"Größter Vollpfosten aller Zeiten": Corona-Jahr 2020 erhält besondere Ehren in der "heute-show"

Preisverleihung: Sebastian Puffpaff (links) und Oliver Welke
verliehen den "größten Vollpfosten aller Zeiten" in der
"heute-Show" an das "Kackjahr 2020".
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Preisverleihung: Sebastian Puffpaff (links) und Oliver Welke verliehen den "größten Vollpfosten aller Zeiten" in der "heute-Show" an das "Kackjahr 2020".

© ZDF

Und Donald Trump hat schon wieder verloren! Nicht mal bei der Verteilung der "Vollpfosten des Jahres" durch die "heute-show" (ZDF) gab's für ihn was zu holen. "Geehrt" wurden dafür unter anderem die Corona-Leugner, die BaFin, und Jogi Löw! Hubert Aiwanger ging zwar leer aus, dafür aber verbal in die Vollen ...

In stiller Nacht war es am Freitagabend Zeit für den "heute-show"-Jahresrückblick im ZDF. Der geriet, wie nicht anders zu erwarten, zu einem "worst of 2020". Und dabei kamen das Schalker Trainerbeben (Oldie Steven übernahm, nachdem der Baum fiel) und die Dortmunder Kick-Blamage bei Union Berlin nicht einmal in die Wertung - typischer Fall von Aktualitätsfalle. Aber würdige Preisträger für die traditionellen "Vollpfosten des Jahres" gab es natürlich dennoch en masse.

Vor der Verleihung gab es aber erst nochmals Schelte. Für den "deutschen Corona-Kontrollverlust wegen Versagens im Herbst", die miserable Pandemie-Kommunikation (Oliver Welke: "Nur versprechen, was man halten kann!"), das Fehlen klarer Aussagen (Welke: "Wer soll bei den ganzen Maßnahmen durchblicken? Das versteht doch keine Sau!"), das digitale Versagen vor allem bei der Unterstützung der Schulen und beim Pflegebonus, den zwar die meisten Altenpfleger erhalten hätten, nicht aber die Krankenpfleger. Birte Schneider als Krankenschwester weiß: "70 Prozent der Krankenhäuser haben null Bonus bekommen. Vor lauter Schlafentzug hab ich alles vergessen, was uns die Politiker alles versprochen haben."

Zu viele Bachblüten geraucht? Corona-Leugner als Vollpfosten ausgezeichnet

Dann aber: Genug gejammert, jetzt wird gefeiert! Sebastian Puffpaff hielt die Laudationen auf die ersten Preisträger, die Corona-Leugner. "Wer bei diesen Infektions- und Sterbezahlen immer noch behauptet, Bill Gates und Big Pharma hätten das alles nur erfunden, der muss schon viel Bachblüten geraucht haben." Stellvertretend für den Mix aus "Esoterikern und Reichsbürgern mit angegoogelten Wissen" wurde der "mit Globoli verzierte Vollpfosten" Attila Hildmann zugesprochen.

Wer mit einem Preis für Donald Trump gerechnet hatte, wurde enttäuscht. "Der kriegt von uns gar nix mehr", meinte Welke. Außer Verachtung, die sich Trump aber redlich verdient. Noch immer will er seine Wahlniederlage nicht eingestehen, obwohl ihm über 60 Gerichte bereits beschieden, das er falsch liegt. Obwohl sogar "Trumps Chef, also Putin" (Welke), Joe Biden schon gratuliert hätte. Obwohl eine drei Millionen Dollar teure Nachzählung in Wisconsin in der Tat 87 Stimmen mehr erbrachte - allerdings für Wahlsieger Joe Biden!

Republikaner geehrt: Vollpfosten für die Partei des "Psychopathen Trump"

Trump, so Welke, gehe es nicht mehr um den Sieg. Er wolle nur dafür sorgen, dass seine Fans Joe Biden nicht als Präsidenten respektierten. Dass er damit die Demokratie destabilisiere, sei "dem Psychopathen völlig wumpe", so Welke. Der Vollfposten ging zwar nicht an Trump, dafür aber an seine Partei, die Republikaner. Ausgezeichnet wurde diese für "absurd langes Ausharren im Rektum des Präsidenten".

Der erste deutsche Politiker, der den Vollpfosten zugesprochen bekam, war Thomas Kemmerich (FDP), der sich im Februar bei der Landtagswahl in Thüringen als Cleverle zeigte und dank der Stimmen der AfD im dritten Wahlgang zum Landesfürst aufschwingen konnte. Am Ende war's doch nicht so clever: Die Chose (im Szene-Jargon "politischer Dammbruch" genannt) ging nach hinten los. Erst flog Kemmerich bei der Vereidigung der Gratulationsstrauß von Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow frustig vor die Füße, dann die Situation um die Ohren: Er trat nach vier Tagen zurück.

Der sportliche Vollpfosten des Jahres: Jogi Löw!

Natürlich war für den größten Wirtschaftsskandal um die ehemalige "Pornobutze" (Christian Ehring) Wirecard ein Vollpfosten fällig. Spannend war nur, wer ihn bekommen würde: Finanzminister Scholz? Kanzlerin Merkel? Oder ihr peinlicher Lobbyisten-Einflüsterer Karl-Theodor zu Guttenberg (Spitznamen: Dr. No Dr., Freiherr von Mogel, Der Plagiator)? Nein - der Preis ging an die BaFin (Ehring: "Abkürzung für 'Bundesanstalt für irgendwie nichts'."). Und zwar dafür, dass selbst Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht selbst mit Wirecard-Aktien gedealt haben.

Auszeichnungen gab es außerdem für CDU-Mann Philipp Amthor ("Das älteste Kind der Welt") und Clemens Tönnies ("Clemens, der legendäre Schweinepriester"). Und an Jogi Löw. Die Jury-Begründung kam ohne Worte aus, es reichte ein Schild: 0:6!

Mit Jeff Bezos, der sich als Amazon-Chef an der Pandemie dumm und dämlich verdient, und Weißrusslands Präsident Aljaksandr Lukaschenko, der die Opposition unterdrückt und Wodka zur Corona-Bekämpfung empfahl, wurden weitere internationale hochkarätige Tiefflieger ausgezeichnet.

"Kumpel" Aiwanger und Markus Söder: "Bitte denk da noch mal drüber nach""

In der neuen Rubrik "Die heute-show sagt einfach mal Danke" wurde der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geehrt, weil er, so Welke, "einer der letzten authentischen Politiker in unserem Lande ist" - und das nicht nur dank der legendären "Kumpel-Rede" zu den Corona-Maßnahmen.

Im Interview mit Fabian Köster ("Sind Sie der Yeti der Politik?") berichtete er von der "Erdung", die ihm widerfahren sei, als er von "klein auf auf den Bauernhof mitarbeitete" und "mit Tieren umzugehen" lernte. Auf die Frage "Sind Sie das Hirn von Markus Söder?" antwortete Aiwanger: "Zumindest ein bisschen sein schlechtes Gewissen. Ich schau' halt über all die Dinge noch mal drüber und hole viele Dinge wieder runter auf den Boden der Tatsachen und sag 'Bitte denk da noch mal drüber nach.' Er ist häufig etwas impulsiv und ich vielleicht das ausgleichend bodenständige Element."

Freunde der Nacht, das ist gelebte Realsatire!

"Kackjahr 2020": Schlimmer werden kann's nicht. Oder?

Am Ende wurde der "größte Vollpfosten" aller Zeiten an das "Kackjahr 2020" vergeben. Friedemann Weise sang dazu die passenden Verse. "Was für ein Jahr zweitausendzwanzich, eins ist wohl klar, schlimmer werden kann's nich!"

Hoffentlich ist da nicht nur der Wunsch Vater des Reims.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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