche Tierschützer sperrten vor einigen Monaten einen zwei Meilen langen Strandabschnitt von Long Island, um dem stark in seinem Bestand gefährdeten Flötenregenpfeifer ( Charadrius melodus) einen ungestörten Nistplatz zu gewährleisten. Das durchkreuzt gehörig die Freizeitpläne der Anwohner, denn gerade jetzt im Sommer verbringen sie dort gern ihre Freizeit, natürlich zusammen mit den vielen entspannungssuchenden Touristen.

Schon im März hatten die Tierschützer einen Zaun um den Strandabschnitt gezogen, an dem die Flötenregenpfeifer seit einigen Jahren im Sommer ihre Jungen großziehen. Große Schilder weisen Anwohner und Spaziergänger darauf hin, dass das Betreten gesperrten Bereichs sowie das Stören der Nester mit Gebühren von 10.000 US-$ und Gefängnisstrafen geahndet wird. Das wiederum hat sich rumgesprochen und die Touristen bleiben zu großen Teilen aus. Den einheimischen Vermietern entgehen dadurch laut eigener Aussage 60.000 bis 150.000 US-$.

Nun versucht sich das kleine Dorf West Hampton Dunes mit allen Mitteln gegen die Sperrung des Strandes zu wehren. Vor Gericht versuchen die Anwohner vollen Zugang zum Strand sowie 12,5 Mio. US-$ an Mietausfall einzuklagen. Die Stimmung ist inzwischen so angeheizt, dass die Einheimischen bereits in provokantem Tonfall verlauten lassen, Flötenregenpfeifer würden wie Hühnchen schmecken...

Das wiederum alarmiert die staatlichen Tierschützer noch mehr, denn Flötenregenpfeifer sind entlang der gesamten nordamerikanischen Atlantikküste stark bedroht. Zwar sind die Zahlen der Art seit 1992 dank verstärkter Schutzbemühungen langsam angestiegen. Ein Verlust von Nestern ist jedoch bei der derzeitigen Populationsgröße nur schwer zu verkraften. Den Tierschützern leuchtet es ein, dass die Brutzeit der Tiere, die ausgerechnet mitten in die Sommermonate fällt, ein großes Problem ist. Freilich haben Anwohner und Touristen generell nichts gegen Vogelschutz einzuwenden, wenn man sie danach fragt. Dieses Verständnis gilt aber bitte schön nicht für Sperrungen ihres Lieblingsstrandes wegen der Vögel.

Wie wichtig die rigorosen Schutzvorkehrungen sind, lässt sich anhand des angeborenen Verhaltens der Vögel erklären. Wird ein Nest durch einen vermeintlichen Fressfeind gestört, suchen die Küken das Weite und stolpern über den Sand. Würden dort die beliebten Strandbuggys und Heerscharen von Fußgängern unterwegs sein, würde ein solches herumirrendes Küken schnell zerquetscht. Selbst einer der bei den Amerikanern beliebten Lenkdrachen, der über das Nest fliegt, kann bereits das Aus für die Jungenaufzucht bedeuten. Sobald die Altvögel sich durch mutmaßliche Beutegreifer bedroht fühlen, stellen sie mit großer Wahrscheinlichkeit die Fütterung ihres Nachwuchses ein oder geben das Gelege auf ? mit fatalen Folgen für das Fortbestehen der Art. Bedauerlicherweise akzeptieren die Anwohner dies nicht, denn sie sind aufgrund der nistenden Vögel gezwungen, in ihrer Freizeit einige hundert Meter weiter zu einem öffentlichen Strand zu laufen, was für sie vollkommen inakzeptabel ist.

In dieser Saison brüten 38 Paare der stark dezimierten Vogelart. Immerhin 35 Küken sind in ihren Nestern bislang gezählt worden ? ein beachtlicher Bruterfolg. In den Vereinigten Staaten und Kanada soll Schätzungen zufolge insgesamt nur noch 1400 Brutpaare des Flötenregenpfeifers geben. Im April beginnen die Vögel mit der Eiablage und bleiben meist bis Juli am Brutplatz, um dann mit ihren fast erwachsenen Küken nach Florida und Südamerika zu fliegen. Altvögel kehren normalerweise an denselben Strand zurück, an dem sie im Jahr zuvor gebrütet haben. Es bleibt zu hoffen, dass die Tiere in Zukunft eine friedliche Koexistenz mit den Menschen haben können, ohne von ihnen behelligt zu werden. Oder doch nicht? Gehört der Strand Ihrer Meinung nach den Menschen und nicht den Vögeln? Bitte schreiben Sie Ihre Meinung zu diesem Thema ins Forum.

Weitere Artikel zum Thema Vogelschutz:

Hong Kongs Zugvogel-Rastplatz in Gefahr | Aufruf zum Schutz des Hühnerhabichts | EU-Osterweiterung schlecht für Vögel? | Kondorbestand soll erhöht werden | Rebhuhn-Zahlen stark gesunken | Reisanbau-Stopp gefährdet Vögel

Wer fundiertes Hintergrundwissen und Projektinfos über den Vogelzug auf deutschen und internationalen Websites sucht, der hat die Qual der Wahl. Hier gibt's eine Liste der besten Zugvogel-Websites.

Informationen über Zugvögel

Quarks und Co.:

Das von Ranga Yogeshwar moderierte Wissenschaftsmagazin des WDR hat den Zugvögeln am 01.10.2002 ganze 45 Minuten Sendezeit gewidmet. Alle Infos, die damals über die Mattscheibe flimmerten, finden sich auch auf der Website zur Sendung " Das Geheimnis der Zugvögel".

Vogelwarte Radolfzell: An diesem renommierten Forschungsinstitut gehen Wissenschaftler dem Vogelzug auf den Grund. Die Website hält viele Informationen bereit.

Vogelzug live

Storchenzug:

Die Mutter aller Projekte zum Zugroutentracking, sprich zur Ergründung der Zugrouten, ist in Deutschland diese Website über den Zug der Weißstörche.

Zugvogelschutz

Zugvögel bei "Stiftung Euronatur":

Auf der Site der bekannten Artenschutzorganisation gibt es Etliches über Zugvögel.

Zugvögel kennen keine Grenzen: Unter diesem Motto steht eine sehr informative israelische Website mit dem Namen " Migrating Birds know no Boundaries", die sich ganz und gar dem Thema "Schutz der Zugvögel" verschrieben hat.

Komitee gegen den Vogelmord: Vor allem in Südeuropa sind Zugvögel gefährdet, da ihnen skrupellose Jäger illegal nachstellen. Wie man den Tieren helfen kann, steht auf der Website des Komitees gegen den Vogelmord geschrieben.

Vogelschutz-Komitee: Eine weitere Vereinigung von Tierschützern, die einen ähnlichen Namen trägt, setzt sich unter anderem für den Schutz der Zugvögel ein. Auf der Website des Vereins gibt es weitere Infos.

Aktiver Zugvogelschutz beim NABU: Unter anderem mit Camps in der Straße von Messina wird sich der NABU auch im Jahre 2004 für den Schutz der Zugvögel einsetzen. Und jeder kann vor Ort mitmachen.

Zugvogel-Trainingsprojekte

Aktion Zwerggans:

Damit die zierlichen Zwerggänse nicht aussterben, mussten sie in Gefangenschaft nachgezüchtet und dann ausgewildert werden. Wie aber bringt man einem in die Natur entlassenen Vogel bei, wohin er zu ziehen hat? Hier können Sie alles über das Projekt nachlesen.

Waldrapp-Projekte: Auch dem Waldrapp muss seine Zugstrecke vom Menschen beigebracht werden. Dies geschieht in mehreren Projekten, siehe Artikel " Per Anhalter in den Süden".

William Lishman Flight With Birds: Der amerikanische Künstler und Bildhauer William "Bill" Lishman hat mit als erster die Möglichkeiten erprobt, in Gefangenschaft aufgezogene Gänse per Ultraleichtflieger in ihr Winterquartier zu führen. Spannende Infos gibt's auf der Website des "Vaters der Gänse".

Operation Migration: Auf dieser amerikanischen Website dreht sich alles um Schreikraniche, die vom Aussterben bedroht sind und denen mit der von William Lishman eingeführten Methode beim Zug ins Winterquartier geholfen wird.

Gefahren für Zugvögel

Tödliche Masten und Drähte:

Diese Seite des NABU informiert darüber, wie Strommasten für große (Zug-)Vögel zur tödlichen Falle werden können.

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