Voynich-Manuskript: Weitere Studie findet Hinweise auf zugrunde liegende natürliche Sprache

Beispielseite aus dem Voynich-Manuskript. © Beinecke Library
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Beispielseite aus dem Voynich-Manuskript. © Beinecke Library

 

Manchester (England) - Ein rund 400 Jahre altes Buch, das sogenannte "Voynich-Manuskript, ist angefüllt mit vermeintlich botanischen, astronomischen und anatomischen Abbildungen jedoch in einer bislang unbekannten Schrift und Sprache verfasst, die sich bis heute jeglichen Bemühungen einer Entzifferung widersetzt hat. Jetzt glauben auch zwei englischer Wissenschaftler Hinweise dafür gefunden haben, dass dem "unlesbaren Buch" eine natürliche Sprache zugrunde liegt.

Wie Marcello A. Montemurro und Damián H. Zanette von der University of Manchester aktuell im Fachjournal "PLoS One" (DOI:10.1371/journal.pone.0066344) berichtet, sei die Verteilung der Wörter mit der natürlicher Sprachen vergleichbar, weswegen der Text auch denn auch tatsächlich wirkliche Inhalte und Botschaften enthalten könnte.

Über diese Inhalte können die Forscher indes auf der Grundlage seiner Untersuchung keine Aussagen treffen, da er das Voynich-Manuskript lediglich anhand der digitalen Transkript-Variante des Manuskripts, des sog. "European Voynich Alphabet" (EVA) untersucht hat.

Montemurro und Zanette kommen zu dem Ergebnis, dass es im Manuskript - ganz wie in einer natürlichen Sprache - Wörter gibt, die gleichmäßig im gesamten Text verteilt auftauchen. Zudem gäbe es auch Wörter, die nur in ganz bestimmten Abschnitten des Manuskripts zu finden sind, wo sie gemeinsam mit anderen Wörtern stehen, die ebenso an keiner anderen Stelle des Texts verwendet werden. Für den Forscher sind es denn auch genau diese Wörter, die in Texten natürlicher Sprachen die meisten Informationen beinhalten. Auch fänden sich morphologische Ähnlichkeiten angesichts von Begriffen, die gemeinsam und auch nur in einem Abschnitt auftauchten. Alles dies, so Montemurro gegenüber der BBC, belege eine signifikante sprachliche Struktur.

Interessant seien zudem auch inhaltliche Verbindungen zwischen verschiedenen Teilen des Manuskripts: Bestimmte Wörter, dies zeige eine linguistischen Struktur, tauchen demnach sowohl in einem mit kräuterartigen Illustrationen bebilderten Abschnitt auf dann aber auch in einem Teil, den Forscher pharmakologisch deuten.

Erst im vergangenen März (2013) berichteten deutsche und brasilianische Wissenschaftler, im Voynich-Manuskript mit einer neuen statistischen Analysemethode erstmals Schlüsselwörter als Ansatz zur Entzifferung identifiziert zu haben (...wir berichteten). Auch sie stellten fest, dass das Voynich-Manuskript "mit natürlichen Sprachen kompatibel, aber inkompatibel mit rein zufällig erzeugten Texten" sei. Zudem, so berichteten damals Diego R. Amancio von der Universidade de Sao Paulo (USP), Eduardo G. Altmann vom Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPIPKS) und Diego Rybski vom Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sei es gelungen, Kandidaten für Schlüsselwörter im Voynich-Manuskript zu identifizieren, die bei einer zukünftigen Entzifferung des Textes behilflich sein könnten.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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