Widersprüche zu Roswell

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Widersprüche zu Roswell

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16.07.2002 - 22:00 Uhr

Nachdem die U.S. Air Force 1994 in einem ersten "Abschlussbericht" erklärt hatte, bei dem im Juni 1947 abgestürzten Objekt habe es sich nicht um ein außerirdisches Flugobjekt, sondern um einen Höhenballon des streng geheimen "Project Mogul" gehandelt habe, legte sie drei Jahr später mit einem weiteren "Abschlussbericht" nach, und erklärte nun auch die von den Zeitzeugen beschriebenen Leichen zu Crash-Test-Dummies, die bei Fallschirmstudien verwendet wurden. Nun hat einer der Kronzeugen dieses zweiten Berichts der Auslegung seiner Aussagen und der Interpretation des Vorfalls durch den "Air Force"-Bericht widersprochen.

In dem als "Roswell Report: Case Closed" (Der Roswell Bericht: Fall abgeschlossen) vom Hauptquartier der US Air Force veröffentlichten Bericht, wird der heute 79-jährige Lieutenant Colonel Raymond Madson als Hauptquelle für die Crashtest-Dummy-Erklärung genannt, ausführlich zitiert und steuerte auch eine Vielzahl der historischen Fotos bei.

Madson war von 1956 bis 1960 für das "Crash-Test Dummy"-Programm der Air Force mit der Bezeichnung "Project Dive" auf der Holloman Air Force Basis in New Mexico verantwortlich, bei dem anthropomorphe Puppen - meist durch Fallschirme gesichert - aus Flugzeugen aus großen Höhen abgeworfen wurden, um damit die Schleudersitz- und Sicherheitssysteme neuer Flugzeugtypen zu testen.

Im abschließenden Bericht der Air Force von 1997, der von dem Geheimdienstoffizier Captain James McAndrew verfasst wurde, werden diese Dummies dazu verwendet, die von mehreren Zeugen beschriebenen Leichen zu erklären, die als kindergroß und "außerirdisch" beschrieben wurden. Interessanterweise werden die Dummies im ersten "Air Force" von 1994 noch nicht erwähnt.

Gegenüber dem UFO- und Roswell-Forscher Anthony Bragalia erklärte Madson nun, dass er gegenüber McAndrews zwar bestätigt habe, dass "die Puppen vielleicht mit etwas verwechselt werden konnten, was sie nicht waren, jedoch niemals mit kleinen, fremdartigen Lebewesen."

Madson sei von Captain McAndrews über zwei Tage hinweg besucht und interviewt worden. In diesen Gesprächen habe er immer wieder unterstrichen, dass die Dummies keinerlei Ähnlichkeiten mit kleinen Aliens aufgezeigt hätten, da es sich nicht nur um sehr menschenähnliche, sondern auch um lebensgroße Puppen gehandelt habe.

Zudem habe er gegenüber dem "Air Force"-Falluntersucher deutlich gemacht, dass die Zeit, in der die besagten Crashtests durchgeführt wurden (1956-1960) eindeutig nicht mit dem Roswell-Ereignis im Juni 1947 in Übereinstimmung zu bringen sei.

Die zeitliche und formelle Diskrepanz wird von späteren Bericht der Air Force mit Erinnerungsschwächen und durch Füllerinnerungen im Zuge der Raumfahrt- und UFO-Hysterie der folgenden Jahre erklärt. Kurz: Dir Zeugen von merkwürdig ausschauenden, kindergroßen Leichen unmittelbar nach dem Absturz Anfang Juni 1947, haben - nach Lesart der US Air Force - zum einen 1947 Trümmerteile des Mogul-Ballons gesehen und später dann, als der Roswell-Absturz von den ersten UFO-Forschern in den 1970er Jahren aufgegriffen und erforscht wurde, diese Erinnerungen mit zehn Jahre älteren Erinnerungen an Funde von Crashtest-Dummies aus den späten 1950er Jahren vermischt und dabei Größe und Erscheinungsbild dieser Puppen an durch die Medien geprägte Klischeevorstellungen von Außerirdischen UFOnauten angepasst.

Die von Madson gegenüber McAndrews deutlich hervorgehobene Zurückweisung dieser Auslegung durch die Air Force, wird im abschließenden Bericht allerdings mit einer Silbe erwähnt. Darüber hinaus sieht sich Madson in den im Bericht aufgeführten Zitaten seiner Aussagen absichtlich falsch zitiert, wenn diese etwa zur Untermauerung der Dummy-Theorie umgeschrieben oder aus dem Kontext heraus dargestellt wurden - und das obwohl in dem Bericht sein tatsächlich unterschriebenes Aussageprotokoll zitiert wird.

Laut Bragalia fühle sich Madson "für die Zwecke" der "irreführenden" Erklärung der Air Force ausgenutzt: Er selbst glaube nicht an die Vorstellung, dass "seine" Puppen vor dem Hintergrund des Rosswell-Ereignisses für Aliens gehalten werden konnten und wurden. Gegen diese Vorstellung spreche zudem, dass die Puppen mit prominent platzierten Hinweisen versehen waren, die ihre Herkunft erklärte und einen Finderlohn von 25 Dollar für die Rückgabe der Puppen aussprach.

Schon während der Interviews mit McAndrews habe er, so Madson, ein ungutes Gefühl gehabt. Jetzt wundere er sich warum die Air Force überhaupt händeringend eine Erklärung für die bezeugten angeblichen Leichen eines Ereignisses gesucht habe, dass laut den offiziellen Aussagen bis in die frühen 1990er Jahre (als der erste Abschlussbericht der Air Force zumindest das "Ereignis" von Roswell als Absturz eines Mogul-Ballons erstmal zugab) doch überhaupt nicht stattgefunden hatte: "Gerade dieses Bedürfnis erscheint mir heute besonders ungewöhnlich."

Des Weiteren führte Madson gegenüber Bragalia bezüglich McAndrews aus: "Ich habe ihm nicht vertraut. Tatsächlich habe ich ihn nicht einmal gemocht. Ich mochte auch nicht die Art und Weise seines Vorgehens." So habe er entgegen McAndrews' Zusagen bis heute keines seiner für den Bericht zur Verfügung gestellten Fotos zurück bekommen. Nachdem er den publizierten Bericht gelesen hatte, habe er sich bei McAndrews beschweren wollen. Sein Anrufe seien jedoch bis heute nie erwidert worden. Die Situation habe sogar so weit geführt, dass sich Madson schon bei McAndrews' Vorgesetzten beschweren wollte.

"McAndrews war auf einer Mission. (...) Er sollte [nicht untersuchen], sondern eine Vorgabe erfüllen, mit der ein bereits festgelegtes Ergebnis bestätigt werden solle", ist sich Madson heute sicher.

Laut Bragalia geht Madson in seinen Aussagen jedoch noch einen Schritt weiter. Nicht nur, dass er den Auslegung seiner Aussagen durch die Air Force vehement widerspricht und den Bericht für eine Vertuschungsaktion tatsächlicher Ereignisse hält, er ist darüber hinaus auch davon überzeugt, dass es sich bei dem Absturz von Roswell tatsächlich um ein außerirdisches Raumschiff und Insassen gehandelt hatte und dass die Leichen zeitweise auf der Wright Patterson Air Force Base in Ohio aufbewahrt wurden.

Er selbst war in den frühen 1950er Jahren und vor seiner Dienstzeit auf Holloman, genau hier stationiert. Zwar habe er selbst nie Wrackteile oder die Leichen gesehen, doch habe er einige Jahre nach dem Roswell-Ereignis (1947) direkt von "anderen, die in der Position waren, von Derartigem zu wissen" erfahren, dass es "eine sehr geheime Einrichtung" auf dem Stützpunkt gäbe, die zur Lagerung von außerirdischen Leichen diene, die bei einem Absturzereignis vor seiner Dienstzeit auf Wright Patterson stammen würden. Obwohl ihn derartige Erzählungen interessiert hätten, habe man damals schlicht und einfach nicht zu viel über solche Dinge nachgefragt. "Ich hielt diese Berichte für glaubwürdig und ernsthaft, aber die Angelegenheit wurde damals als streng geheim behandelt." Auch die Erforschung und Re-Engeneering der Technologie des geborgenen Raumschiffes hält der Veteran für möglich, kann selbst allerdings keine konkreten beweise hierfür benennen.

Was seine Erinnerungen an die Erzählungen und Gerüchte über die Lagerung der Leichen auf Wright Patterson anbetrifft, so werden diese von seiner späteren Frau bestätigt, die damals auf dem Stützpunkt im medizinischen Labor tätig. Auch sie seien die gleichen Gerüchte wie ihrem späterer Ehemann zu Ohren bekommen. Ihre Quellen sprachen von "kindergroßen Wesen aus einer anderen Welt, die noch vor ihren Dienstjahren auf der Erde abgestürzt seien und deren Leichen geborgen und auf der Basis untersucht wurden."

"Damals", so Madson abschließend im Gespräch mit Bragalia, "wussten wir beide, dass wir nicht all zu viel über diese Dinge sprechen sollten. Heute aber, kann meine Frau kaum aufhören darüber nachzudenken - und mir geht es da genau so."

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Quelle: freenet.de
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