"Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" im Test: Schere, Stein, Gehirn!

Nicht nur die körperliche Fitness lässt sich mithilfe der Switch
verbessern. "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" bringt frischen Wind
ins Oberstübchen.
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Nicht nur die körperliche Fitness lässt sich mithilfe der Switch verbessern. "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" bringt frischen Wind ins Oberstübchen.

© Nintendo

Guter Vorsatz in digitaler Form: Püntklich zum Jahresbeginn bringt ein neues "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" die grauen Zellen von Switch-Besitzern wieder auf Trab.

Nintendo will Switch-Besitzer spielend fit machen - körperlich und mental: Ende 2019 hat der japanische Konzern mit "Ring Fit Adventure" ein Spiel veröffentlicht, bei dem man den inneren Schweinehund in Form eines Drachen besiegen und mit einem dehn-, streck- und stauchbarem Plasik-Ring die eigenen Muskeln stählen konnte. Jetzt legt man mit "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" ein mentales Workout nach. Mens sana in corpore sano - ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Ganz neu ist das Kawashima-Konzept freilich nicht. Im Gegenteil: Bereits 2006 durfte der japanische Neurowissenschaftler den Denkapparat von Millionen Gamern stimulieren - überwiegend mithilfe simpler Rechen- und Vergleichstests, die auf den Touchscreen von Nintendos DS-Konsole zugeschnitten waren. Das Versprechen der Software: Träge Gehirnwindungen wieder in Schwung bringen - durch regelmäßige Übungen.

Obwohl deren langfristige Wirksamkeit nicht belegt ist, hatte "Gehirn-Jogging" nachweisbar Anteil am durchschlagenden Erfolg von Nintendos Handheld-Konsole. Kein Wunder, dass Dr. Kawashima seine Patienten ab diesem Zeitpunkt öfter einen virtuellen Hausbesuch abgestattet hat - auf 3DS, Wii U, PC und Smartphones.

Weil der digitale Mental-Trainer auf Nintendo-Plattformen stets seine größten Erfolge gefeiert hat, war ein entsprechendes Update für die Switch nur eine Frage der Zeit - immerhin ist der Handheld- und Stationär-Hybrid mit seinem Touchscreen wie dafür geschaffen. Anfang 2020 war es soweit.

Schere, Stein, Papier

Am Konzept auch nur wenig geändert: Wie gewohnt wählt der Spieler zwischen unterschiedlichsten Denksportaufgaben, die von Kopfrechnen über Gedächtnisübungen bis hin zum Nachspielen von Pianostücken reichen. Alle Einheiten wollen unter Zeitdruck und natürlich möglichst fehlerfrei absolviert werden. Sodoku-Rätsel und ein "Tetris"-Klon dienen wiederum der Entkrampfung überstrapazierter Denk-Muskeln.

Spaß macht aber vor allem das neue "Schere, Stein, Papier"-Feature: Hierfür wird der rechte, mit einer Infrarot-Kamera ausgestattete Joy-Con von der Konsole gelöst und danach so auf die Spieler-Hand gerichtet, dass die Switch zwischen den entsprechenden Gesten unterscheiden kann. Das funktioniert zwar nicht bei jeder Beleuchtung gleicht gut, macht aber gerade bei leicht gedämpftem Licht mächtig Laune - vor allem, weil die Aufgabe mitunter auch lautet zu verlieren. Diverse Variationen des IR-Features fordern Finger und Konzentration.

Das Ziel aller Maßnahmen: eine Verbesserung des geistigen Alters. Das wird eingangs bestimmt und fällt in der Regel verheerend aus. Später kann man sich mit drei zufällig ausgewählten Aufgaben immer wieder testen - wobei man natürlich um jedes Jahr froh ist, das näher an der 20 liegt - laut Dr. Kawashima das Alter, in dem jeder den Zenit seiner mentalen Leistungsfähigkeit erreicht.

Die kurzen, aber wiederkehrenden Übungen, die Fingerübungen und Zwischenspielchen, die kaum mehr als 10 Minuten pro Sitzung erfordern, bringen passionierten Denk- und Rätsel-Sportlern erneut eine Menge Spaß - zumal sie sich diesmal sogar in einem Multiplayer-Modus messen dürfen, wenn sie um die Wette Vögel zählen, Flaggen schwenken oder Boxen suchen.

Über die Wirkung für die eigene Hirn-Performance sollte man sich allerdings keine Illusionen machen: Verbrieft ist lediglich, dass "Gehirn-Jogging" in jenen Disziplinen besser macht, die trainiert werden - der Erfolg für den normalen Alltag ist allerdings (abgesehen von leicht verbesserter Konzentration vielleicht) nur schwer messbar.

Da hat man es als "Ring Fit Adventure"-Sportler leichter: Nimmt der Bizeps-Umfang zu und der Hüftumfang ab, hat man wohl etwas richtig gemacht.

Darum gilt: Nur wer am gezielten Knobeln Spaß hat, wird auch mit diesem "Kawashima"-Game seine helle Freude haben - auch wenn das Zahlen- und Buchstaben-Kritzeln mithilfe des mitgelieferten Touchscreen-Pens nicht immer sauber erkannt wird und Korrekturen wertvolle Sekunden in den Tests kosten.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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