Bei erneutem Rassismus-Vorfall: Englands Spieler planen Boykott

Bei erneutem Rassismus-Vorfall: Englands Spieler planen
Boykott
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Bei erneutem Rassismus-Vorfall: Englands Spieler planen Boykott

 © SID

Die englische Nationalmannschaft will im Fall rassistischer Beleidigungen beim anstehenden EM-Qualifikationsspiel geschlossen den Platz verlassen.

Köln (SID) - Die englische Fußball-Nationalmannschaft will im Fall rassistischer Beleidigungen beim anstehenden EM-Qualifikationsspiel in Bulgarien geschlossen den Platz verlassen. Das sagte Offensivspieler Tammy Abraham (22) im Gespräch mit englischen Medien. "Niemand will so etwas im Fußball", sagte der 22-Jährige, der vor seinem Debüt für die Three Lions steht: "Es betrifft nicht nur eine Person, es betrifft das ganze Team. Wenn wir entscheiden, dass wir aus diesen Gründen nicht auf dem Platz bleiben wollen, dann gehen wir als Team in die Kabine."

Die Begegnung in Sofia am Montag (20.45 Uhr) steht im Blickpunkt, weil bulgarische Anhänger in den Spielen gegen Tschechien und den Kosovo im Juni durch rassistische Entgleisungen auffällig geworden waren. Die Europäische Fußball-Union UEFA bestrafte dies, unter anderem gegen England werden Teile des Stadions geschlossen bleiben.

Mannschaftskapitän Harry Kane habe das Boykott-Thema im Rahmen einer Teamsitzung am vergangenen Montag angestoßen. Auch Nationaltrainer Gareth Southgate stand dem Plan demnach offen gegenüber - obwohl ein solches Vorgehen den UEFA-Regularien widerspricht.

Diese sehen bei rassistischen Vorfällen einen dreistufigen Plan vor: Zunächst soll der Schiedsrichter eine Durchsage über die Stadionlautsprecher veranlassen. Als nächstes wäre eine Spielunterbrechung vorgesehen, erst in einem dritten Schritt soll ein möglicher Spielabbruch erfolgen.

Darauf wolle das Team im Ernstfall aber keine Rücksicht nehmen, sagte Abraham: "Wir würden dann dem englischen Verband oder wem auch immer überlassen, was danach passiert, wie das Spiel gewertet wird. In dem Moment würde es nur darum gehen, der Welt zu zeigen, dass wir eine Mannschaft sind und dass wir nicht für dumme Beleidigungen stehen."

Quelle: 2019 Sport-Informations-Dienst, Köln
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