Cannes: Buh-Rufe bei Netflix-Film "Okja"

Jake Gyllenhaal ist in "Okja" kaum zu erkennen
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Jake Gyllenhaal ist in "Okja" kaum zu erkennen

 © Netflix
19.05.2017 - 16:55 Uhr

Nein, in Cannes ist man derzeit nicht gut auf Netflix zu sprechen. Das beweist das buhende Premierenpublikum der Eigenproduktion "Okja".

Nicht nur Teile der Jury der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes sind über Netflix erbost. Auch das französische Presse-Publikum hat seinen Unmut über den Streaming-Anbieter geäußert - mit Buh-Rufen! Die Weltpremiere des Films "Okja" mit Tilda Swinton (56) und Jake Gyllenhaal (36), der von Netflix produziert wurde, musste daraufhin sogar unterbrochen werden. Allerdings lag das nicht an den Unmutsbekundungen, sondern an technischen Problemen, wie US-Medien berichten.

Bereits als im Vorspann das Netflix-Logo auftauchte, begannen die ersten Zwischenrufe, wie ein Mitschnitt eines Augenzeugens auf Twitter belegt. Jedoch ärgerte sich das Publikum wenig später wesentlich mehr, als es feststellte, dass von den Veranstaltern offenbar das falsche Format eingestellt worden war und es die Köpfe und Füße der Schauspieler nicht auf die Leinwand schafften. Nur ein paar Minuten später wurde der Film schließlich unterbrochen. Inzwischen hat sich die Festivalleitung für den Vorfall entschuldigt.

Der südkoreanische Regisseur des Streifens, Bong Joon-ho (47), nahm die Sache bei der anschließenden Pressekonferenz gelassen. Er sei gar glücklich über das, was bei der Vorführung passiert sei. Denn so konnte das Publikum die Eröffnungssequenz zweimal sehen. Dort würden sehr wichtige Dinge passieren, erklärte er.

Ohne Kino kein Cannes

Warum man in Frankreich nicht gut auf Netflix zu sprechen ist, liegt auf der Hand. Denn eigentlich darf dort ein Film erst 36 Monate nach dem Kinostart als Stream zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise sollen heimische Kinos geschützt werden. Doch um dies zu umgehen, entschied man sich bei Netflix, "Okja" erst gar nicht ins französische Kino zu bringen. So auch beim zweiten Netflix-Wettbewerbsfilm, "The Meyerowitz Stories", von Noah Baumbach (47). Das sorgte für Unmut in den Festival-Kreisen. Bei den kommenden Festspielen dürfen nur noch Filme antreten, die auch im Kino gezeigt werden.

Quelle: spot on news AG
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