"Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen": Eine bittersüße Liebe

"Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen" ist die Verfilmung
des gleichnamigen Romans von Fiona Shaw.
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"Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Fiona Shaw.

© Capelight Pictures

Zwei Frauen, die einander begehren, und eine Stadt, die zu klein für Geheimnisse ist: "Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen" erzählt eine betörende Liebesgeschichte.

"Du musst den Bienen deine Geheimnisse verraten, dann fliegen sie nicht davon", erklärt die Ärztin Jean Markham (Anna Paquin. "True Blood") dem kleinen Charlie (Gregor Selkirk). Die Bienen bewahren sie, bei ihnen sind sie sicher, während in einer schottischen Kleinstadt der frühen 1950er-Jahre kein Geheimnis lange währt. Jeder weiß von Jeans Vergangenheit und wieso sie den Ort verließ. Dass sie nun, zu Beginn von "Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen", als Ärztin zurückgekommen ist und in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters tritt, wird eher zähneknirschend toleriert als akzeptiert. Denn in Jeans alter Heimat kann nicht sein, was nicht sein darf. Und schon gar nicht darf sich eine zarte, unendlich langsam beginnende Romanze zwischen Charlies Mutter Lydia (Holliday Grainger, "Meine Cousine Rachel") und Jean entwickeln.

Aber beide Frauen kreisen umeinander, und das mehr denn je, als Jean Mutter uns Sohn einlädt, bei ihr zu wohnen. Für Charlie beginnen verwirrende Zeiten. Er sieht und erlebt Dinge, die er erst im Rückblick als erwachsener Mann wirklich verstehen kann, während er sich mit den Bienenstöcken in Jeans Garten befasst und die letzten Momente jener Unschuld auskostet, die in der Kindheit irgendwann verloren geht. Die Bienen und seine Fürsorge für sie sind fast alles, das dem jungen Charlie in einer schwierigen Zeit Momente des Glücks beschert.

Die Zeit ist noch nicht reif

"Der Honiggarten - Das Geheimnis der Bienen" basiert auf Fiona Shaws gleichnamigem Roman. Bei der Übertragung vom Buch zum Film haben sich die Drehbuchautorinnen Henrietta und Jessica Ashworth viele Freiheiten genommen. Der Roman steuert direkt auf ein Happy End zu, das angesichts der Geschichte, die erzählt wird, vielleicht nicht allzu glaubhaft ist. Der Film ist da in seinen letzten Momenten sehr viel bittersüßer - ein Akzent, der dieser Geschichte guttut, weil die Zeit für Menschen wie Jean und Lydia in den 50-ern noch nicht gekommen war.

Die Menschen im Film sind Begriff, sich zu ändern, aber mit kleinen Schritten. Eine gemischtrassige Beziehung ist in der schottischen Kleinstadt fast ebenso verpönt wie die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen der Ärztin Jean und der einige Jahre jüngeren Lydia. Regisseurin Annabel Jankel gestaltet die Beziehung zwischen den beiden Frauen in ihrem in elegisch-schöne Bilder getauchten Film sehr subtil. Es sind die ruhigen Momente, die am eindringlichsten sind. Die ersten Blicke, die erste, zaghafte Berührung, der erste Moment, in dem sich Jean und Lydia ihrer Passion und ihrer Liebe hingeben.

Anna Paquin und Holliday Grainger spielen sehr zurückgenommen. Ein Blick kann dabei mehr aussagen, als es jedem Dialog möglich wäre. Ein klein wenig fühlt man sich an den Klassiker "Grüne Tomaten" erinnert. Noch so ein Film, der ebenfalls ganz ruhig erzählte von einer Frauenliebe zu einer Zeit, als das nicht sein durfte.

Quelle: teleschau - der mediendienst GmbH
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