Erwachsenwerden mit Netflix: Das sind die besten Coming-of-Age-Serien

Lisa (Lena Klenke) und Moritz (Maximilian Mundt) haben in der
dritten Staffel von "How To Sell Drugs Online (Fast)" ihr Abitur in
der Tasche.
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Lisa (Lena Klenke) und Moritz (Maximilian Mundt) haben in der dritten Staffel von "How To Sell Drugs Online (Fast)" ihr Abitur in der Tasche.

© Netflix / Bernd Spauke

Pubertät, Identitätskrisen und das Abnabeln von den Eltern - Erwachsenwerden ist wahrlich nicht einfach. Welche Netflixserien das Thema humorvoll, frivol oder todernst verarbeiten, zeigt die Übersicht.

Das Leben kurz vor dem Abitur kann ganz schön kompliziert sein: der enorme Lernaufwand, die ungewisse Zukunft, dazu Freundschaften und Beziehungen, die auf der Kippe stehen. Für Moritz (Maximilian Mundt) kommt in der dritten Staffel der Netflix-Erfolgsserie "How To Sell Drugs Online (Fast)" (ab 27. Juli) jedoch noch ein ganz anderes Problem dazu. Sein Online-Drogenring MyDrugs stellt ihn vor große Herausforderungen - nicht nur, weil die holländischen Geschäftspartner kein Pardon kennen. "How To Sell Drugs Online (Fast)" ist bei weitem nicht die einzige Netflixserie, die von den Tücken des Erwachsenwerdens erzählt. Wir stellen die besten Coming-of-Age-Serien des Streaminganbieters vor.

"How To Sell Drugs Online (Fast)"

Die Serienmacher Matthias Murmann und Philipp Käßbohrer laden in "How To Sell Drugs Online (Fast)" ab 27. Juli erneut auf einen Trip in die Welt der Rauschmittel ein. In der dritten Staffel spinnt der Streamingdienst die irrsinnige Geschichte um Moritz (Maximilian Mundt) weiter - und der Kinderzimmer-Dealer hat gut zu tun. Einerseits muss er den Online-Drogenring MyDrugs wieder zum Laufen bringen, um die niederländischen Geschäftspartner ruhigzustellen, andererseits verfolgt Moritz' neugierige Ex-Freundin Lisa (Lena Klenke) ihre ganz eigene Mission. Quasi nebenbei steht zudem das Abitur an - und die Aussöhnung mit seinem besten Freund Lenny (Danilo Kamperidis).

Klassische Coming-of-Age-Elemente wie die erste große Liebe, Freundschaft und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens treffen in "How To Sell Drugs Online (Fast)" auf eine unglaubliche Geschichte, die sich an einem realen Fall orientiert. Besonders gelungen ist auch die Darstellung der Social-Media-Aktivitäten der Generation Z. Selbstironische Kommentare auf der Meta-Ebene und teils schreiend komische Situationskomik beanspruchen zudem die Lachmuskeln von Streamingfans.

"Sex Education"

Zunächst ist es Otis (Asa Butterfield) peinlich, als an seiner Schule die Runde macht, dass seine Mutter Jean (Gillian Anderson) als Sexualtherapeutin arbeitet. Doch bald bemerkt der unerfahrene Schüler, dass er sein Wissen nutzen kann, um beliebter zu werden. Gemeinsam mit seiner coolen Mitschülerin Maeve (Emma Mackey) startet Otis in "Sex Education" ein florierendes Geschäft.

Glänzen können in der Netflix-Produktion vor allem die tollen Hauptdarsteller: Dem vormaligen Kinderstar Asa Butterfield ("Hugo Cabret") steht der peinlich berührte Gesichtsausdruck hervorragend, Emma Mackey hat als coole Außenseiterin Maeve eine unglaubliche Präsenz, und Gillian Anderson ist sowieso ein Gewinn für jedes Projekt, an dem sie mitwirkt. Und auch wenn mancher Gag auf den ersten Blick krawallig wirkt, erweist sich "Sex Education" oft als überraschend feinfühlig. Die dritte Staffel der Serie startet am 17. September.

"Tote Mädchen lügen nicht"

Der Selbstmord von Hannah Baker (Katherine Langford) schockt die Liberty Highschool - besonders, als nach ihrem Tod 13 Kassetten auftauchen, die Hannah zuvor aufgezeichnet hat. Auf jeder der Aufnahmen widmet sich die junge Frau in "Tote Mädchen lügen nicht" einem ihrer Mitschüler, die alle auf die ein oder andere Art zum Suizid beigetragen haben.

Die Serienadaption des Romanbestsellers von Jay Asher zeigt eine realistische, ehrliche Welt, keine übertriebene Highschool-Kulisse, wo sich der Quarterback doch noch in die Außenseiterin verliebt. In "Tote Mädchen lügen nicht" wurde ein Teenager in den Tod getrieben, und nichts wird beschönigt. Besonders eindrücklich an Hannahs Kassetten-Manifest ist die Erzählweise, die langsam aber sicher ein Puzzle zusammensetzt, das Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mehr so schnell loslässt. 2020 wurde "Tote Mädchen lügen nicht" mit der vierten Staffel beendet.

"Wir sind die Welle"

Ein Erfolgsstoff in neuem Gewand: Das deutsche Netflix-Original "Wir sind die Welle" orientiert sich lose an Morton Rhues Roman "Die Welle". Die Serienadaption folgt einer Gruppe Jugendlicher, die von einer besseren Zukunft träumen. Angetrieben von ihrem geheimnisvollen Anführer Tristan (Ludwig Simon), nimmt das Engagement der Schüler um Lea (Luise Befort) bald eine bedrohliche Dimension an.

Wer sich erhofft hat, "Wir sind die Welle" sei ein Remake des Erfolgsfilms "Die Welle" (2008) in Serienlänge, wird sich verwundert die Augen reiben. Statt des Experiments eines Lehrers zum Thema Faschismus ist die Welle in der Netflix-Produktion eine antikapitalistische Jugendbewegung. Daneben beschreiben viele kleine Nebengeschichten das Erwachsenwerden der Hauptcharaktere. So gesehen ist "Wir sind die Welle" mehr Coming of Age denn beißende Gesellschaftskritik.

"Chilling Adventures of Sabrina"

In den 90er-Jahren verzauberte Sabrina als nette Hexe von nebenan Millionen junger Fans in aller Welt. Damit hat Netflix' düstere Neuadaption "The Chilling Adventures of Sabrina" nicht mehr viel gemein. Halb Hexe, halb Mensch steht die Titelheldin (Kiernan Shipka) kurz vor ihrem 16. Geburtstag vor der schweren Entscheidung zwischen der Welt der Zauberei und ihrem Alltag an der Highschool. Dass sie sich in ihren menschlichen Mitschüler Harvey (Ross Lynch) verliebt, macht es nicht unbedingt leichter ...

Das Netflix-Remake "The Chilling Adventures of Sabrina" setzt anders als die 90er-Jahre-Serie nicht auf Charme und Spaß, stattdessen richtet sich die Wiederkehr der Okkult-Reihe an ein gruselerprobtes Publikum. Der Streaminggigant präsentiert ein waschechtes Fantasy-Epos samt atmosphärischem Setting, klassischen Horrorelementen und einer düsteren Grundstimmung.

"Atypical"

Sam (Keir Gilchrist) will in naher Zukunft unbedingt Brüste sehen. Das ist für einen 18-jährigen Teenager erst einmal nicht ungewöhnlich. Doch Sam ist Autist, was bedeutet, dass er sehr spezielle Interessen hat. Wie schwierig das Leben für die Betroffenen und deren Familien sein kann, zeigt die Coming-of-Age-Serie "Atypical" sehr eindrucksvoll - mittlerweile in vier Staffeln.

Das Konzept von "Atypical" erinnert ein wenig an eine andere Erfolgssitcom, die seit 2007 auf allen Kanälen läuft. Auch wenn die Macher von "The Big Bang Theory" nie bestätigten, dass Dr. Dr. Sheldon Cooper im Autismus-Spektrum liegt, so erinnert Sam doch sehr an den nerdigen Physiker mit der Vorliebe für Züge - nur dass Sam eben auf Pinguine abfährt und "Atypical" noch ein wenig einfühlsamer an das Thema herangeht. Die Episoden sind dabei keineswegs deprimierend, sondern wahnsinnig lustig und gehen bisweilen auch ans Herz.

"Young Royals"

Der schwedische Prinz Wilhelm (Edvin Ryding) wächst im goldenen Käfig auf. Immer wieder versucht er, die strengen Regeln des Königshauses zu brechen. Als seine Eskapaden immer mehr aus dem Ruder zu laufen drohen, steckt ihn seine Familie kurzerhand in das Elite-Internat Hillerska. Fernab der höfischen Pflichten beginnt Wilhelm, Gefallen am Leben ohne die Monarchie zu finden und träumt neben der Freiheit auch von der verbotenen Liebe zu einem seiner Mitschüler. Ein unerwarteter Verlust stellt ihn jedoch plötzlich vor eine folgenreiche Entscheidung.

Gute Nachrichten für all jene, die von Serien wie "The Crown", "Bridgerton" und "The Royals" nicht genug bekommen können: Die schwedische Netflixserie "Young Royals" ist vollgepackt mit blaublütigen Intrigen. Dabei schlägt das Teenie-Drama ernste Töne an - und erzählt eine rührende Geschichte von der ersten großen Liebe und gesellschaftlichen Fesseln.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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