Entsetzen über Tabubruch bei "Das Supertalent": "Über diese Show wird man reden"

Derart panisch hat auch Dieter Bohlen (links) seinen
Jury-Kollegen Bruce Darnell noch nicht gesehen.
Bild 1 von 9

Derart panisch hat auch Dieter Bohlen (links) seinen Jury-Kollegen Bruce Darnell noch nicht gesehen.

© TVNOW / Stefan Gregorowius

Also Volksmusik mag er nicht so, der Pop-Titan. Wie sonst hätte Dieter Bohlen bei "Das Supertalent" (RTL) ausgerechnet die Wildecker Herzbuben beleidigt? Das musste nicht sein. Man könnte sagen, das war für'n Allerwertesten. Aber - leider - nicht nur das. Geboten war ein "rektales Finale" ...

Backstage-Moderator Daniel Hartwich brachte es auf den Punkt: "Trotz all der Jahre - immer wieder kommt was, das hat man noch nicht gesehen." Und auch Dieter Bohlen, "Supertalent"-Urgestein und seit Anbeginn, also 2007, dabei, hatte die Zeichen der Zeit erkannt: "Über diese Show wird man reden." Aber positiv in Erinnerung halten? Nicht unbedingt! So was kommt dann dabei raus, wenn Juror Bruce Darnell mantrahaft immer wieder "Wir suchen was Neues!" repetiert. Witzigerweise war er der Erste, der vor dem Nochniedagewesenen Reißaus nahm - und die Gänge ins Publikum emporflüchtete. Was war geschehen?

Gut, böse Kritiken ("totale Anspruchslosigkeit!") bekam die RTL-Talentshow immer wieder. Duckie L'Orange (33), einer in Sydney geborenen und in Berlin lebenden Comedienne blieb es aber vorbehalten zu beweisen, dass die Show echt für'n Allerwertesten ist. Als Duckie die Bühne betrat und ebenso stumm wie verzweifelt ihren entlaufenen Hund suchte, schauten alle noch erwartungsvoll: sicher was Witziges! Dann verschwand Duckie hinterm Vorhang. Bis dahin war die Nummer flach, aber erträglich.

Gekreische im Saal - Bruce versucht zu fliehen

Als Duckie wieder hinterm Vorhang vorlugte, tat sie es mit dem Hintern voraus. Dem nackten! Auf dem ein Hundegesicht gemalt war. Und die Backen waren die Backen. Und hingen wirklich traurig durch wie bei einem depressiven, in Ehren ergrauten Cocker Spaniel.

Tiere gehen immer, hat Dieter Bohlen mal gesagt. Und auch diesmal reagierten Publikum und Jury in synchroner Eintracht - mit Entsetzen, so blank wie der Pops! Dieter fiel fast vom Stuhl, Sarah saß zur Salzsäule schockgefroren da, Gekreische im Saal - und Bruce versuchte zu fliehen. Dabei rammte er sich den Fuß ins Jurypult. Er hüpfte wie ein ins Knie geschossenes Rumpelstilzchen. Nur: Was tat mehr weh - der Fuß oder die "Show"?

Es kam noch besser/schlimmer. Duckie fand den Hund nicht, konnte ihn ja nicht sehen. Wie lockt man einen Hund? Mit Wurst. Und solche zauberte sie hervor - und dem Publikum schwante Übles. Sarah Lombardi auch: "Steckt die sich das jetzt hinten rein?" Dieter, der Naive, so: "Nein!" Aber da lag er falsch, das panisch stöhnende Publikum dagegen richtig: Erst ging die Wurstkette zu Boden, dann Duckies Hintern - letzterer hüpfte auf erstere zu und "verschlang" sie.

Ein Bild für Götter. Auch, wie Bruce hysterisch ins Publikum türmte!

Ganz ehrlich, dafür lohnt sich die Mediathek. Fand auch Daniel Hartwich, der den Schalk im Nacken und auf den Lippen trägt: "Also: Originell war's!"

Bohlen verhohnepiepelt die Wildecker Herzbuben

Das "rektale Finale", da hat Bohlen schon recht ("Die Leute werden dich nicht vergessen"), überlagerte alles. Das ist einerseits den vielen wirklich tollen Kandidaten gegenüber ungerecht, andererseits profitiert der Pop-Titan von der Amnesie. Denn Dieter nutzte gleich den ersten Show-Act, die "Sumo Boys" aus Stuttgart, zum Verhohnepiepeln der Wildecker Herzbuben.

Die "Sumo Boys" sind Trampolinspringer, die sich aufblasbare Sumokostüme (Dieter fachmännisch: "Ganzkörperkondom!") überzogen und Salti schlugen. Natürlich krabbelten auch Dieter und Bruce in den Fatsuit. Und wie sie da so am Trampolin saßen, stimmte Dieter "Herzilein" an und freute sich: "Wir sind die Wildecker Herzbuben. Die sehen doch so ähnlich aus!" Bruce sah es nüchterner: "Ich seh total doof aus!"

Comeback der Dschungel-Heulsuse

Ein weiterer Höhepunkt war das Comeback einer Heulsuse. Als solche blieb Sydney Youngblood nach seinem - so kurzen wie tränenreichen - Gastspiel im RTL-Dschungelcamp (2018) in Erinnerung. Auch sich selbst: "Das war 'ne Katastrophe!" Jetzt aber kehrte der Texaner, der 1989 mit "If Only I Could" die Charts der Welt rockte, auf die Bühne zurück. Nach seinem Beitrag lobte Dieter: "Du bist eine Bombe! Du gehörst auf die Bühne! Das war der Hammer!" Und Sydney verdrückte wieder ein paar Tränchen, diesmal aber solche der Rührung und der Freude. "Ich bin wieder da, Leute!"

Noch schöner, goldig nämlich, wurde es für die Artisten Angela Kim und Stuart McKenzie, die eine atemberaubende Mischung aus Rollschuh- und Luftartistik boten. Bruce ("So was habe ich noch nie gesehen!") war so begeistert, dass er den goldenen Buzzer drückte und das Paar im Konfettiregen direkt ins Finale schickte.

Auf das können sich, weil sie eine Runde weitergebuzzert wurden, noch mehr Talente Hoffnungen machen. Der fantastische Schnell-Seilspringer Ridge Robson ebenso wie der blitzschnelle Illusionist Jordan Gomez, der beinahe überirdisch gute Diabolo-Jongleur Yusaku Mochizuki, die bereits erwähnten Wildec... äh... Sumo-Boys und die Band "Rebell Tell", die mit ihrem "Schlagerbilly" (Schlager im Rockabilly-Sound) die Halle fast zum Explodieren brachte.

Nicht wenige Augen wurden vor Rührung feucht bei Dagobert Weiß und seinem wundervollen Lied "Wunder", das er für seine Tochter schrieb. Und beim Auftritt von "Funky e. V.", Europas größtem inklusiven Tanzensemble. Die 25-köpfige Gruppe, bestehend aus Tanztalenten mit Handicap und ihren Trainern, eroberte alle Herzen im Sturm.

Quelle: TELESCHAU
Top-Themen
Die zweite Staffel von Bachelor in Paradise startet dramatisch: Es wurde direkt geknutscht und blank gezogen. Für ...mehr
Wer feiert, wird gefeuert: Ausgerechnet Skandalrapper Sido hielt einem verkatert wirkenden The Voice -Talent eine ...mehr
Das ist vollster Körpereinsatz: Zwei Blondinen haben es Carsten Maschmeyer so angetan, dass er allen Hindernissen zum ...mehr
Anzeige