WM-Erfolge des DFB

Herberger
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Herberger

 

von Grigorios Petsos

Die Geschichte der Deutschen Fußballnationalmannschaft ist die eines einzigen fast ununterbrochenen Erfolges. In den 16 WM-Turnieren, an denen die DFB-Elf teilnahm, kam die deutsche Mannschaft immer über die Vorrunde hinaus. Neben den drei Weltmeistertiteln wurde sie viermal Zweiter und dreimal Dritter. Kaum eine andere Fußballmannschaft weist eine derartige Erfolgserie auf.

Siebenmal stand die Deutsche Elf im Finale, dreimal gewann sie den Titel, nur dreimal schied sie schon im Viertelfinale und lediglich einmal in der Zwischenrunde und im Achtelfinale aus. Die Qualifikation schaffte sie immer. Und jetzt 2006 wurde sie auch noch Weltmeister der Herzen. Größer hätte der Jubel kaum werden können, auch wenn Deutschland den Titel geholt hätte. Lesen Sie die beispiellose Erfolgsgeschichte.

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1930: keine Teilnahme Deutschlands

An der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay konnte die reichsdeutsche Mannschaft aus organisatorischen Gründen nicht teilnehmen. Unter chaotischen Umständen – es gab keine Qualifikation – gewann der Gastgeber in einem Finale, bei dem man sich nicht auf den Ball einigen konnte. Schlimmeres wurde verhütet, weil der Schiedsrichter sich mit seiner Forderung durchsetzen konnte, den Zuschauern die Revolver abzunehmen.

1934: Deutschland im Halbfinale

Die erste Weltmeisterschaft in Europa fand in Italien statt, und wieder gewann der Gastgeber. Das war allerdings kein Wunder, denn der faschistische Machthaber Benito Mussolini bestach und bedrohte die Schiedsrichter. Das Finale pfiff der schwedische Schiedsrichter Ivan Eklind, der im Falle einer Niederlage befürchtete, erschossen zu werden.

Deutschland setzte sich in einem schönen Spiel um den dritten Platz gegen Österreich durch und wurde Dritter. Die Helden von damals hießen Ernst Lehner und Edmund Conen, der zusammen mit einem Tschechen und einem Italiener Torschützenkönig wurde.

1938: Nazi-Großdeutschland scheidet im Achtelfinale aus

Nach der Einverleibung Österreichs gehörte die so genannte großdeutsche Mannschaft zu den Favoriten dieser ersten WM in Frankreich. Doch die Spieler waren nicht aufeinander eingespielt, so dass sie gegen die Schweiz in einem Wiederholungsspiel im Achtelfinale ausschied.

Das erste Spiel Deutsches Reich gegen Schweiz hatte nach Verlängerung 1:1 geendet, da es noch kein Elfmeterschießen gab, war das Spiel wiederholt worden. Die Niederlage gegen die kleine Schweiz wurde im Deutschen Reich mit Schmach und in Europa mit Häme aufgenommen. Italien wurde zum zweiten Mal Weltmeister.

1950: Deutschland bleibt ausgeschlossen

Kurz danach begann der Zweite Weltkrieg und erst 1950 wurde in Brasilien wieder eine Fußballweltmeisterschaft ausgetragen, an der Deutschland allerdings noch nicht teilnehmen durfte. Uruguay wurde zum zweiten Mal Weltmeister und bezwang vor 200.000 erst fanatischen und dann maßlos enttäuschten Zuschauern im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro Gastgeber Brasilien.

"Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern, keiner wankt, der Regen prasselt unaufhörlich hernieder, es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren aus. Wie könnten sie auch – eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend. Jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer. Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt – und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!"

Deutschland ist Weltmeister

Jeder hat die legendäre Reportage von Herbert Zimmermann irgendwo schon einmal gehört. Der sagenhafte Erfolg des bis dahin international geschmähten Außenseiters war mehr als eine Sensation. Der Sieg gab der gerade vor fünf Jahren gegründeten Bundesrepublik Deutschland neues Selbstbewusstsein.

Favorit Ungarn wurde nie Weltmeister

Der eigentliche Favorit dieser WM war jedoch Ungarn gewesen, von dessen offensivem Spiel die ganze Fußballwelt bis dato begeistert war und die im Vorrundenspiel auch souverän gegen Deutschland mit überzeugenden 8:3 gewonnen hatte. Den Sieg im Halbfinale gegen den bislang bei Weltmeisterschaften ungeschlagenen Titelverteidiger Uruguay mussten sich die Magyaren, wie sie damals gerne genannt wurden, doch schon hart erkämpfen.

Taktik Herbergers geht auf

Nachdem Herberger seine Mannen im ersten Spiel gegen die Ungarn geschont hatte, um das Gruppen-Entscheidungsspiel gegen die Türkei zu gewinnen, was auch gelang, besiegte die moralisch gestärkte deutsche Elf im Viertelfinale Jugoslawien 2:0 und Österreich im Halbfinale überraschend mit 6:1.

Fritz-Walter-Wetter

Doch um gegen die Ungarn zu gewinnen, musste ein Wunder geschehen. Diese hatten seit 1950 kein Spiel verloren und erzielten schon in den ersten Minuten zwei Tore. Das Spiel schien verloren. Doch das Wetter half den Deutschen. Der einsetzende Regen behinderte das flüssige Offensiv-Spiel der Ungarn und so konnten die Deutschen, wie so oft, über den Kampf zum Spiel finden.

Und so schossen Morlock und Rahn noch in der ersten Halbzeit zwei Tore zum Ausgleich. Das legendäre zweite Tor von Rahn zum 3:2 fiel dann erst sechs Minuten vor Schluss. Der Schiedsrichter pfiff sogar etwas zu früh ab, aber dann stand die Fußballwelt Kopf. Zum ersten Mal hatten die großen Fußballnationen der Welt die Turniermannschaft Deutschland unterschätzt. Das sollte noch öfter vorkommen.

Diese Weltmeisterschaft sollte eigentlich in Südamerika ausgetragen werden, aber außer Schweden hatte sich niemand für die Austragung beworben. Immer noch war die Welt geschwächt vom Zweiten Weltkrieg. Das im Krieg neutrale Schweden hatte deshalb den Zuschlag erhalten.

Pelé und Uwe Seeler zum ersten Mal dabei

Zwei Jungstars machten in dieser WM auf sich aufmerksam: Der 21-Jährige Uwe Seeler, der seine erste von vier WMs bestritt und auch seine ersten Tore schoss, und das frisch entdeckte 17-Jährige Fußballwunder Pelé, der sechs Tore schoss – übrigens so viel wie Helmut Rahn, der auch noch voll mit von der Partie war.

Frühzeitig ausscheiden musste nach Verletzung allerdings Fritz Walter und das bis heute höchste Torschützenergebnis während einer WM erzielte der Franzose Just Fontaine mit 13 Treffern in einem Turnier.

Rahn rettet das Halbfinale

Favorit Deutschland setzte sich in der Vorrunde problemlos durch. Das Viertelfinale sah einen mühsamen über die Zeit geretteten 1:0-Sieg (Rahn hatte geschossen) gegen Jugoslawien. Das Halbfinale gegen Gastgeber Schweden führte allerdings zu einem Fußballskandal, der die sportlichen Beziehungen zwischen Schweden und Deutschland für zwei Jahrzehnte belasten sollten.

Beim Halbfinalspiel Schweden gegen Deutschland heizten schwedische Einpeitscher die Stimmung noch künstlich auf. Dennoch war das Spiel spielerisch ausgeglichen. Nach mehreren Provokationen seitens schwedischer Spieler ließ sich Erich Juskowiak jedoch zu einem Revanche-Foul hinreißen und wurde vom Platz gestellt. Danach konnten die Schweden das Spiel sicher nach Hause schaukeln.

Deutschland Vierter

Im Spiel um den dritten Platz unterlag die deutsche Elf dann der französischen mit 3:6. Schweden konnte allerdings seinen Heimvorteil nicht weiter nutzen, denn Endfinalgegner Brasilien spielte überirdischen Fußball und Newcomer Pelé, der durch sein artistisches 3:1 Aufsehen erregte, half beim 4:1 Endstand gegen den Gastgeber.

Die siebte Fußballweltmeisterschaft 1962 in Chile ging als die mit Abstand unfairste in die WM-Geschichte ein. Die Spiele arteten teilweise zu Massenschlägereien aus, die nicht oder inkonsequent geahndet wurden.

Letzte WM von Sepp Herberger

Dies war auch die letzte Weltmeisterschaft mit Trainer Sepp Herberger, der schon 1936 bis 1940 und dann wieder 1950 bis 1964 die deutschen Spieler trainiert hatte. Kapitän der deutschen Nationalmannschaft war der letzte verbliebene Held von Bern: Hans Schäfer.

1962 war eine Fußballweltmeisterschaft bereits ein Weltmedienereignis. Schon 1954 waren die Spiele weltweit fürs Fernsehen oder Radio übertragen worden, jetzt bestand die große technisch-mediale Herausforderung darin, die Begegnungen aus Chile zu übertragen. Die ARD hatte erstmalig ein eigenes Studio nach Chile transportiert und nachts berichtete Rudi Michel live aus den Stadien.

Wilde Schlägereien

Schon in der Vorrunde ging es einerseits sehr taktisch, andererseits sehr brutal zu. Das unfairste Spiel aller WM-Spiele war die Begegnung Italien gegen Chile. Ein chilenischer Spieler musste mit der Polizei vom Platz geschafft werden, weil er den Platzverweis nicht akzeptierte.

Ein anderer schlug vor den Augen des Schiedsrichters einen Italiener brutal nieder, ohne dass es dafür auch nur einen Freistoß gab. Viele Beobachter hielten vor allem diesen Schiedsrichter für parteiisch, aber auch andere Spiele mit chilenischer Beteiligung wurden unter seltsamen Entscheidungen ausgetragen.

Brasilien verteidigt Titel

Doch trotz Heimvorteil und Manipulation konnten die Chilenen nicht über einen dritten Platz hinauskommen, ihr bis heute größter fußballerischer Erfolg. Brasilien musste zwar im Laufe des Turniers auf den verletzten Pelé verzichten, dennoch zauberten sie sich mühelos zu ihrem zweiten WM-Titel in Folge.

Deutschland traf nach 1954 und 1958 zum dritten Mal hintereinander auf Jugoslawien und verlor dieses Mal und zwar durch ein Gegentor in der 86. Minute und schied so im Viertelfinale aus.

Nicht nur das Endspiel, auch schon der Austragungsort der Spiele war hart umkämpft. Auch Deutschland und Spanien hatten sich beworben. Doch England konnte mit seinem 100-Jährigen Jubiläum (1863 war die englische Football Association gegründet worden), letztlich überzeugen.

Südamerikaner immer noch sehr hart im Geben

Vor allem der zweimalige Weltmeister Uruguay fiel in dieser WM durch überharten Einsatz auf. Das machte es den Deutschen im Viertelfinale allerdings leicht, die Südamerikaner nach zwei Platzverweisen mit 4:0 zu besiegen.

Beckenbauer schaut zum ersten Mal

Ein neuer deutscher Spieler, der schon in der Vorrunde auffiel, war der junge Beckenbauer, der nicht nur im Viertelfinale ins Netz traf, sondern auch beim 2:1 im Halbfinale gegen die Sowjetunion einschoss. Die meisten deutschen Tore erzielten aber weder Beckenbauer noch Uwe Seeler, sondern Helmut Haller, der zweiter in der Torschützenliste wurde.

Erster war allerdings der Portugiese Eusebio mit neun Treffern, der sein Land zum ersten Mal ins Halbfinale katapultierte. Ein Erfolg, der Portugal vierzig Jahre nicht mehr vergönnt sein sollte.

Schwere Partien für England

Die Gastgeber hatten sich zuvor gegen die starken Portugiesen durchgesetzt, nachdem sie in einem schweren Spiel ein 1:0 gegen die Argentinier bestanden hatten. Unfreiwilliger Held der Partie England gegen Argentinien war der deutsche Schiedsrichter Rudolf Kreiltein, der schon nach einer halben Stunde die argentinische Mannschaft um einen Spieler dezimiert hatte.

England zu Unrecht Weltmeister

Das Endspiel in London war spannend von der ersten Minute an. Bereits nach 20 Minuten stand es 1:1. Das 2:1 für England fiel zwölf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit konnte dann noch in der Nachspielzeit von Wolfgang Weber ausgeglichen werden.

Das berühmte Wembley-Tor fiel dann in der 101. Spielminute. Nach einer kurzen Rücksprache (in Zeichensprache) mit dem sowjetischen Linienrichter entschied der Schweizer Schiedsrichter auf Tor.

Inzwischen ist bewiesen, dass es kein Tor war. Genaue Rekonstruktionen haben erwiesen, dass der Ball weder bei seinem Auftreffen auf dem Boden, noch bei seiner darauffolgenden Flugbahn die Torlinie in vollem Umfang überschritten hatte. Auch das 4:2 für England in der 120. Minute war übrigens irregulär, da sich schon Zuschauer auf dem Spielfeld befanden.

Diese Weltmeisterschaft in Mexiko brachte viele Neuerungen mit sich: Zum ersten Mal wurden Rückennummern, Gelbe und Rote Karten eingesetzt, durften Spieler ausgewechselt werden, wurde die WM live und in Farbe übertragen und wurde ein einheitlicher WM-Fußball eingeführt, der Telstar.

Gastfreundlichste und heißeste WM

Gleichzeitig waren alle Teilnehmer und Besucher begeistert von der mexikanischen Gastfreundschaft, so dass Mexiko aus aller Welt großes Lob für die Ausrichtung der Spiele erntete. Weniger begeistert waren die Spieler von der Tatsache, dass die ersten Spiele schon Mittags um 12 Uhr ausgetragen wurden, um für Europa eine bessere Sendezeit zu haben. Das führte dazu, dass die Spieler bei unerträglichen Temperaturen antreten mussten.

Das Jahrhundertspiel gegen Italien in Bildern »

Gerd Müller Torschützenkönig

Die Entdeckung dieser WM war zweifelsohne der Bomber der Nation, Gerd Müller, der mit zehn Toren am häufigsten das gegnerische Tor traf. Aber auch Jarhinho aus Brasilien traf sieben Mal und trug entscheidend dazu dabei, dass die Selecao zum dritten Mal Weltmeister wurde und somit den Pokal mit nach Hause nehmen durfte.

Beste WM-Spiele aller Zeiten

Auch sportlich hatte die WM 1970 einen Superlativ zu bieten. Denn die Spiele Deutschlands gegen England und gegen Italien gelten als Meilensteine ganz großen Fußballkönnens. Als Deutschland nach einem 2:0-Rückstand gegen England das Blatt noch wenden konnte und mit einem 2:3 ins Halbfinale einzog, wurde diese Begegnung schon als Jahrhundertspiel bezeichnet.

Anzeigentafel erinnert an Jahrhundertspiel

Doch man musste revidieren. Das wirkliche Jahrhundertspiel war das Halbfinale gegen Italien. Bis zur 90. Minute stand es 1:0 für Italien, dann fiel der Ausgleich ausgerechnet durch Schnellinger, den einzigen Deutschen, der schon damals in Italien sein Geld verdiente. Damit nicht genug: Abwechselnd ging es hin und her: 2:1, 2:2, 2:3, 3:3, wobei Gerd Müller alleine zwei Mal traf.

Schließlich schossen sich die Italiener mit einem 4:3 ins Finale, wo sie allerdings den haushoch überlegenen Brasilianern mit 4:1 unterlagen. Beim Jahrhundertspiel kam zudem noch erschwerend hinzu, dass der wichtige Franz Beckenbauer, inzwischen die Säule des deutschen Spiels, nicht mehr ausgetauscht werden konnte und mit einem verbundenen Arm weiterspielen musste. Eine Anzeigentafel erinnert heute noch im Azteken-Stadion von Mexiko City an das Fußballereignis.

Obwohl wir heute im Nachhinein von der legendären Siebziger-Elf mit Breitner, Beckenbauer, Netzer, Hoeneß, Vogts, Mayer, Müller, Overath, Grabowski und Hölzenbein sprechen und trotz der Erfolge von 1966 und 1970 galt Deutschland damals nicht als Favorit. Das waren Brasilien, Argentinien und die Niederlande, sogar Polens Mannschaft wurde mehr zugetraut als dem Team von Bundestrainer Helmut Schön.

Sparwassers Tor

Es fing auch nicht gerade gut an. Die ersten beiden Spiele gegen die Außenseiter Chile und Australien konnten noch gewonnen werden, aber schon gegen die mittelmäßig eingestufte DDR verlor die DFB-Auswahl aufgrund des Tors von Jürgen Sparwasser, der (nur) dadurch berühmt wurde. Am nächsten Tag erhielt die Mannschaft der DDR sogar eine Bombendrohung, was zeigt, wie tief der Schock im Westen Deutschlands gesessen haben muss.

Schweren Gegnern ausgewichen

Doch der bundesrepublikanischen Mannschaft konnte das im Endeffekt nur Recht sein. Denn dadurch, dass sie nur Gruppenzweiter wurde, entging sie frühzeitigen Begegnungen mit den Top-Favoriten Argentinien, Brasilien und den Niederlanden.

Anderer Spielmodus

Bei dieser WM gab es dann auch einen anderen Spielmodus: Nach den bekannten Vorrunden gab es eine Zwischenrunde, die auch nach Tabelle in zwei Zwischengruppen ausgespielt wurde. Die beiden ersten dieser Zwischengruppen spielten im Finale, die beiden Zweiten um den Dritten Platz.

Wasserschlacht von Frankfurt

Doch Deutschland hatte auch in seiner Gruppe einen Favoriten als Gegner, nämlich Polen. Doch es herrschte mal wieder Fritz-Walter-Wetter. Der Sommer 1974 war generell sehr verregnet, doch das Frankfurter Waldstadion war nahezu unbespielbar und so konnten die Polen ihr Können nicht voll ausspielen und die Bundesdeutschen gewannen ein kampfbetontes Spiel mit 1:0.

Auch gegen die alten Gegner Schweden und Jugoslawien konnte die deutsche Elf voll punkten und landete, mal wieder überraschenderweise, im Finale, das im Münchner Olympiastadion ausgetragen wurde.

Ein Endspiel voller Fehlentscheidungen

Die Niederländer gaben sich siegesgewiss und versuchten teilweise, die Deutschen vorzuführen. Ein ungerechtfertigter Elfmeter in der 1. Minute (noch kein Deutscher hat den Ball berührt) brachte sie auch gleich in Führung. Doch die deutsche Elf ließ nicht locker. Der Ausgleich kam ebenfalls durch einen ungerechtfertigten Strafstoß. Der Fall von Hölzenbein war symbolisch schon im Mai auf einer Briefmarke festgehalten worden.

Den Siegtreffer erzielte Gerd Müller, mit einem seiner legendären Tore aus der Drehung noch am Ende der ersten Halbzeit. Danach fand eine 45-minütige Abwehrschlacht statt. Doch die Niederländer waren zwar weiterhin Spiel bestimmend, schafften es aber nicht, Torwart Sepp Maier zu bezwingen. Dabei wurde noch ein reguläres drittes Tor für Deutschland (von Gerd Müller) nicht anerkannt.

Die 11. Weltmeisterschaft in Argentinien stand unter einem bösen Stern. Nicht, weil die deutsche Mannschaft es nicht unter die besten vier schaffte, wie bei den drei Weltmeisterschaften zuvor, sondern weil in Argentinien eine Militärjunta regierte, unter der tagtäglich Menschen verschwanden und ermordet wurden. Es war sogar ein Boykott im Gespräch, schließlich sang man aber "Buenos Dias, Argentina", und fuhr doch hin.

Kein Ausscheiden in der Vorrunde

Heute hört man oft, Deutschland sei 1978 in der Vorrunde ausgeschieden. Das stimmt so nicht, denn die Vorrunde überstanden die Deutschen mit dem zweiten Platz in ihrer Gruppe. Gegen Mexiko gewann man sogar 6:0, zwei Unentschieden gegen Tunesien und Polen reichten dann fürs Weiterkommen.

"Schmach von Cordoba"

Wie 1974 gab es die Zwischenrunde, bei der zwei finale Gruppen nach Tabelle um den Einzug ins Finale spielten, doch Deutschland konnte gegen Italien und die Niederlande wieder nur unentschieden spielen und verlor dann gegen Österreich in einem Spiel, das die "Schmach von Cordoba" genannt wurde. Ein Unentschieden hätte der deutschen Mannschaft gereicht, um wieder unter die ersten Vier zu gelangen und um den dritten Platz spielen können.

Für die Österreicher war es übrigens das "Wunder von Cordoba", obwohl diese ebenfalls ausschieden. Doch den österreichischen Kommentar von damals möchten wir Ihnen nicht vorenthalten: "...da kommt Krankl in den Strafraum, Schuss, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor. I werd narrisch - Krankl schießt ein, 3:2 für Österreich. Wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl. Er hat alles überspielt, meine Damen und Herren, und warten's noch ein bisserl. Warten's noch ein bisserl, dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen ..."

Argentinien schummelt sich etwas ins Finale

Durch die skandalöse Verschiebung des Zwischenrundenspiels gegen Peru wussten die Argentinier, wie Brasilien gespielt hatte und wussten nun, wie sie spielen mussten, um ins Finale zu kommen. Sie gewannen dann auch prompt 6:0 und gewannen im Endspiel gegen die Niederlande, die zum zweiten Mal hintereinander Zweiter wurden.

Trainer César Luiz Menotti verweigerte übrigens dem argentinischen Diktator den Handschlag zur Gratulation.

Die 12. Weltmeisterschaft fand in Spanien statt und wurde nun mit einer Zwischenrunde und einem Halbfinale ausgetragen. Denn dieses Mal waren 24 Mannschaften zugelassen anstatt wie bisher 16. Zwei Überraschungen gab es gleich in der Vorrunde. Belgien besiegte den amtierenden Weltmeister Argentinien. Und Kamerun besiegte Deutschland.

"Nichtangriffspakt von Gijón"

Diesmal schummelte Deutschland, um die Zwischenrunde zu erreichen. Nach der Niederlage gegen den afrikanischen Außenseiter und einem Sieg gegen Chile musste Deutschland noch gegen Österreich gewinnen. Doch mit den Österreichern wurde heimlich eine Absprache getroffen.

Nach dem 1:0 für Deutschland in der elften Minute hörten die beiden Mannschaften praktisch auf zu spielen und schoben 80 Minuten lang den Ball hin und her, denn auch Österreich kam auf diese Weise weiter. Deshalb werden heute die letzten beiden Spiele einer Vorrunde parallel ausgetragen.

Seltsame Vorrunde

Noch weitere Kuriositäten ereigneten sich. Der Scheich von Kuweit stürmte das Spielfeld und verlangte, dass das gerade gefallene 4:1, das seine Mannschaft gegen Frankreich eingefangen hatte, annulliert werde. Tatsächlich gelang ihm das, doch Frankreich schoss gleich noch ein Tor, so dass es wieder 4:1 stand. Auch schlug Ungarn El Salvador 10:1, ohne weiterzukommen. Und: Der Gewinner des Turniers Italien spielte in der Vorrunde nur unentschieden.

Dramatische Ausscheidungsspiele

England ging es in der Zwischenrunde genau anders herum. Bei zwei Unentschieden gegen Deutschland und Spanien, musste es nach Hause fahren. Deutschland gewann dagegen auch gegen Spanien und stand im Halbfinale. Italien musste sich seine Halbfinalteilnahme sehr hart mit einem 3:2 gegen Brasilien erkämpfen, dem ein Unentschieden gereicht hätte.

Das Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich war nicht weniger spektakulär. Es endete 8:7 nach Elfmeterschießen (3:3,1:1,1:1). Unvergessen ist Klaus Fischers Seitfallrückzieher in der 108. Minute zum 3:3.

Gerechtes Finale

Schließlich kam es zum Finale Deutschland gegen Italien, das die Spieler von der Apenninenhalbinsel zu Recht gewannen. Paolo Rossi war nicht nur der überragende Spieler des Finales, sondern auch des ganzen Turniers. Schon im Halbfinale gegen Polen hatte er zweimal getroffen, jetzt gegen Deutschland dominierten die Italiener das Spiel dank des überragenden Italieners. Aber schon wieder war Deutschland als Nicht-Favorit ganz oben mit dabei gewesen.

Eigentlich sollte die 13. Weltmeisterschaft in Kolumbien stattfinden, doch das südamerikanische Land konnte die Auflagen der FIFA nicht erfüllen und so wurde kurzfristig Mexiko zum zweiten Mal als Austragungsort bestimmt. Dennoch verlief wieder alles reibungslos und stimmungsvoll wie schon 1970.

Achtelfinale eingeführt

Jetzt wurden die Zwischenrunden endgültig abgeschafft. Nach den Vorrunden in sechs Gruppen kamen die Gruppenersten und -zweiten ins Achtelfinale und so weiter. Wie üblich musste Deutschland wieder eine Niederlage in der Vorrunde hinnehmen, und zwar gegen Dänemark.

Auch gegen Uruguay reichte es nur zu einem Unentschieden, doch da die Südamerikaner sich noch ein zweites Unentschieden leisteten, landeten sie auf Platz drei und die deutsche Elf qualifizierte sich für das Achtelfinale, in dem sie gegen Marokko mit einem knappen 1:0 gewannen: Ein 30-Meter-Freistoß von Lothar Matthäus rettete die Deutschen gegen die stark spielend Afrikaner.

Mit Elfmeterschießen ins Halbfinale

Im Viertelfinale traf Deutschland in einer flachen, torlosen und harten Partie auf Mexiko, bei der beiden Mannschaften einen Platzverweis zu verkraften hatten. Entschieden wurde das Spiel dann erst im Elfmeterschießen. Der Held des Tages war der reaktionsschnelle deutsche Torhüter Harald Anton "Toni" Schumacher, der zwei Elfmeter parierte.

Starke Franzosen kommen nicht zum Zug

Im Halbfinale traf Deutschland auf Frankreich, das als Favorit galt, seine Stärken aber nicht ausspielen konnte. Das schnelle Tor von Andreas Brehme in der neunten Minute verwirrte die Franzosen. Mit aller Kraft versuchten sie den Vorsprung aufzuholen. Doch als Teamchef Franz Beckenbauer Rudi Völler für Rummenigge brachte, schoss dieser das entscheidende 2:0 in einem Spiel, das als das stärkste der Deutschen in dieser WM bezeichnet wird.

Spannendes Finale

Argentinien, mit ihrem Superstar Maradona, der seine Mannschaft fast in einer Ein-Mann-Show ins Finale gebracht hatte, ging durch einen Fehler Schumachers früh in Führung und setzt bald auch das 2:0 oben drauf. Doch die Deutschen ließen nicht locker und so schossen Rummenigge und Völler die Deutschen bald zum 2:2-Ausgleich.

Doch eine unaufmerksame deutsche Abwehr ließ Buruchaga ein Solo von der Mittellinie vollführen: Das 3:2 für Argentinien konnte auch der deutsche Sturmlauf in den letzten Minuten nicht mehr verhindern. Doch wieder hatten sich die deutschen Fußballspieler von Spiel zu Spiel gesteigert und waren ins Endspiel gelangt.

Die 14. Weltmeisterschaft wurde in Italien ausgetragen. Man blieb jetzt bei dem K.O.-System nach der Vorrunde. Und wieder verlor der amtierende Weltmeister Argentinien in der Vorrunde überraschend gegen einen Außenseiter, nämlich gegen das westafrikanische Kamerun, die erste afrikanische Mannschaft, die es in das Viertelfinale schaffte, wo sie erst nach Verlängerung gegen England ausschied. Der 42-Jährige Roger Milla, Spielmacher der Kameruner, begeisterte die Fans mit seinem frischen Offensivspiel.

WM der wenigen Tore und Roten Karten

Insgesamt war diese Weltmeisterschaft von harten Kämpfen und sehr wenigen Toren geprägt. Vor allem Weltmeister Argentinien spielte sehr taktisch und erzielte in fünf Spielen nur sieben Tore in der regulären Spielzeit. Defensivtaktiken und insgesamt 16 Rote Karten bestimmen diese eher langweilige Meisterschaft.

DFB-Elf überzeugt

Eine der wenigen Mannschaften, die einen attraktiven Fußball spielten, waren die deutschen Fußballstars, allen voran Matthäus, der 1990 Fußballer des Jahres wurde, aber auch Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Andreas Brehme, Guido Buchwald und Jürgen Köhler überzeugten die Fans in aller Welt. So lief dann auch die Vorrunde bestens an, nur gegen Kolumbien gab Beckenbauers Team einen Punkt ab.

Rijkaard gegen Völler

Das Achtelfinale Niederlande gegen Deutschland ist vor allem bekannt durch die Spuckattacke des Holländers Rijkaard gegen Völler, woraufhin beide den Platz verlassen mussten, was bis heute keiner verstehen kann. Offensichtlich waren die niederländischen Spieler frustriert darüber, dass ihre große Zeit vorbei war und sie auch bei dieser Weltmeisterschaft den Titel nicht holen würden.

Fußballstar Marco van Basten wurden von Jürgen Kohler vollkommen ausgeschaltet. Das deutsche Team siegte souverän mit 2:1. Klinsmann und Brehme waren die Schützen, der späte Elfmeter für die Niederlande war dann nur noch Makulatur.

Argentinier verrechnen sich

Im Halbfinale gewannen Matthäus und Co. dann noch gegen die CSFR (Tschechische Sozialistische Föderalistische Republik) und traf dann im Endspiel wieder auf die Argentinier. Doch diesmal konnte Maradona auch nicht helfen. Die Argentinier schienen allen Ernstes auf ein Elfmeterschießen zu taktieren und hatten praktisch keine Torchancen, während sich die deutsche Mannschaft zahlreiche Tormöglichkeiten erarbeiteten.

Kurioserweise fiel der Siegtreffer für Deutschland in der regulären Spielzeit durch ein Elfmetertor. Elfmeterkiller Goycochea, auf den die Südamerikaner gebaut hatten, konnte dies dann doch nicht verhindern. Damit überholte Deutschland kurzfristig sogar Brasilien (und auch Italien) in der Weltrangliste, die zwar beide auch drei Titel hatten, aber nicht so viele Finalteilnahmen. Die dritte Weltmeisterschaft wurde in ganz Deutschland gefeiert, denn die Wiedervereinigung stand kurz bevor.

Die 15. Fußballweltmeisterschaft wurden in einem Land ausgetragen, in dem Fußball eher nebensächlich ist. Trotzdem wurde sie ein voller Erfolg, noch nie waren so viele Zuschauer zu einer WM gekommen. Die USA hatten es geschafft, ihren Landsleuten das Spektakel zu verkaufen, doch danach war die Euphorie wieder vorbei, heute sind dort wie eh und je Baseball, American Football, Basketball und Eishockey die Top-Sportarten.

Erstmals drei Punkte pro Spiel

Heute ist es normal, doch es ist gar nicht so lange her, als die drei Punkte pro Spiel eingeführt wurden. Jedenfalls spielten wieder 24 Mannschaften in Vorrunden um den Einzug ins Achtelfinale. Deutschland musste in der Vorrunde gegen Spanien zwei Punkte abgeben und hatte große Mühe gegen die Südkoreaner, die nach einem 3:0-Rückstand noch auf 3:2 aufholten. Aber immerhin war Deutschland der einzige Titelverteidiger, der sein Eröffnungsspiel (gegen das harmlose Bolivien) gewinnen konnte.

Kampf und Glück gegen Belgien

Das Achtelfinale gegen Belgien hat man im Allgemeinen als sehr schönes Spiel in Erinnerung, in dem das Stürmerduo Völler-Klinsmann überzeugen konnten. Das 3:2 war dennoch hart zu erkämpfen und endete letztlich glücklich, denn die Belgier hätten noch einen Elfmeter bekommen müssen.

  Stoitschkov, Letschkow ...

Die zuerst überlegene deutsche Mannschaft wurde in der ersten Halbzeit mit einem Elfmeter belohnt. Doch dann verließ sie das Glück, ein Tor von Völler wurde nicht gegeben und anschließend verwandelten die Bulgaren Stoitschkov (per Freistoß) und der HSV-Spieler Letschkow (per Kopf) den schon greifbar nahen Sieg der Deutschen in eine bittere Niederlage.

Brasilien mal wieder

Die Bulgaren wurden trotzdem nur Vierter, aber Stoitschkow zusammen mit dem Russen Salenko Torschützenkönig. Das Endspiel bestritten Italien und Brasilien. Die Südamerikaner konnten die WM aber erst durch Elfmeterschießen für sich entscheiden, ein Novum.

Neu war auch, dass der Kolumbianer Andrés Escobar wegen seines Eigentors gegen die USA später zu Hause in Medellin erschossen wurde. Diego Armando Maradona wurden wegen Dopings gesperrt.

Die 18. WM in Frankreich fand zum zweiten Mal (nach 1938) bei unserem westlichen Nachbarn statt. Diesmal waren es erstmals 32 Teilnehmer auf acht Vorrundengruppen verteilt. Daher kamen aber jetzt nur die Gruppenersten und die Gruppenzweiten ins Achtelfinale.

Gruppensieg mit Unentschieden

Fast schon Standard: Deutschland kommt ins Achtelfinale mit Siegen gegen die USA und den Iran, muss aber ein Patt gegen (Rest-)Jugoslawien einstecken. Bemerkenswert ist auch, dass Deutschland schon wieder eine relativ leichte Gruppe erwischt hatte. Dieses Glück zieht sich durch nahezu alle WM-Vorrunden (und auch Zwischenrunden) bis heute.

Deutschland kam dann auch im Achtelfinale etwas glücklich gegen die stärkeren Mexikaner weiter. Oliver Bierhoff erzielte kurz vor Schluss das 2:1 für die deutsche Elf.

Kroatien nutzt Chance

Deutschland schied trotz der wohl stärksten Leistung im Turnier gegen Kroatien aus. Ein Platzverweis gegen Christian Wörns drehte das Spiel. Kroatien nutzte die Überzahl geschickt aus und kam so zu einem 3:0-Erfolg gegen das älteste Team dieser WM. Bundestrainer Vogts war mit seinen Buben 1996 zwar noch einmal Europameister geworden, es war nun aber wohl Zeit für eine neue Generation.

Vive la France

Brasilien war angetreten als Favorit, der nur gewinnen konnte. Tatsächlich waren die Brasilianer im Turnierverlauf ziemlich beeindruckend, aber im Endspiel letztlich zu sorglos und einfallslos, um gegen der Equipe Tricolore um Zinedine Zidane, Thierry Henry und auch den Torhüter Fabien Barthez etwas entgegenzusetzen.

Die Franzosen wurden unter dem Jubel von 70.000 Franzosen im Stade de France in Paris mit einem satten 3:0 Weltmeister, auch ein Platzverweis gegen Frankreich 20 Minuten vor Schluss konnte die lethargischen brasilianischen Superstars nicht aufwecken.

Die 19. Fußballweltmeisterschaft wurde in Südkorea und Japan ausgetragen. Und Brasilien wurde wieder Weltmeister, wie übrigens immer, wenn sie nicht in Europa spielen. Noch nie ist ein südamerikanisches Land in Europa Weltmeister geworden. Es fand auch noch nie eine WM in Asien statt, und erst 2010 wird eine in Afrika, genauer Südafrika, stattfinden.

Weltmeister torlos raus

Die größte Überraschung war zweifelsohne das torlose Ausscheiden des Titelverteidigers, der zwar auf den genialen, aber verletzten Zidane verzichten musste, aber mit Torschützenkönigen aus drei europäischen Ligen antrat.

Auch Portugal und Argentinien enttäuschten in der Vorrunde. Dagegen waren die Gastgeber Japan (Achtelfinale) und Südkorea (4. Platz) überaus erfolgreich. Auch der dritte Platz für die Türkei sorgte für eine Sensation.

Klassischer Start für Deutschland

Deutschland startete mit einem 8:0 gegen Saudi-Arabien und einem 2:0 gegen Kamerun. Das Unentschieden im dritten Spiel (gegen die Republik Irland) war fast schon Tradition ... Danach folgte ein glanzloser 1:0-Sieg gegen Paraguay im Achtelfinale.

Noch glanzloser wäre fast das Viertelfinale gegen die USA verlaufen. Diese hatten sich ungemein gesteigert und bombardierten das Tor Oliver Kahns, der aber selbst die sichersten Chancen der Nordamerikaner vereitelte und damit zum Held des Spiels wurde. Michael Ballack erlöste dann die deutsche Elf mit einem Kopfballtor zum entscheidenden 1:0.

Schwerer Gegner Südkorea

Der ostasiatischen Gastgeber, auf welche die deutsche Mannschaft im Halbfinale traf, hatte eine unglaubliche Siegesserie hinter sich. Nachdem die Südkoreaner in einer schweren Gruppe mit Portugal, Polen und den erstarkten USA Erster geworden waren, besiegten sie in dramatischen Begegnungen erst Italien, dann Spanien.

Und fast wäre es auch um Rudis Jungs geschehen, das 1:0 (das dritte in Folge) war hart umkämpft und wiederum Oliver Kahn zu verdanken, der bester Spieler der WM wurde. Im Verlauf des Spiels musste Ballack allerdings seine zweite Gelbe Karte des Turniers entgegennehmen, so dass er fürs Finale gegen Brasilien gesperrt war.

Brasilien zeigt wieder Klasse

Im Endspiel 2002 im japanischen Yokohama standen sich zum ersten Mal die beiden erfolgreichsten WM-Teilnehmer aller WM-Turniere gegenüber. Was folgte war ein hochklassiges Spiel, bei dem die Deutschen mit einer glänzenden Leistung gegen die fantastisch aufgelegten Brasilianer aufbegehrten. Doch am glänzendsten aufgelegt war Ballkünstler Ronaldo, der beide entscheidenden Tore schoss.

"Die Welt zu Gast bei Freunden"? Wer hat dieses Motto anfangs nicht belächelt? Doch die Deutschen können auch anders. Die Fußballweltmeisterschaft 2006 ausgetragen in Deutschland ist das bisher erfolgreichste, fröhlichste und weltoffenste Fußballfest, das man sich (eigentlich nicht) vorstellen konnte.

Deutschland spielt frei auf

Und noch was: Die deutsche Fußballnationalmannschaft war ja schon immer für die eine oder andere Überraschung gut. Aber so frei aufgespielt hat sie selten und sie hat vor allem zum ersten Mal alle drei Vorrundenspiele gewonnen.

Nun gut, der Sieg gegen Polen war etwas wacklig, aber mit viel Elan, Kampf- und Teamgeist hat die deutsche Elf den 1:0-Erfolg erzwungen und damit hochverdient. Die Partien gegen Costa Rica und Ecuador waren allerdings sichere Angelegenheiten. Eins ist allerdings beim alten geblieben: Es war eine leichte Gruppe.

Steigerung von Spiel zu Spiel?

Vielleicht ist es das Erfolgsgeheimnis der Turniermannschaft Deutschland, dass die eher leichten Gegner am Anfang ihr immer die Chance gegeben hat, sich von Spiel zu Spiel zu steigern. Wer am Anfang Argentinien und die Niederlande in der Gruppe hat, muss sofort die optimale Leistung bringen und diese dann auch bis zum Schluss halten.

Wie dem auch sei, gegen Schweden im Viertelfinale war Deutschland wieder einen Tick besser und gegen Argentinien im Viertelfinale hat sie gezeigt, dass sie endlich auch wieder große Gegner besiegen kann. Und sie hat wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass sie vor allem beim Elfmeterschießen die Nerven behalten kann.

Weltmeister der Herzen

Noch nie hat die deutsche ein Elfmeterschießen bei einer WM verloren. Allerdings hat sie auch noch nie bei einer WM gegen Italien gewonnen, beide Serien bleiben nach dem 0:2 gegen Italien im Halbfinale ungebrochen. Die etwas stärkeren Italiener konnten ihre Chancen am Ende der Verlängerung nutzen und wurden dann in einem dramatischen Endspiel gegen Frankreich Fußballweltmeister 2006.

Doch das Team von Jürgen Klinsmann hat bis zum Schluss phantastisch in der Weltspitze mitgespielt und sich mit einem schönen Spiel um den dritten Platz verabschiedet. So setzte die deutsche Mannschaft die Tradition fort, bei einer WM immer im Konzert der Großen mitzuspielen. Kein Wunder also, dass das ganze Land die Mannschaft um Jürgen Klinsmann wie einen Weltmeister feiert, denn weltmeisterlich ist die Erfolgsgeschichte des DFB allemal.

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