Nach Dürr-Beichte: Langläufer wehren sich gegen Generalverdacht

Nach Dürr-Beichte: Langläufer wehren sich gegen
Generalverdacht
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Nach Dürr-Beichte: Langläufer wehren sich gegen Generalverdacht

 © SID
18.01.2019 - 14:05 Uhr

Die deutschen Skilangläufer Jonas Dobler und Lucas Bögl wehren sich nach der Dopingbeichte von Johannes Dürr gegen einen Generalverdacht.

München (SID) - Die deutschen Skilangläufer Jonas Dobler und Lucas Bögl wehren sich nach der Dopingbeichte des Österreichers Johannes Dürr gegen einen Generalverdacht gegenüber ihrer Sportart. "Nur weil man Weltmeister wird, hat man nicht automatisch gedopt. Es ist unfair allen sauberen Athleten gegenüber, einen Generalverdacht im Langlaufsport allgemein zu schüren", schrieb Dobler (27) bei Facebook. Er selbst sei "jahrelang von Dürr betrogen worden".

Der 2014 überführte Dürr hatte in ARD-Reportage "Die Gier nach Gold - Der Weg in die Dopingfalle" erklärt, der Sprung an die Weltspitze sei für ihn ohne Doping nicht möglich gewesen. Dem widersprach auch der Deutsche Skiverband (DSV). "Wenn Herr Dürr erklärt, dass es nur mit Betrug und Doping möglich ist, Spitzensport zu betreiben, dann entspricht das definitiv nicht der Philosophie des DSV. Deswegen distanzieren wir uns ganz klar von solchen Aussagen und Praktiken", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach dem SID.

Dobler bezeichnete es derweil als ärgerlich, dass der Österreicher Dürr ein Plattform erhalten habe. "Ein überführter Doper versucht hier Aufmerksamkeit zu bekommen und alle unter Generalverdacht zu stellen", schrieb der 28-Jährige weiter.

Dobler betonte derweil, dass Dürr Täter sei, nicht Opfer. "Es ist ein klares Zeichen von Charakterschwäche, wenn man andere absichtlich betrügt und sich nicht eingestehen kann, dass es für einen persönlich trotz des vielen Trainings vielleicht nicht zum Weltmeister reicht. So geht es Hunderten anderen auch im Leistungssport", schrieb er.

Sowohl Dobler als auch Bögl betonten zudem aus eigener Erfahrung, dass das Training unter dem deutschen Trainer Bernd Raupach ohne Doping zu bewerkstelligen gewesen sein. "Selbst wenn es das für einen Athleten nicht wäre, ist das kein Grund oder eine Ausrede zu dopen", so Bögl. Dürr hatte sich nach dem harten Training unter Raupach nach eigenen Angaben die Frage gestellt, ob man "wirklich so verrückt trainieren müsse, um Weltspitze zu sein".

Quelle: 2019 Sport-Informations-Dienst, Köln
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