Angeblich Prostituierte gewürgt: Jan Ullrich in Frankfurt vorläufig festgenommen

Angeblich Prostituierte gewürgt: Jan Ullrich in Frankfurt
vorläufig festgenommen
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Angeblich Prostituierte gewürgt: Jan Ullrich in Frankfurt vorläufig festgenommen

 © SID
10.08.2018 - 17:20 Uhr

Jan Ullrich ist am Freitagmorgen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung an einer Prostituierten vorläufig festgenommen worden.

Frankfurt/Main (SID) - Der frühere Radstar Jan Ullrich ist am Freitagmorgen in Frankfurt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung an einer Prostituierten vorläufig festgenommen worden. Das bestätigten Staatsanwaltschaft und die Polizei Frankfurt. Gegen den 44-Jährigen wurde zunächst wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ullrich wurde allerdings am Freitagnachmittag wieder entlassen, weil "die Voraussetzungen für eine Inhaftierung nicht vorliegen".

Es soll "zum Streit und zu einem körperlichen Angriff auf eine Frau" gekommen sein. Hierbei soll "der Beschuldigte sie gewürgt haben, bis ihr schwarz vor Augen wurde", teilte die Staatsanwaltschaft am Freitagmittag zum Stand der Ermittlungen dem SID mit.

Der Vorfall hatte sich in einem Nobelhotel im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zugetragen. Dort hatte sich Ullrich mit der Prostituierten getroffen, dabei sei es zum Streit gekommen. Die 31-Jährige habe sich befreien und die Polizei informieren können, Ullrich leistete gegen seine Festnahme Widerstand.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand sehe die Staatsanwaltschaft "keinen dringenden Tatverdacht wegen versuchten Totschlags, sodass aktuell kein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt wird", hieß es in der Stellungnahme von Oberstaatsanwältin Nadja Niesen weiter.

Niesen, die am Nachmittag vor die Presse trat, betonte aber auch, dass die Ermittlungen noch andauerten. Neben der Geschädigten sollen "weitere Zeugen" vernommen werden, Ullrich selbst sei zunächst "nicht vernehmungsfähig" gewesen. Kurze Zeit später erklärte eine Polizeisprecherin, dass Ullrich "rechtliches Gehör gegeben" worden sei und er "von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht" habe. Ullrich habe laut Niesen "zur fraglichen Tatzeit unter massivem Alkohol- und Drogeneinfluss" gestanden.

Auf Totschlag steht eine Strafe von fünf bis 15 Jahren, wobei im Fall Ullrich dem Vorwurf zufolge nur ein Versuch vorliegt, der erheblich strafmindernd wirken würde. Gefährliche Körperverletzung wird mit sechs Monaten bis zehn Jahren Gefängnis geahndet, verminderte Schuldfähigkeit oder Schuldunfähigkeit können strafmindernd wirken. Wolfgang Hoppe, der Anwalt des Tour-de-France-Siegers von 1997, wollte sich zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten auf SID-Anfrage nicht äußern. 

Ullrich hatte Anfang August für negative Schlagzeilen gesorgt. Der frühere Radstar war auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca nach einem Zwischenfall auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger vorübergehend festgenommen worden.

Quelle: 2018 SID (Sport Informationsdienst Neuss)
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