Meret Becker über ihr "Tatort"-Aus: "Aus finanzieller Sicht dusselig"

Gemeinsam mit Mark Waschke ist Meret Becker seit 2015 als
Berliner Ermittlungsteam in der ARD-Krimireihe "Tatort" zu sehen.
Sie bilden das Kommissarsduo Nina Rubin und Robert Karow.
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Gemeinsam mit Mark Waschke ist Meret Becker seit 2015 als Berliner Ermittlungsteam in der ARD-Krimireihe "Tatort" zu sehen. Sie bilden das Kommissarsduo Nina Rubin und Robert Karow.

© RBB / Thomas Ernst

Manche behalten und beschützen ihre "Tatort"-Rolle auf Lebenszeit. Nicht so Meret Becker. Die Darstellerin der Berliner Kommissarin Nina Rubin hört in Bälde freiwillig auf. Auch wenn der Entschluss "eigentlich dusselig" sei, wie sie nun in einem Interview kundtat.

Seit 2015 ermittelt das Kommissaren-Duo Nina Rubin und Robert Karow, gespielt von Meret Becker und Mark Waschke, im "Tatort" aus Berlin. Eben erst verzeichnet ihr zwölfter gemeinsamer Fall, "Ein paar Worte nach Mitternacht", eine ausgezeichnete Einschaltquote. 8,27 Millionen Zuschauer sahen die zum Jubiläum "30 Jahre deutsche Einheit" gedrehte Episode. Im übernächsten Jahr wird das Ermittlergespann jedoch getrennt: Nach dann 15 Fällen will Meret Becker ihre "Tatort"-Laufbahn beenden. Im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" erklärte die 51-Jährige nun ihre Beweggründe.

"Die Arbeit macht meistens einen Riesenspaß, aber die Dreharbeiten blockieren einen auch ordentlich zweimal im Jahr. Und irgendwann war dann für mich genug", erläuterte die Schauspielerin. "Ich weiß, aus finanzieller Sicht ist es eigentlich dusselig aufzuhören, aber das hat für mich keine Priorität. Ich bin eher ein Nomade, der dann auch mal weiterzieht." Ab 2022 wird Corinna Harfouch (65) als ihre Nachfolgerin zu sehen sein.

Daneben ließ Becker durchblicken, dass sie auch mit der Entwicklung ihrer Kommissarsrolle zu kämpfen hatte. Ihr sei vonseiten der RBB-Redaktion in Sachen Mitspracherecht "anfangs mehr zugestanden und dann teilweise wieder weggenommen" worden. "Redakteure sind ja so eine Art Filter", kritisiert die Schauspielerin. "Sie passen auf, dass das Fernsehen regelkonform bleibt, sie wagen etwas und putzen es wieder blank. Ich denke, da hadern aber auch viele Redakteure mit sich. Denn eigentlich möchten sie uns beistehen, sie müssen es aber wegen der Quote allen recht machen. Das kann man aber nicht, sage ich."

"Hängen bleiben wird bei den Leuten der 'Tatort'"

Erstmals schlüpfte Becker 2014 in die Rolle der fiktiven Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin - und wird seitdem auch vermehrt auf der Straße erkannt. "Es ist schon lustig. Ich mache seit 35 Jahren Arthouse-Kino und Musik, und hängen bleiben wird bei den Leuten der 'Tatort'", wundert sich die Schauspielerin. Allerdings möge sie es nicht, wenn Fremde Schnappschüsse von ihr machen. "Wenn einer fragt: Können wir ein Foto zusammen machen? Überhaupt kein Problem. Aber heimlich über den Sessel des Flugzeugs fotografieren, beim Schlafen oder beim Essen abdrücken - das mag ich nicht." Aktuell werde sie allerdings wegen der Maske nicht mehr überall erkannt.

Auf der Leinwand war Meret Becker zuletzt im Kinofilm "Ostwind - Aris Ankunft (2019) zu sehen, außerdem spielt sie in der dritten Staffel der deutschen Erfolgsserie "Babylon Berlin". Nach der Pay-TV-Premiere bei Sky im Januar strahlt das Erste ab Sonntag, 11. Oktober, 20.15 Uhr, die zwölf neuen Folgen der kostspieligen Koproduktion aus.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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