Erster deutscher Deepfake-Spot im TV: Falsche Angela Merkel wirbt für Stromanbieter

Mithilfe von Deepfake-Technologie legt eine Werbeagentur
Kanzlerin Angela Merkel in der Deep-Fake-Kampagne für das
Öko-Energieunternehmen Tibber ungewöhnliche Worte in den Mund.
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Mithilfe von Deepfake-Technologie legt eine Werbeagentur Kanzlerin Angela Merkel in der Deep-Fake-Kampagne für das Öko-Energieunternehmen Tibber ungewöhnliche Worte in den Mund.

© TryNoAgency

Das Stromanbieter-Startup Tibber lässt im ersten Deepfake-Spot im deutschen Fernsehen keine Geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel für Transparenz im Strommarkt werben. Die ungewöhnliche Technologie bringt aber auch Gefahren mit sich.

Nanu, was ist denn hier los? Das fragt sich momentan wohl so mancher Fernsehzuschauer, wenn plötzlich ausgerechnet Angela Merkel als Testimonial für ein Energieunternehmen vor der Kamera steht. Vermeintlich erklärt die Bundeskanzlerin in einem Werbespot für das norwegische Start-up Tibber: "Nachhaltige Energie ist gut. Stromsparen ist auch gut." Doch was steckt hinter dem ungewöhnlichen Clip?

Dass es sich bei der Person im Video nicht tatsächlich um Kanzlerin Merkel handelt, dürfte wohl den meisten Menschen vorm TV klar sein. Auch Tibber selbst weist im Vorhinein auf die Fälschung hin: "Es folgt kein Werbespot zur Bundestagswahl. Die dargestellten Personen wurden mithilfe modernster Technik erstellt und sind nicht real. Die folgende Werbung zum Ziel die Energiewende voranzutreiben." Bei besagter Technik handelt es sich um die sogenannte "Deepfake"-Technologie.

Deepfake-Technik birgt Risiken

Diese - durchaus umstrittene - Technologie funktioniert folgendermaßen: Um Angela Merkel sprechen zu lassen, hat die Berliner Werbeagentur TryNoAgency Aufnahmen der Parodistin Antonia von Romatowski mittels Computer-Berechnungen mit dem Gesicht der Kanzlerin verschmolzen. Es ist das erste Mal, dass Deepfakes in deutschen Werbespots zum Einsatz kommen. Ziel der Kampagne sei es, "ein kompliziertes Thema wie die Energiewende aufmerksamkeitsstark zu transportieren", so Stefan Nagel, einer der Gründer und Geschäftsführer von TryNoAgency.

Der Clip soll laut dem Online-Magazin "t3n" mithilfe der frei zugänglichen Software "Deepface Lab" erstellt worden sein. Theoretisch kann also jeder Internet-User seine eigenen Deepfake-Videos produzieren. Ein Unterfangen, das nicht ohne Gefahr ist: Besonders in Zeiten von Fake News birgt die Möglichkeit, nahezu jeder Person jedes Wort in den Mund legen zu können, so manche Risiken. Gesetzliche Regelungen zum Gebrauch von Deepfake-Videos, etwa zum Unterbinden unlauterer Meinungsmache, gibt es derzeit noch nicht.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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