Zwei NASA-Sonden fotografieren Erde aus interplanetarer Ferne

Vorab-Rekonstruktion der Konstellation Saturn-Erde zum Zeitpunkt
der geplanten Cassini-Aufnahme am 19. Juli 2013. © NASA,
JPL-Caltech
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Vorab-Rekonstruktion der Konstellation Saturn-Erde zum Zeitpunkt der geplanten Cassini-Aufnahme am 19. Juli 2013. © NASA, JPL-Caltech

 

Pasadena (USA) - Am heutigen Freitag, 19. Juli 2013, hat die NASA-Saturn-Sonde "Cassini" erneut die Gelegenheit, die Erde aus interplanetarischer Ferne und direkt neben den Ringen des Saturn zu fotografieren. Zur gleichen Zeit ergibt sich auch für die "MESSENGER"-Sonde, die derzeit den innersten Planeten Merkur erkundet, die seltene Chance einer Aufnahme des Blauen Planeten.

"Zwar hat Cassini die Erde schon zuvor fotografiert. Es wird aber das erste Mal sein, dass solche Aufnahmen gezielt und im Voraus geplant aus mehr als einer Milliarde Meilen Entfernung gemacht werden", erläutert die Cassini-Projektwissenschaftlerin Linda Spilker vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA das Unterfangen und fügt scherzend hinzu: "Wir würden uns wünschen, dass alle Erdenbewohner während der Aufnahme kurz nach draußen gehen und in Richtung Saturn winken."

Ab 21:27 Uhr koordinierte Weltzeit (UTC = 23:27 Uhr Mitteleuropäische Zeit, MESZ) wird die Cassini-Kamera 15 Minuten lang in Richtung Erde gerichtet sein.

Auf den Aufnahmen selbst werden dann Nordamerika und der Atlantik von der Sonne beleuchtet und Richtung Saturn zeigen. Von Europa aus betrachtet, wird der Saturn während der interplanetarischen Fotosession etwa 10 Grad über dem westlichen Horizont im Sternbild Jungfrau stehen und eine Helligkeit von rund 0,8 Mag besitzen.

Aus Sicht der Sonde wird zu diesem Zeitpunkt der Saturn selbst die Sonne verdecken. Es kommt also sozusagen zu einer saturnschen Sonnenfinsternis aus Sicht von Cassini, wodurch die Ringe von hinten beleuchtet werden. Erst diese Gegenlicht-Situation erlaubt es der sensiblen Cassini-Kamera, unbeschadet und ungehindert vom sonst überblendenden Sonnenlicht die Erde als kleinen blauen Punkt knapp außerhalb des sogenannten E-Ringes zu fotografieren.

Was banal klingen mag, ist in Wirklichkeit eine seltene Möglichkeit, da seit Beginn des Raumfahrtzeitalters erst zwei Aufnahmen der Erde von einer Position im äußeren Sonnensystem heraus aufgenommen werden konnten. Die erste dieser Aufnahme gelang vor 23 Jahren der NASA-Sonde "Voyager 1" von jenseits der Neptunbahn (s. folgendes Foto). Die zweite wurde 2006 von Cassini aus dem Saturnsystem heraus gemacht.

Wer im Gegenzug einen fotografischen Gruß an Cassini schicken möchte, kann seine Saturnaufnahmen zur Aufnahmezeit an die NASA-Seite "Wave at Saturn" mailen. Hier sollen diese Aufnahmen - sofern genügend Einsendungen eintreffen - zu einer Fotocollage zusammengefügt werden.

Da Erde und Saturn - und damit Cassini - zum Zeitpunkt der Aufnahme 1,44 Milliarden Kilometer voneinander entfernt sein werden und die zum Einsatz kommende NAC-Kamera über ein Sichtfeld von 0,35 Grad und eine Auflösung von 1024 x 1024 Pixeln verfügt, wird die Erde kaum größer als einige Pixel abgebildet werden. Dennoch versprechen sich die NASA-Astrofotografen anhand des geplanten Mosaiks gemeinsam mit Saturn und dem Ringsystem spektakuläre Ergebnisse.

Inspiriert von dem Vorhaben des Cassini-Teams, untersuchte kürzlich auch das Team der Merkur-Sonde "MESSENGER" zukünftige Möglichkeiten, die Erde vom Merkur aus fotografieren zu können - nur um festzustellen, dass sich eine solche Möglichkeit mit MESSENGER zufälligerweise ebenfalls am 19. Juli 2013 und einen Tag nach dem Cassini-Termin einstellt. Die Aufnahmen der Sonde "MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry, and Ranging" werden am 19. und 20. Juli 2014 jeweils um 11:49 , 12:38 und 13:41 Uhr UTC (also 13:49, 14:28 und 15:41 Uhr MESZ). Vom Merkur aus betrachtet, wird zur Zeit der Aufnahmen Europa, der Nahe Osten und Zentralasien von der Sonne erleuchtet.

Ebenso wie die Cassini-Aufnahmen, so wird es auch angesichts der Erd-Fotos von MESSENGER einige Tage dauern, bis alle Daten vollständig übertragen und bearbeitet werden.

Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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