Lienen: Fußballprofis "werden ausgelutscht"

Lienen: Fußballprofis "werden ausgelutscht"
Bild 1 von 1

Lienen: Fußballprofis "werden ausgelutscht"

 © SID
17.03.2018 - 10:29 Uhr

Der langjährige Fußball-Bundesligaspieler und -trainer Ewald Lienen macht die Terminfülle verantwortlich für den mentalen Stress der Fußballer.

Hamburg (SID) - Der langjährige Fußball-Bundesligaspieler und -trainer Ewald Lienen macht die Terminfülle verantwortlich für den mentalen Stress der Fußballer. Spieler müssten "jetzt bisweilen über 60 Pflichtspiele pro Saison austragen, sie werden ausgelutscht. Dieser Raubbau an der mentalen Kraft der Spieler ist unverantwortlich", sagte der Technische Direktor des Zweitligisten FC St. Pauli dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Nachdem Weltmeister Per Mertesacker dem Spiegel wenige Monate vor seinem angekündigten Karriereende offenbart hatte, wie er unter dem hohen Druck des Profifußballs gelitten habe, kritisierte auch Lienen die überladenen Spielpläne der Profis. "Wir haben es geschafft, das Produkt auszuweiten, um möglichst viel Geld herauszupressen. Und das wird auf dem Rücken der Spieler ausgetragen", sagte der 64-Jährige.

Im Fußball bemühe man sich zu wenig, "völlig wertfrei herauszufinden, wie die Spieler eigentlich ticken. Dadurch gehe vieles im Tagesgeschäft unter, und man habe erst jetzt gelernt, dass die Spieler "vieles dafür tun, ihre wahren Empfindungen zu verbergen."

Seine persönliche Situation öffentlich zu schildern sei eine "sehr mutige Entscheidung" von Per Mertesacker, zu dessen ersten Profitrainern Lienen zählt, gewesen. Dadurch sei die Hemmschwelle niedriger geworden, über das Thema zu reden.

Man dürfe aber nicht generalisieren, dass alle Menschen gleich unter dem Druck leiden. "Die einen brauchen ihn, um Höchstleistungen zu bringen, andere bekommen dadurch Angst", sagte Lienen. Das mache es für Trainer als Führungskräfte so schwierig.

Quelle: 2018 SID (Sport Informationsdienst Neuss)
Kommentare
Top-Themen
Nachdem Bayern München den Gruppensieg in der Champions League mit Mühe ins Ziel gerettet hatte, sparte Hasan ...mehr
Borussia Dortmund hat dank eines Doppelpacks von Raphael Guerreiro doch noch den begehrten Gruppensieg in der ...mehr
Titelverteidiger Real Madrid hat zum Abschluss der Champions-League-Gruppenphase die höchste Heimniederlage seiner ...mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Sport-Höhepunkte
Die Sport-Höhepunkte am Donnerstag, 13. Dezember 2018.mehr
Highlights
Nachdem Bayern München den Gruppensieg in der Champions League mit Mühe ins Ziel gerettet hatte, sparte Hasan Salihamidzic nicht mit Kritik.mehr
Der frühere Box-Weltmeister Markus Beyer ist am Montag gestern nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Nun gibt es erste Erkenntnisse zur Todesursache.mehr
Hingucker
Alica Schmidt steht noch am Anfang ihrer Leichtathletik-Karriere, gilt aber bereits als die "sexieste Athletin der Welt."mehr
Anzeige