Bayern München mit erstem "Cyber-Training" zufrieden

Hat das erste «Cyber-Training» mit den Spielern des FC Bayern
München geleitet: Trainer Hansi Flick.
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Hat das erste «Cyber-Training» mit den Spielern des FC Bayern München geleitet: Trainer Hansi Flick.

 © Sven Hoppe

Die Stars schauen auf ihre Tablets - und lauschen den Anweisungen von Trainer Hansi Flick. Mit "Cyber-Trainings" will der deutsche Fußball-Rekordmeister sein Ensemble in Form halten. Abseits der Einheiten bleibt eine große Herausforderung.

München (dpa) - Mit dem ersten "Cyber-Training" seiner Stars zeigte sich Hansi Flick zufrieden. Der Trainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters erlebte ein motiviertes Ensemble, tauschte sich zudem mit kleinen Spieler-Gruppen auch über Video-Calls aus.

"Wir müssen alle versuchen, positiv mit der Lage umzugehen, wir Trainer, unser gesamtes Funktionsteam, die Spieler", erklärte der 55-Jährige, der auch auf eine weitere Verschärfung der Situation eingestellt wäre. "Wir sind auch vorbereitet für eine denkbare Ausgangssperre, dafür haben wir Home-Office-Lösungen erarbeitet."

Die Münchner entschieden sich zunächst einmal gegen die Option, die Profis in Kleingruppen an der Säbener Straße schwitzen zu lassen. In Absprache mit dem Trainerteam habe man darauf verzichtet, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf der Internetseite des Clubs. "Unsere Spieler trainieren derzeit von zu Hause aus. Wir versuchen auch hier Vorbild zu sein, weil ich das Gefühl habe, dass es immer noch Menschen gibt, die vielleicht nicht umfänglich verstanden haben, wie ernst die Lage ist."

Bei der von Flick und von Fitness-Leiter Holger Broich als "Cyber-Training" titulierten Einheit stand Stabilitätstraining im Vordergrund. Zum Abschluss gab es eine intensive Belastung auf den Spinning-Bikes, mit denen der Club die Stars ausgestattet hatte. "Alle können den Trainer auf ihrem Tablet sehen, um so auch alle Übungen durchführen zu können, die wir von der Säbener Straße aus übertragen", berichtete Flick.

Über die Sozialen Netzwerke präsentierten sich die Stars an vorangegangenen Tagen wiederholt ihren Fans - auch beim Sport. Robert Lewandowski zeigte sich etwa mit Töchterchen Klara beim Liegestütz, Thomas Müller beim Seitstütz mit Hund. Jérôme Boateng trickste und kickte mit einer Klopapierrolle.

Insgesamt ist nach Angaben des wissenschaftlichen Leiters Broich vor allem "Erhaltungstraining" angesagt. "Die Fitness kann man im virtuellen Raum mit Funktionsgymnastik, Kraft- und Ausdauertraining gut steuern", sagte Broich.

Überwachung funktioniert auch aus der Ferne. "Die Jungs sind mit den Fitness-Erfassungsuhren ausgerüstet. Das heißt, wir bekommen alle relevanten Daten jedes Spielers, wie etwa die Herzfrequenz, auf unsere Monitore an der Säbener Straße. Die Erfassung der Leistung ist mit diesem System problemlos möglich, aber eben nur die Athletik, nicht alles", beschrieb Broich die Hightech-Bedingungen. Die medizinische Abteilung hat so weiter einen guten Überblick über den Zustand der Stars.

Nach der Einheit am Vortag sollen die Stars per Video noch weiter verbunden geblieben sein, sie hätten noch einige Zeit miteinander gesprochen. "Deshalb sind die Videotrainingskonferenzen wichtige Gemeinschaftserlebnisse in dieser Zeit", sagte Broich.

Abseits des Trainings bleibt die finanzielle Herausforderung auch für den Liga-Krösus groß. "Der FC Bayern hat sicher gut gewirtschaftet in den vergangenen Jahren, was ihn in die Lage versetzt, auch Krisen zu meistern", sagte Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen.

Allerdings werde die zu bewältigende Situation für den FC Bayern wie für andere Unternehmen bei einer länger andauernden Krise noch schwieriger. "Natürlich müssen wir die sich stetig verändernde Lage immer wieder neu einschätzen und können daher heute noch nicht sagen, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen bei einer Verschärfung der Lage sein werden", führte Dreesen aus.

Der finanzstärkste Bundesliga-Verein erzielte in der Vorsaison, die sportlich mit dem Double endete, im Gesamtkonzern einen Umsatz von 750,4 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 52,5 Millionen Euro.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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