Klinsmann erklärt Rücktritt als Hertha-Coach - Nouri Interimsnachfolger

Klinsmann erklärt Rücktritt als Hertha-Coach - Nouri
Interimsnachfolger
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Klinsmann erklärt Rücktritt als Hertha-Coach - Nouri Interimsnachfolger

© SID

Jürgen Klinsmann hat nach nur 76 Tagen überraschend sein Amt als Trainer bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC zur Verfügung gestellt.

Berlin (SID) - Nach "langer Überlegung" sei der 55-Jährige zu der Überzeugung gekommen, von seinem Amt beim Fußball-Bundesligisten zurückzutreten. Dies kündigte er auf seinem Facebook-Account an. Klinsmann-Berater Roland Eitel bestätigte auf SID-Anfrage die Demission des Ex-Bundestrainers bei Hertha

Interimsnachfolger wird der bisherige Klinsmann-Assistent Alexander Nouri. "Wir sind von dieser Entwicklung am Morgen überrascht worden. Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen. Über die weiteren Entwicklungen werden wir zu gegebener Zeit informieren", sagte Manager Michael Preetz in einer Erklärung von Hertha BSC.

Klinsmann fehlte offenbar im Abstiegskampf die nötige Unterstützung im Verein. "Als Cheftrainer benötige ich allerdings für diese Aufgabe, die noch nicht erledigt ist, auch das Vertrauen der handelnden Personen", schrieb Klinsmann. Gerade im Rennen um den Klassenerhalt seien Einheit, Zusammenhalt und Konzentration enorm wichtig. Der Weltmeister von 1990 und EM-Champion von 1996 will aber seine  "ursprünglich langfristig angelegte Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied" in Berlin fortsetzen.

Klinsmann hatte das Traineramt erst Ende November von Ante Covic übernommen, nachdem dieser mit dem Klub in den Tabellenkeller gerutscht war. In neun Bundesliga-Spielen holte der frühere Welt- und Europameister zwölf Zähler. Im DFB-Pokal unterlagen die Berliner im Achtelfinale in der vergangenen Woche bei Schalke 04 mit 2:3 nach Verlängerung. 

Vor seinem Engagement in Berlin war Klinsmann vom 29. Juli 2011 bis 21. November 2016 als Nationaltrainer der USA tätig gewesen. Hertha war von ihm immer wieder als "Big City Club" bezeichnet worden, er wollte langfristig die Alte Dame in die Champions League führen. 

Im Januar hatte er in einem Interview mit der Bild am Sonntag und Welt am Sonntag seine Planungen erklärt: "Erster Schritt: Weg vom Tabellenkeller, durchatmen. Zweiter Schritt: Nächste Saison die Europa League erreichen. Dritter Schritt: In drei bis fünf Jahren um die Meisterschaft mitspielen und in die Champions League kommen." Er wisse, "dass bei dieser Planung schnell das Wort 'Größenwahn' fällt. Aber mit Größenwahn hat das mal gar nichts zu tun". Am 11. Februar war die Trainer-Ära von Klinsmann an der Spree bereits beendet.

"Die Anhänger, die Spieler und die Mitarbeiter sind mir in dieser Zeit natürlich ans Herz gewachsen und deshalb werde ich weiter mit der Hertha fiebern. Ich freue mich weiterhin auf viele Begegnungen in der Stadt oder im Stadion", betonte Klinsmann bei Facebook.  

Quelle: 2020 Sport-Informations-Dienst, Köln
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