Lanz nimmt Söder in die Mangel

Gastgeber Markus Lanz machte es dem bayerischen
Ministerpräsidenten Markus Söder in seiner ZDF-Talkshow am Mittwoch
nicht einfach.
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Gastgeber Markus Lanz machte es dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in seiner ZDF-Talkshow am Mittwoch nicht einfach.

© ZDF

Für den bayerischen Ministerpräsidenten war es kein einfacher Auftritt bei "Markus Lanz": Der Gastgeber konfrontierte Markus Söder nicht nur mit seiner "Schlafwagen"-Aussage zum Wahlkampf, sondern testete auch die Treue des CSU-Politikers zum Wahlprogramm der Union.

Der Gastgeber präsentierte sich im Angriffsmodus: "Markus Lanz" versuchte am Mittwoch in seiner gleichnamigen ZDF-Talkshow hartnäckig, Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder aus der Reserve zu locken.

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Mit dem Wahlkampf und der stockenden Impfkampagne standen gleich zwei große Themen auf dem Zettel. Die Einschätzung des zugeschalteten CSU-Politikers zum aktuellen Geschehen um die Bundestagswahl im September? "Also ich finde, dass der Wahlkampf insgesamt im Moment ein bisschen darunter leidet, dass wir zu viel über Nebensächlichkeiten reden."

Darunter verstand Söder die Diskussion um den Lebenslauf von Annalena Baerbock ebenso wie die um das Lachen Armin Laschets bei einer Rede des Bundespräsidenten zur Flutkatastrophe.

An erster Stelle müssten laut Söder nun die "Bewältigung der Flutfolgen" stehen, dann klare Ansagen zu den Corona-Maßnahmen. Hier sei eine "einheitliche Linie" vonnöten. Für die Grünen hatte der CSU-Politiker noch einige Spitzen parat. Er wolle der Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock nicht absprechen, eine fähige Politikerin zu sein, doch "mein Eindruck ist, die Grünen haben sich nicht wirklich vorbereitet auf diese Situation." In Bezug auf den Slogan der Grünen, bereit für Deutschland zu sein, erklärte Söder, er habe den Eindruck, die Deutschen wollten gar nicht bereit für die Grünen sein.

Zum Thema Klima erklärte er: "Ich finde jetzt schon, dass diese Hochwasser- und diese Starkregen-Ereignisse jetzt schon nochmal ein echter Weckruf sind, was die Themen Klimawandel und Klimaschutz betrifft." Die Union wolle "Klimaschutz und Wohlstand zusammen denken."

Lanz: "Das glauben Sie wahrscheinlich selber nicht"

Nach diesen Ausführungen nahm Lanz den bayerischen Ministerpräsidenten zunehmend in die Mangel. Bezogen auf ein Zitat Söders hakte der Gastgeber bezüglich des Union-Wahlkampfs nach: "Finden Sie, dass Armin Laschet Wahlkampf im Schlafwagen macht?" Söder wich daraufhin etwas aus, erklärte, seine "Schlafwagen"-Aussage gelte nicht Armin Laschet, sondern allen, ihn eingeschlossen. "Wir wollen im Team gewinnen", so Söder, der im Anschluss die Situation der Union mit der deutschen Fußballnationalmannschaft verglich. Der bayerische Ministerpräsident führte aus, es sei seine Hauptsorge, der Wahlkampf könnte "vor sich hinplätschern" und die Union in der Opposition aufwachen, während die Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP regiert.

Daraufhin stellte Markus Lanz die Einigkeit der Union mit dem CSU-Wahlprogramm auf die Probe. Während Spitzenkandidat Armin Laschet von der CDU kürzlich noch erklärte, es sei nicht die Zeit für Steuersenkungen, verspricht diese die CSU zahlreich. Söder ging auf diesen Widerspruch nicht ein, sondern verwies auf das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU und stellte den Gegensatz zu den linken Parteien heraus: "Die politische Linke glaubt an Steuererhöhungen, was ich nicht ganz verstehe." Diese würde wirtschaftlichen Wachstum verhindern, auch für den Mittelstand. Dann beteuerte Söder noch: "Ich bin also ein braver, ganz treuer, gemeinsamer Unions-Wahlkämpfer."

Lanz gab sich damit nicht zufrieden. Auf Söders Aussage "Ich hoffe, das hat ein bisschen geholfen", entgegnete er resolut: "Ehrlich gesagt: nein." Dann legte der Talkmaster nach: "Ich habe selten so viele kleinere Schummeleien in einem einzigen Satz gehört." Offenbar kaufte er dem CSU-Politiker diese Aussage nicht ab. "Dass sie der brave CDU-Wahlkämpfer sind, das glauben Sie wahrscheinlich selber nicht."

Maximal mögliche Freiheiten als Impfanreiz

Zum Thema Impfungen ist Söders Aussage hingegen unmissverständlich: "Das Impftempo massiv erhöhen" sei ein wichtiger Schritt. Bayern etwa hätte genügend Impfdosen zur Verfügung, um innerhalb von 80 bis 90 Tagen alle Menschen ab zwölf Jahren zu impfen. In diesem Falle wäre man bereits im Herbst mit diesen Impfungen durch. Allerdings beklagte der bayerische Ministerpräsident einen "Strömungsabriss" im Impfgeschehen. Die Rückgabe von maximal möglichen Freiheiten für vollständig Geimpfte könne ein Anreiz für bislang Ungeimpfte sein, und sei ohnehin im Sinne der Verfassung.

Eine weitere Stellschraube: Langfristig solle für Corona-Tests selbst bezahlt werden. "Wer partout nicht will, und das respektiere ich, aber der muss dann auch die Konsequenz und die Verantwortung dafür übernehmen", erklärte Söder. Die viel zitierte "Impfpflicht durch die Hintertür" sei das nicht, das Impfen sei der einzige Weg zu mehr Öffnungen.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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