US-Firma erstellt heimlich Datenbank mit drei Milliarden Bildern

Ein US-amerikanisches Start-up hat rund drei Milliarden Fotos
für eine Gesichtserkennungs-Datenbank gesammelt. Zu den Kunden
gehören offenbar auch Polizeibehörden.(Symbolbild)
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Ein US-amerikanisches Start-up hat rund drei Milliarden Fotos für eine Gesichtserkennungs-Datenbank gesammelt. Zu den Kunden gehören offenbar auch Polizeibehörden.(Symbolbild)

 © 2017 Getty Images/Steffi Loos

Es ist ein Privatsphäre-Alptraum: Ein US-Unternehmen soll heimlich eine Datenbank aufgebaut und dafür über drei Milliarden Fotos gesammelt haben. Aufhorchen lässt der Kundenkreis des Start-ups.

Während in der EU über ein Verbot von Gesichtserkennung debattiert wird, sammelt ein US-Unternehmen unzählige Fotos und baut heimlich eine Datenbank auf. Dies berichtet die "New York Times". Demnach habe das weitgehend unbekannte US-amerikanische Start-up Clearview AI etwa drei Milliarden Bilder von Menschen automatisiert gesammelt. Die Bilder seien in einer umfassenden Datenbank für die Gesichtserkennung gespeichert worden. Sie stammen aus frei zugänglichen Online-Quellen wie etwa Facebook, YouTube oder Instagram. Diese "Scraping" genannte Methode ist durch die Geschäftsbedingungen der meisten großen Plattformen untersagt. Gründer des Unternehmens und Entwickler der Software ist der Australier Hoan Ton-That. Laut des Berichts erklärte dieser, andere Firmen würden eine ähnliche Praxis betreiben, was Facebook überdies auch bekannt sei.

Wie es weiter heißt, habe die problematische Gesichtserkennungstechnologie rund 600 Kunden und Interessenten. Zu diesem Kreis gehören auch verschiedene Polizeibehörden sowie das FBI und das Heimatschutzministerium DHS. Polizisten erklärten gegenüber der "New York Times", die Methode hätte zu schnellen Fahndungserfolgen bei Delikten wie Körperverletzung und Ladendiebstahl geführt.

Durch die Zusammenarbeit mit Polizeibehörden bekomme Clearview Zugriff auf das Bildmaterial der Gesetzeshüter, wodurch die Datenbank weiter wachse, heißt es. Wie ausgereift die Technologie bereits ist, illustriert eine Anekdote einer beteiligten Journalistin. Sie bat Polizisten, zu Testzwecken ein Bild von ihr hochzuladen. Nicht nur seien ihr Fotos angezeigt worden, von deren Existenz sie nichts wusste. Innerhalb kurzer Zeit habe sich das Unternehmen bei der Polizei gemeldet und gefragt, ob diese mit der Presse sprechen würden.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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