"Schnauze halten, hinsetzen!" Günther Jauch blafft bei "Wer wird Millionär?" Publikumsjoker an

Da zuckte es kurz durchs weite Halbrund: Moderator Günther Jauch
fuhr einen Publikumsjoker bei "Wer wird Millionär?" ziemlich
unwirsch an. Dabei hatte der nichts Böses getan.
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Da zuckte es kurz durchs weite Halbrund: Moderator Günther Jauch fuhr einen Publikumsjoker bei "Wer wird Millionär?" ziemlich unwirsch an. Dabei hatte der nichts Böses getan.

© TVNOW / Stefan Gregorowius

Eigentlich kennt man Günther Jauch als höflichen Menschen, der im edlen Zwirn den perfekten Gastgeber für "Wer wird Millionär?" darstellt. Allenfalls lässt er die Kandidaten mal etwas zappeln. Beim "Zocker-Special" allerdings klang er kurz erstaunlich schroff.

"Wer wird Millionär?"-Moderator Günther Jauch ist für seine Contenance bekannt. Den alten TV-Hasen bringt so leicht nichts aus der Fassung. Umso erstaunlicher also, dass er sich beim "großen Zocker-Special" einen Tag vor Weihnachten im Ton vergriff. Nicht etwa gegen einen Kandidaten, sondern gegen den Zusatzjoker. Der nahm den saloppen Spruch des Moderators zum Glück mit Humor. Jauch dagegen knabberte an einem Kindheitstrauma ...

Tom Grimm aus Neubrandenburg meisterte im "Zocker-Special" Frage um Frage, ohne lange nachdenken zu müssen. Moderator Günther Jauch sah diesen Siegeszug nicht gern. Umso mehr freute Jauch sich, als der Gymnasiallehrer für Englisch und Geschichte endlich über eine Frage stolperte. "Wer beschäftigt sich von Berufs wegen mit Jacketkronen?" Die Antwort war 8.000 Euro wert. Zur Wahl standen Herrenschneider, Zahnarzt, Straßenbauer, Hofjuwelier. "Irgendwie gönne ich es Ihnen", bekannte sich Jauch zur Schadenfreude. "Sie sind mir ein bisschen zu geschmeidig hier durchgekommen." Der Kandidat blieb geschmeidig: Wohlwissend, dass der Gebrauch eines Jokers vor der absolvierten 16.000-Euro-Marke ihn im Zocker-Special sämtliche Joker kosten würde, fasste er sich ein Herz und riet richtig: B.

Jauch beleidgt Joker im Saal

Vor dem Lehrerberuf war der 31-Jährige "Sandwich Artist" gewesen, wusste Jauch von seiner Redaktion. Was er allerdings nicht wusste: "Was ist ein Sandwich Artist?" So nennt die Sandwich-Kette Subway ihre Mitarbeiter, erklärte der Kandidat. "Da kann der Facility Manager echt einpacken", staunte Jauch. Tom Grimm erwiderte, nicht ohne Selbstironie: "Das ist ja alles hochfiligranes Handwerk." Das Handwerk des Zockens verstand er ebenfalls. Und überschritt die magische 16.000-Euro-Marke, ohne den ersten Joker zu brauchen.

"Ziemlich souverän, wenn auch irgendwie unspektakulär", kommentierte Jauch. "Sie müssen jetzt hier mal irgendwas ... Fallen Sie mal um. Ich möchte mal Schweiß auf der Stirn sehen. Erzählen Sie einen Schwank aus dem Leben, irgendwas ...", bat Jauch. Die Anekdote, dass er schon lange nicht mehr beim Friseur war, fand Jauch allerdings wenig spektakulär. Zwar sah Grimms Frisur aus, als würde er sich angesichts der Quizfragen die Haare raufen, doch Jauch ärgerte sich, dass dies in Wahrheit nicht der Fall war.

Ob der Moderator deshalb bei der 32.000-Euro-Frage selbst für Spektakel sorgte? Er beleidigte den Zusatzjoker, den Tom Grimm ausgesucht hatte. "Schnauze halten, wieder hinsetzen!", blaffte Jauch. Der junge Mann nahm wieder Platz - und den Fauxpas des Moderators mit Humor. Was Jauch so unwirsch unterstrich, war seine Theorie, dass sich der Kandidat den Einsatz des Jokers hätte sparen können. Jauch erhob sich zur Beweisführung und assistierte dem Kandidaten beim Denken.

"Wobei beträgt das Verhältnis zwischen Breite und Höhe stets 1 zu Wurzel aus 2?" Die Antwortmöglichkeiten: Zauberwürfel, Vorfahrt-Verkehrsschild, DIN-A4-Papier, Fußballtor. Per Ausschlussverfahren blieb nur das Papier übrig. Dazu hätte auch der im Nachhinein befragte Zusatzjoker geraten. Jauch triumphierte: "Den Joker hätte es nicht gebraucht, aber ich wollte, dass Sie sich die Haare noch ein bisschen mehr raufen."

Jauch plaudert aus dem Nähkästchen der Kindheitsschmach

Da freute sich Jauch zu früh: Dank des Publikumsjokers kam Tom Grimm problemlos über die 64.000-Marke. Nun wollte der Moderator über den Verwendungszweck des Gewinns sprechen, und der Kandidat erklärte, er plane, seiner Freundin den Traum vom eigenen Knopfladen zu erfüllen. Grimm verneinte Jauchs Frage, ob er selbst Knöpfe annähen könne.

"Ich habe das mal gelernt in der vierten Klasse", erinnerte sich der Moderator. Er wusste sogar noch den Namen der Lehrerin: "Bei Fräulein Neitzel. Handarbeit." Eine wahre Geschichte ohne Happy End: "Das war meine einzige Fünf, die ich in der Grundschule auf dem Zeugnis hatte." Statt Mitleid zeigte das Publikum Belustigung. "Da leide ich irgendwie noch heute drunter", schob Jauch nach. An die 125.000-Euro-Frage wagte sich Tom Grimm nicht, nachdem sein Telefonjoker keinen Rat wusste. Doch für 64.000 Euro bekommt man auch schon jede Menge Knöpfe ...

Noch aus der letzten Folge bekannt war Heinz-Dieter Hermann aus Ochtrup. Der Polizeibeamte hatte einen Glückskeks als Glücksbringer dabei. Der hielt allerdings nicht bis zum Zwei-Millionen-Jackpot, sondern nur bis 16.000 Euro. Alexander Embach (43) aus Saarbrücken ist als Bereichsleiter bei der Agentur für Arbeit tätig. Er erspielte 8.000 Euro.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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