"Der Westen hat allein den Weg vorgegeben": So blickt Katarina Witt auf die Wende zurück

Katarina Witt wurde in der DDR groß und als erfolgreiche
Sportlerin gefeiert. Im Nachhinein empfindet sie es als
"Gütesiegel, geborene Ostdeutsche zu sein", wie Witt in einem
Interview befand.
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Katarina Witt wurde in der DDR groß und als erfolgreiche Sportlerin gefeiert. Im Nachhinein empfindet sie es als "Gütesiegel, geborene Ostdeutsche zu sein", wie Witt in einem Interview befand.

 © Remy Steiner/Getty Images for IWC

Als Sportheldin genoss Katarina Witt hohe Wertschätzung in der DDR. In einem Interview machte sie nun klar, wie sie auch heute noch von ihrem Leben in der DDR profitiert - und was der Westen hätte besser machen können. Eine klare Haltung äußerte sie zu den Wahlerfolgen der AfD.

Als erfolgreiche Eiskunstläuferin war Katarina Witt einst eines der prominentesten Aushängeschilder der DDR. Kurz bevor sich am 9. November der Mauerfall zum 30. Mal jährt, blickte die 53-Jährige in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" nun auf die Wende zurück. "Zu sagen, wir müssen jetzt ein gemeinsames Deutschland werden, war die richtige Schlussfolgerung. Doch für diesen Weg hat man sich einfach viel zu wenig Zeit genommen", urteilte sie.

#Kritik äußerte sie derweil am Umgang mit der Generation ihrer Eltern, der man zu verstehen gegeben habe, "ihr seid es nicht wert, dass die Jobs erhalten bleiben". Stattdessen hätten sie froh sein sollen, fortan in Freiheit und Demokratie leben zu können. "Der Westen hat allein den Weg vorgegeben", merkte die gebürtige Ost-Berlinerin an.

An ihrem Leben in der DDR findet Katarina Witt bis heute viel Gutes. "Wo manche Westfrau in meiner Generation noch damit kämpft, was ihre Elterngeneration sich erobern musste, merke ich, dass ich viel freier, viel unabhängiger, viel liberaler, viel toleranter sein kann", erörterte sie. Sie sehe als "Gütesiegel, geborene Ostdeutsche zu sein". Abgesehen vom Politischen habe sie "viel Wertvolles beigebracht bekommen", betonte Witt. Für sie seien viele Dinge selbstverständlich, sagte sie: "Für mich waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe, das war in meinem Elternhaus so, aber auch in der Schule und bei Freunden."

Deutliche Worte fand Witt angesprochen auf die rechtsextremistischen Ausschreitungen in ihrer Heimatstadt Chemnitz: "Intoleranz, Hass und Hetze gehören nie mehr in unsere Gesellschaft", stellte sie klar. Die Wahlerfolge der AfD in den Neuen Bundesländern erklärte sie damit, dass viele Wähler wohl "einfach die Nase voll haben, einigermaßen verzweifelt und politiküberdrüssig sind und sich von keiner Partei so richtig erhört fühlen". Zugleich kritisierte Witt: "Die AfD ist hoffentlich auch nicht das, was sie wollen."

Quelle: TELESCHAU
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