Fortschritt oder Stillstand? Bayer sinniert über 0:0

Leverkusens Mitchell Weiser (l) und Charles Kaboré von FK
Krasnodar kämpfen um den Ball. Foto: Marius Becker
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Leverkusens Mitchell Weiser (l) und Charles Kaboré von FK Krasnodar kämpfen um den Ball. Foto: Marius Becker

 © Marius Becker
15.02.2019 - 11:14 Uhr von Dietmar Fuchs, dpa

Bayer Leverkusen nimmt nach dem Europacup-Comeback von Trainer Peter Bosz Kurs auf das Achtelfinale der Europa League. Das 0:0 beim russischen Tabellenzweiten FK Krasnodar dürfte vor dem Rückspiel eher für die Werkself sprechen.

Krasnodar (dpa) - Es war sehr ruhig auf dem fast vierstündigen Flug aus dem Süden Russlands in das noch nächtliche Köln.

In den vorderen Sitzreihen schienen Leverkusens Trainer Peter Bosz und Sport-Geschäftsführer Rudi Völler zu sinnieren, wie sie denn den Wert des vorangegangenen 0:0 beim Europa-League-Gegner FK Krasnodar einordnen sollten. In der Mitte des Airbus lenkten sich einige der jüngeren Bayer-Profis beim Kartenspiel von derlei Gedanken ab.

Fortschritt, Stillstand, Weiterentwicklung - oder was? Eine einzige Partie reicht in dieser Saison einfach nicht aus, um bei Bayer feststellen zu können, in welche feste Richtung es denn geht. Immerhin: Es sieht so aus, als ob nach dem Wechsel von Heiko Herrlich zu Bosz mehr Stabilität da ist und es dem Team wieder richtig Spaß macht, Fußball zelebrieren zu wollen. Das 3:1 gegen die Bayern und das 5:1 von Mainz in der Bundesliga geben Zeugnis hiervon.

Aber dann gibt es wieder Leistungsschwankungen, die auch in Krasnodar nicht verborgen blieben. Manchmal habe die Mannschaft im Spielaufbau "schlampig" gearbeitet, sagte Offensivmann Julian Brandt, vor allem mit Blick auf die ersten 45 Minuten. "Ordentlich" sei das Ganze gewesen, bemerkte Völler zurückhaltend. Ihm fiel aber gleichfalls auf, dass es viele leichte Ballverluste gegeben habe.

Bosz brachte es schließlich auf den Punkt. Der 55-Jährige aus den Niederlanden stellte bei seiner schnellen Analyse des 0:0 in seinem zentralen Satz fest: "Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem Resultat." Das konnte er auch nicht sein, ist ein torloses Auswärts-Remis in einem Europacup für den Gastgeber der entscheidenden zweiten Begegnung häufig ein gefährliches Ergebnis - weil dann eben unbedingt gewonnen werden muss.

"Wir müssen uns vom allerbesten Gesicht zeigen" - mit diesen Worten forderte Völler vom Bosz-Ensemble für den kommenden Donnerstag schon jetzt einen über die gesamte Spielzeit klar besser strukturierten Auftritt. Dass sie es können, haben sie mit den Coups gegen die Bayern und in Mainz zuletzt eindrucksvoll bewiesen.

Diese Erfolge und das 3:0 in Wolfsburg haben Bosz nach dessen 0:1-Einstand gegen Mönchengladbach eine Serie von drei Bundesligasiegen gesichert. Wenn nun am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf ein vierter Liga-Sieg gelänge, könnte bei Bayer so langsam wieder mit dem Erreichen des Saisonziels spekuliert werden. Und das war schon unter dem im Dezember beurlaubten Herrlich ein Platz in der Königsklasse.

Generell sprachen die Verantwortlichen zuletzt gern vom "guten Weg" des Teams unter Bosz. Indes, das ist ihnen auch klar: Der Talentschuppen wird, und das hielt Sportdirektor Simon Rolfes schon vor dem 0:0 in Krasnodar fest, immer mal wieder Situationen wie die des Ausscheidens im DFB-Pokal beim Zweitligisten 1. FC  Heidenheim erleben. Entwicklung braucht Zeit - und manchmal auch Rückschläge.

Quelle: dpa-infocom GmbH
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