Trauer um "Mr. Rockpalast" Peter Rüchel

Von ihm stammte die Idee zu mehrstündigen Rocknächten: Peter
Rüchel ist der Vater der "Rockpalast"-Nächte. Er starb nach
schwerer Krankheit, wie es in Medienberichten hieß.
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Von ihm stammte die Idee zu mehrstündigen Rocknächten: Peter Rüchel ist der Vater der "Rockpalast"-Nächte. Er starb nach schwerer Krankheit, wie es in Medienberichten hieß.

© WDR / Thomas Brill
21.02.2019 - 08:44 Uhr

Der legendäre Vater der WDR-Musikshow "Rockpalast" ist tot: Peter Rüchel starb kurz vor seinem 82. Geburtstag.

Sein Leben war zur einen Hälfte Musik, zur anderen Fernsehen, könnte man etwas überspitzt formulieren: Peter Rüchel, der Vater der legendären "Rockpalast"-Shows, ist tot. Er verstarb Medienberichten zufolge am Mittwoch nach schwerer Krankheit im Krankenhaus. Rüchel wäre am 9. März 82 Jahre alt geworden.

Am 23. Juli 1977 flimmerte die erste lange "Rockpalast"-Nacht der ARD über die Bildschirme. Es spielten: Rory Gallagher, Little Feat und Roger McGuinn's Thunderbyrd. Ebenso wie die Namen der Stars scheint auch das vielleicht coolste ARD-Programm aller Zeiten heute wie ein Relikt aus einer lang vergangenen TV-Zeit. Peter Rüchel hatte das rockige Anarcho-Program seinerzeit beim WDR aus der Taufe gehoben: Drei Bands spielten live nach dem "Wort zum Sonntag" bis in die frühen Morgenstunden. Das Ganze wurde über vier oder fünf Stunden live aus der Essener Grugahalle über die Eurovisionskanäle in halb Europa verbreitet. In den Umbaupausen gab es drogenvernebelte Interviews mit Musikern oder einfach gemeinsames Warten.

"Mr. Rockpalast" erinnerte sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau an die Debatten um Einschaltquoten, die ihn nicht sonderlich berührten: "Ein Programmdirektor fragte mich mal, wie denn meine Quote gewesen sei. Ich sagte: 'Sie lag bei 100 Prozent! Alle, für die Rockmusik ein Lebensmittel ist, haben zugeschaut." Rüchel war stets Macher und zugleich erster Fan seiner Sendung, die bald auch zur Marke über das Fernsehen hinaus avancierte. "Rockpalast" - das stand für erstklassige Festivals.

"Der Tod von Peter Rüchel erfüllt uns mit Trauer", erklärte WDR-Intendant Tom Buhrow, selbst bekennender Rockmusik-Anhänger, in einem ersten Statement. "Mit dem Rockpalast haben er und Regisseur Christian Wagner vor mehr als 40 Jahren etwas Neues, Aufregendes und Einzigartiges geschaffen. Jeder, der sich für Rock-Musik interessiert, kennt den Rockpalast. Viele sind mit ihm aufgewachsen, viele schauen ihn auch heute noch. Dass sein Werk weiterleben, um nicht zu sagen weiterrocken und seine Gültigkeit behalten wird, ist ein tröstlicher Gedanke."

Zu den großen Verdiensten Peter Rüchels gehörte es laut WDR, "nicht nur etablierten Größen, sondern auch kommenden Weltstars ein Forum gegeben zu haben, so etwa U2 im Jahr 1981 und R.E.M. vier Jahre später". Mit den allermeisten von ihnen war Rüchel auf Du und Du. Im teleschau-Interview sagte Rüchel, er "glaube, der Rockpalast hat sich auf sehr besondere Art in das kollektive Gedächtnis dieser Altersgruppe reingeschlichen. Für viele, die diese Nächte damals gesehen haben, sind die Erinnerungen daran wirklich wichtig."

2003 ging Peter Rüchel in Rente, blieb dem Rockpalast, der im Juli 2017 40 Jahre alt wurde, aber verbunden - als Berater und Editor der Rockpalast-DVD-Reihe.

Quelle: teleschau - der mediendienst GmbH
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