Misslungener Jahresauftakt: Nur Dürr kommt durch
Beim Riesenslalom in Kranjska Gora ist die Münchnerin als 18. beste Deutsche. Es gewinnt Camille Rast aus der Schweiz, die mit Trauerflor fährt.
Lena Dürr warf ein wenig enttäuscht den Kopf in den Nacken, dann musste sie erst mal tief durchatmen: Im ersten Rennen des neuen Jahres konnte auch die erfahrene Münchnerin eine Enttäuschung für die deutschen Skirennläuferinnen nicht verhindern. Beim Riesenslalom im slowenischen Kranjska Gora belegte Dürr Rang 18, ihre drei Teamkolleginnen Jana Fritz, Fabiana Dorigo und Emma Aicher waren bereits im ersten Lauf zu langsam gewesen, um sich für das Finale zu qualifizieren.
Dürr hatte auf der traditionsreichen, eisigen Piste "Podkoren 3" in beiden Durchgängen große Probleme. Im ersten Lauf war sie bereits "am dritten Tor zu spät dran" gewesen und deshalb nicht in den Rhythmus gekommen. Auch im Finale misslangen ihr zahlreiche Schwünge, und "die ziehen dann halt Geschwindigkeit", sagte Dürr im ZDF. Entmutigen lassen wollte sie sich aber nicht: "Morgen geht's weiter, Slalom, ich freue mich drauf", ergänzte die 33-Jährige.
Statt sich zu verbessern, fiel Dürr im Finale von Rang 13 noch fünf Plätze zurück - 3,44 Sekunden fehlten ihr am Ende auf die Zeit von Camilla Rast aus der Schweiz: Die Slalom-Weltmeisterin, in den vergangenen drei Rennen jeweils Zweite, feierte ihren dritten Sieg im Weltcup. Julia Scheib aus Österreich lag 0,20 Sekunden zurück, die WM-Dritte Paula Moltzan (USA) 0,47 Sekunden. Für Rast war es der erste Erfolg in einem Riesenslalom.
Nach der Zieldurchfahrt zeigte Rast auf einen Trauerflor an ihrem linken Arm, den sie in Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana trug. "Ich denke an alle trauernden Familien, ich bin für sie gefahren", sagte die 26-Jährige. Rast stammt aus Vétroz im Kanton Wallis, der Ort ist rund 40 Kilometer von Crans-Montana entfernt.