Dramatisches Missverständnis bei "Wer wird Millionär?"

Tina Graupner konnte ihr Glück bei der Auswahlrunde gar nicht
fassen. Zu Recht - sie war aufgrund eines Missverständnisses auf
der Bühne.
Bild 1 von 32

Tina Graupner konnte ihr Glück bei der Auswahlrunde gar nicht fassen. Zu Recht - sie war aufgrund eines Missverständnisses auf der Bühne.

© TVNOW / Stefan Gregorowius

Die Fallhöhe spielt nicht nur in der Dramentheorie eine Rolle: In der Praxis begutachten konnte man die Wirkung eines tiefen Falls vom großen Glück in die Ernüchterung am Montag auf der Bühne von Günther Jauch. Das Ergebnis? Ein Drama!

Man hätte denken können, es handelte sich um "Das große Euphorie"-Special. Denn so viel wie am Montagabend wurde bei "Wer wird Millionär?" schon lange nicht mehr gekreischt, gesprungen und frohlockt, sobald ein Kandidat als Schnellster die Auswahlfrage gemeistert hatte und die Bühne betreten durfte. Doch es handelte sich um eine herkömmliche Doppelfolge, nur eben offensichtlich mit besonders adrenalinhaltigen Kandidaten. Für eine Dame allerdings folgte auf die Begeisterung der vielleicht tiefste Fall in der Geschichte der Sendung - und das bevor sie auch nur eine einzige Frage auf der Bühne beantworten konnte ...

Alles begann mit der Auswahlfrage: "Ordnen Sie den Fächern Geschichte, Biologie, Mathematik und Deutsch die Themen zu, die am ehesten dort behandelt werden!" Die korrekte Reihenfolge: Wiener Kongress, Fotosynthese, Satz des Thales, Schillers Räuber. Günther Jauch rief "Daria Patricia Tahmasebi Dezfouli" auf und eine Dame sprang kreischend auf. Eine weitere Frau stand ebenfalls auf, setzte sich dann aber irritiert wieder, als die andere im Glücksrausch die Bühne stürmte.

"Jetzt werden Sie aber ein bisschen gemein"

Mit der Hand vor dem Mund gab die Dame Quiek-Laute von sich, und Jauch riet ihr: "Nicht jetzt schon zusammenbrechen." Wie gut sein Rat war, ahnte der Moderator in dem Moment noch nicht. Eine Stimme ertönte im Studio: "Entschuldige bitte." Dramaturgische Pause, dann die Hiobsbotschaft: "Die falsche Dame freut sich gerade." Nun durfte sich die richtige Dame dazugesellen und schüttelte der falschen mitleidig die Hand. Jauch wunderte sich: "Sie beschweren sich nicht mal, dass die falsche aufsteht?" Sie sei eingeschüchtert gewesen vom Jubelgeschrei der anderen, sagte die richtige Kandidatin. "Super Nummer, das hatten wir auch noch nie", stellte Jauch fest.

Offen blieb die Kuriosität, wie es überhaupt zu dem Missverständnis kam, denn der Name der Kandidatin war doch eher selten."Und um das noch mal klarzumachen: Sie sind Daria Patricia Tahmasebi Dezfouli", so Jauch. Dann wandte er sich an die andere Dame: "Und Sie ... sind das nicht." Die echte Kandidatin nahm ihre Vorgängerin Tina Graupner, die mittlerweile mit den Tränen kämpfte, in Schutz: "Jetzt werden Sie aber ein bisschen gemein." Jauch konnte noch viel gemeiner sein: Tina Graupner war nur acht Hundertstel langsamer als die Siegerin, stellte er fest. "Es war im Grunde ein Wimpernschlag, mehr nicht", streute der Moderator Salz in die Wunde. "Herr Jauch", bettelte die seelisch Gefolterte um Gnade.

"Sie sind der Erste, der mich hier ernst nimmt!"

Die Dame mit dem langen Namen spazierte souverän bis zur 2.000-Euro-Marke, dann opferte sie den 50-50-Joker: "Womit sind laut einer aktuellen Umfrage nur 4 Prozent der Lehrer im Sekundarbereich bei ihren Schülern zufrieden?" Handschrift war richtig. Für 4.000-Euro wollte Jauch wissen: "Die Schale welcher Frucht verfügt über drei Keimporen, die man auch Augen nennt?" Banane, Kokosnuss, Mandarine oder Wassermelone?

Daria Patricia Tahmasebi Dezfouli glaubte "Kokosnuss", doch Jauch verunsicherte sie. "Aber die Kokosnuss hat doch so Dinger wo man reinfassen kann", argumentierte sie. "Sie meinen eine Bowlingkugel", scherzte Jauch. Die Kandidatin rief den Telefonjoker zu Hilfe, doch der wusste es auch nicht. Die Ratende schob den letzten Joker nach: Das Publikum riet zu 99 Prozent zu dem, was ihr Bauchgefühl längst wusste: Kokosnuss. Die Schuld schob sie auf Jauch: "Sie haben gesagt Bowlingkugel!" Der wehrte ab: "Sie sind der Erste, der mich hier ernst nimmt!"

"Aus gegebenen Anlass weise ich noch mal auf die Regeln hin"

Für 8.000 Euro war gefragt, wer Mark Zuckerberg als jüngsten Selfmade-Milliardär aller Zeiten vor Kurzem abgelöst hatte. Die Kandidatin gab auf und ging mit 4.000 Euro. Gesucht war Kylie Jenner. "Aber seien Sie froh, denn eigentlich wären Sie gar nicht dran gekommen unter normalen Umständen", verabschiedete Jauch Daria Patricia Tahmasebi Dezfouli in Anspielung auf die Dame, die sich eingangs zu früh gefreut hatte. Die verspottete Tina Graupner lächelte gequält. Doch Jauch konnte sich die nächste Spitze nicht verkneifen: "Aus gegebenen Anlass weise ich noch mal auf die Regeln hin: Die von mir aufgerufene Person muss sich spätestens auf der Bühne ausweisen."

Bei den anderen Kandidaten klappte das auch. Sie freuten sich zwar auch ekstatisch über ihren großen Moment, durften aber auf der Bühne bleiben. Herrenausstatter Jonas Schöneberger ging ebenfalls mit 8.000 Euro. Vorher demonstrierte er dem Moderator noch, wie man einen optimalen Krawattenknoten bindet. Elias Gövert ging mit 64.000 Euro. Wie viel Tilmann Meinshausen erspielen wird, bleibt offen, denn die Sendung endete nach der 2.000-Euro-Frage. Drei Joker hat er noch ...

Quelle: teleschau - der mediendienst GmbH
Top-Themen
War der Erfolg bei Helene Fischer vorprogrammiert? Wohl kaum, wenn man Dieter Bohlens Äußerungen glauben darf. In ...mehr
Dunja Hayali hat keinen Bock mehr : In einem tiradenartigen Facebook-Post ließ die Moderatorin ihrer Wut freien Lauf ...mehr
Inka Bause verkuppelt Bauern nun auch über Kontinente hinweg: Bauer sucht Frau international hat alles, was man von ...mehr
Anzeige