Tim Oliver Schultz: "Ich bin schon ein Anführertyp"

Leo (Tim Oliver Schultz, rechts) wird durch Benni (Jürgen Vogel)
zum Anführer einer Krankenhaus-Gang
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Leo (Tim Oliver Schultz, rechts) wird durch Benni (Jürgen Vogel) zum Anführer einer Krankenhaus-Gang

 © Universum Film GmbH
14.02.2019 - 15:30 Uhr

Vom TV-Bildschirm auf die große Kinoleinwand: "Der Club der roten Bänder - Wie alles begann" erzählt die Vorgeschichte der Vox-Serie. Was Tim Oliver Schultz mit seiner Rolle Leo gemeinsam hat und was ihn an Jürgen Vogel beeindruckt, erzählt er im Interview.

Einen Anführer, einen zweiten Anführer, einen Hübschen, einen Schlauen, den guten Geist und das Mädchen - diese Menschen braucht jeder Club. Das weiß auch Leo. Deshalb scharrt der krebskranke Junge seine Krankenhausgenossen Jonas, Emma, Alex, Toni und Hugo um sich und gründet den "Club der roten Bänder". Doch durch welche Schicksale wurden die Jugendlichen zusammengeführt?

Der Film "Club der roten Bänder - Wie alles begann", der an diesem Donnerstag im Kino startet, gibt eine Antwort darauf und erzählt die Vorgeschichte zur erfolgreichen Vox-Serie. Drei Staffeln und einen Kinofilm lang spielte Tim Oliver Schultz (30, "Systemfehler - Wenn Inge tanzt") den Anführer der Clique. Wie er seine Rolle Leo für die große Leinwand ganz neu kennengelernt hat, was er mit ihr gemeinsam hat und was er sich von Kollege Jürgen Vogel (50) abgeschaut hat, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Haben Sie beim Dreh für den Kinofilm noch eine neue Seite an Leo kennengelernt?

Tim Oliver Schultz: Ich habe bewusst ganz neue Seiten gesucht und gefunden. Mir war wichtig, dass es eine Transformation von Leo im Film gibt, von einem Jungen zu einem Kämpfer, zu einem Rudelsführer, der anderen Menschen Kraft gibt, durch eine wahnsinnig schwere Krankenhauszeit zu kommen.

Welche Rolle würden Sie selbst in einer Clique einnehmen?

Schultz: Ich werde von den anderen immer hämisch belächelt, aber ich würde schon sagen, ich bin ein Anführertyp, mindestens der zweite Anführer (lacht). Ich weiß nicht, was es sonst wäre. Vielleicht hat sich das auch durch den Club entwickelt: Wenn man über vier Jahre hinweg eine Rolle spielt, fließt davon etwas in seinen persönlichen Charakter ein.

Gab es Zweifel, die Serie zu einem Film zu machen?

Schultz: Zweifel nicht, aber ich war natürlich sehr gespannt, was da jetzt kommen sollte. Wir haben mit der Beerdigung und was danach kommt ein sehr gutes Ende mit der dritten Staffel gefunden. Aber dann hieß es, es wird die Vorgeschichte erzählt und das fand ich cool.

Wieso eignet sich gerade die Vorgeschichte der Serie als Grundlage für einen Kinofilm?

Schultz: Für mich war die Geschichte über Benni ausschlaggebend, die uns Albert Espinosa erzählt hat, auf dessen Lebensgeschichte die Serie basiert. Benni war die wichtigste Figur in seinem Leben und er hat noch nie von ihm erzählt. Der Kinofilm zeigt, wie Benni Leonard zu Leo und damit zu einem Anführer macht.

Benni wird von Jürgen Vogel gespielt. Wie war es mit ihm zu drehen?

Schultz: Was für ein cooler Typ! So intensiv von ihm zu lernen und mit ihm diese Krankenhauszeit zu rocken, war etwas ganz Besonderes. Diese Lässigkeit und Lockerheit, die man bei Jürgen spürt, habe ich mir zu Herzen genommen und habe jetzt tatsächlich mehr Grundvertrauen in mich selbst.

Dagegen hatten Sie mit den anderen Club-Mitgliedern nur wenig gemeinsame Drehzeit im Vergleich zur Serie. War das nicht schade?

Schultz: Man hatte dadurch Zeit, sich auf sich selbst zu besinnen und weniger klassenfahrtmäßig herumzualbern. Es war total spannend und sehr schön für mich, die Geschichten der Anderen am Ende im Film zu sehen, was Toni mit seinen Eltern und seinem Opa erlebte oder Jonas mit seinem Bruder. Am Ende kommt alles zusammen und dann stellt sich nicht mehr die Frage, ob das ein waschechter Club-Film ist.

Was nehmen Sie persönlich aus der "Club"-Zeit mit?

Schultz: Die Beschäftigung mit Tod, mit Krankheit, mit Leben und Freundschaft hat mir ganz schön viel Dankbarkeit beigebracht. Ich fluche auch über irgendwelche blöden Sachen aber ärgere mich weniger über lapidares Zeug. Wenn man sich zum Beispiel über schlechtes Wetter beschwert, denke ich mir oft: lächle es weg; es gibt so viel furchtbarere Dinge auf der Welt!

Wie geht es beruflich für Sie weiter?

Schultz: Am 16. Februar kommt der Liebesfilm "Ein Song für Mia" auf ARD, in dem ich wieder mit Paula Kalenberg spiele und selber auch singe. Im August kommt dann Benjamin Blümchen in die Kinos, wo ich als singender Wärter Karl im Blaumann und mit Ukulele und Schubkarre zu sehen bin. Da freue ich mich krass drauf, ich bin der größte Benjamin-Blümchen-Fan! Ansonsten stehen dieses Jahr wieder spannende neue Projekte an, unter anderem ein Superheldenfilm für Netflix.

Ist das Singen dann auch eine große Leidenschaft von Ihnen?

Schultz: Ich singe wirklich nur für mich und ab und zu auch in Filmen. Ich singe sehr gerne, beschäftige mich leidenschaftlich gern mit Instrumenten, aber ich bin leider zu untalentiert, um das beruflich und richtig professionell zu machen.

Quelle: spot on news AG
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