Lurz geht mit Schwimmverband hart ins Gericht

Lurz geht mit Schwimmverband hart ins Gericht
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Lurz geht mit Schwimmverband hart ins Gericht

 © SID
11.08.2016 - 10:37 Uhr

Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz hat nach dem erneuten Debakel der deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen in Rio Alarm geschlagen.

Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz hat nach dem erneuten Debakel der deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Alarm geschlagen. "Es hat sich nichts getan", sagte der 36-Jährige. Nach dem enttäuschenden siebten Platz von Weltmeister Marco Koch über 200 m Brust droht dem Deutschen Schwimm-Verband wie vor vier Jahren in London eine Medaillen-Nullnummer.

"Wir spielen im Schwimmsport keine Rolle mehr", bilanzierte der zwölfmalige Weltmeister, der im vergangenen Jahr seine Karriere beendet hatte.

"Die Strukturen sind unprofessionell", kritisierte der Olympiazweite von 2012 über zehn Kilometer und attackierte die Verantwortlichen im Verband: "Es fehlt die Transparenz. Keiner weiß, wo es langgeht." Der Würzburger griff auch die langjährige Präsidentin Christa Thiel an. "Sie repräsentiert den DSV international gut. Aber im Marketing liegt so viel brach, das ist eine Katastrophe", sagte er. Nach 16 Jahren im Amt hat Thiel noch offen gelassen, ob sie bei den Präsidiumswahlen im Herbst erneut kandidieren wird.

Buschkow und Lambertz bekommen ihr Fett weg

Auch den scheidenden Leistungssportdirektor Lutz Buschkow, der am Jahresende nach acht Jahren seinen Job aufgibt, schloss Lurz in seine Kritik ein. "Was macht der Sportdirektor eigentlich? Wir müssten schon längst an Tokio 2020 denken", sagte er. Bundestrainer Henning Lambertz, der nach dem Desaster von London zum Chefcoach aufgestiegen war, nahm Lurz dagegen in Schutz. "Er ist ein super Trainer, das steht außer Frage. An seiner Kompetenz gibt es keinen Zweifel. Er war immer erfolgreich", meinte er, fragte aber: "Ist er als Bundestrainer in diesen Strukturen richtig aufgehoben?"

Dem DSV fehle ein umfassendes Konzept, monierte Lurz: "Die Schwimmer haben bei Olympia einen Riesendruck, weil sie nicht wissen, was die Zukunft bringt. Die Trainer sitzen auf der Tribüne und zittern um ihren Job. Niemand ist beruflich abgesichert."

Lambertz denkt nicht daran, "das sinkende Schiff zu verlassen"

Lambertz selbst äußerte, dass er seinen Posten wohl nicht aufgeben wolle: "Ich denke nicht darüber nach, das sinkende Schiff zu verlassen", sagte der 45-Jährige: "Aber ich muss erst mal abwarten, ob man mit mir noch vier Jahre weiterarbeiten will. Unterschrieben ist noch nichts." 

Lambertz, der das Amt nach dem ähnlich enttäuschenden Olympia-Debakel von London übernommen hatte, besitzt beim Deutschen Schwimm-Verband noch einen Vertrag bis Ende des Jahres. DSV-Präsidentin Christa Thiel hatte ihm aber bereits vor Olympia eine Jobgarantie ausgestellt: "Er wird seine Vertragsverlängerung bekommen."

 

Quelle: 2016 SID (Sport Informationsdienst Neuss)
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