Vera Int-Veen fassungslos über Hartz-IV-Ehepaar: "Seid ihr ein Vorbild für eure Tochter?"

Moderatorin Vera Int-Veen ist fassungslos, als sie das
Kinderzimmer von Julia betritt. Dieses sieht eher aus wie eine
Müllhalde. Klar, dass Vera der lethargischen Famile Beine
macht.
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Moderatorin Vera Int-Veen ist fassungslos, als sie das Kinderzimmer von Julia betritt. Dieses sieht eher aus wie eine Müllhalde. Klar, dass Vera der lethargischen Famile Beine macht.

© TVNOW

Wenn Du denkst, es geht nichts mehr, schickt RTL die Int-Veen daher. Im zweiten ihrer der Armuts-Doku beglückt die Moderatorin ein vereinsamtes Ehepaar aus dem Schwabenland, das aus Geldmangel nach Prenzlau (Brandenburg) geflüchtet war, mit einer erschwinglichen Wohnung in der Heimat.

"Wie geht's? Nicht gut? Probleme?" Die prekariatserprobte Vera Int-Veen nimmt kein Blatt vor den Mund bei ihrer erneuten Reise durch die Armutswohnungen der Republik. "Vera unterwegs - Zwischen Mut und Armut", heißt ihr Reisebericht in zwei Teilen, der bei RTL am Mittwochabend seinen Abschluss fand. Die meisten Protagonisten aquiriert sie, so scheint es, einfach mal eben per Zuruf. Lehnt eine üppige, volltätowierte Mehrfachmama auf dem Balkon ihrer Plattenbauwohnung und raucht, brüllt Vera zu ihr hoch, ob sie denn spontan hochkommen dürfe mit ihrem Kamerateam, und das klappt natürlich immer.

"Arbeitslos, alleinerziehend oder krank - Armut hat viele Gesichter. Ein Leben, abgekoppelt von der Gesellschaft. Doch wer einmal in die Abwärtsspirale gerät, kommt schwer wieder heraus", so teast Vera Int-Veen den zweiten Teil ihrer Mini-Sozialduko in der RTL-Primetime an. "Ich will hinsehen und reise einmal durch Deutschland. Ohne Drehbuch, auf den Spuren von Mut und Armut."

Immerhin: Ihre erste Stippvisite führt Int-Veen zu einem Haus mit Garten, Eigentum! Okay, im sehr ländlichen Mecklenburg-Vorpommern. Hausherr Thomas, ein gelernter Rinderzüchter, und seine Frau Doreen hatten es einst für schlappe 25.000 Euro erworben. Außen einfach, aber idyllisch, Gänse und Kaninchen - innen marode Tristesse. Geheizt wird mit Briketts, das Kinderzimmer der übergewichtigen Tochter Julia (11) ist seit zwei Jahren nicht bewohnbar, "weil es von oben runterkam", so Doreen, die vor 20 Jahren ihre Ausbildung abbrach und seitdem nie wieder den Versuch wagte, ins Berufsleben zurückzukehren.

Tränenflussfördernde Suggestivfragen

Thomas hat zwei Schlaganfälle hinter sich, wird nie wieder arbeiten können. Ein weiteres Zimmer entpuppt sich als Müllhalde. "Ich habe den Eindruck, dass die beiden das gar nicht mehr wahrnehmen", seufzt Vera. "Seid ihr ein Vorbild für eure Tochter, was soll den aus dem Mädel mal werden?", fragt sie. Und: "Kommt Julia nachher glücklich lächelnd aus der Schule und sagt: Hier geht's heut' richtig ab?" Klar, dass die gebeutelte Mama weinen muss. Die Kamera zoomt ins von verzweifelnden Händen bedeckte Gesicht, das tut sie auch gerne bei den vielen Plattenbau-Balkonen. Zu Int-Veens Qualitäten zählen zweifelsohne tränenflussfördernde Suggestivfragen.

Aber Vera sorgt nicht nur für die (notwendigen) emotionalen Eskalationen, sie hilft auch. Thomas und Doreen eröffnet sie, welche staatlichen Hilfen die beiden ausschöpfen können, und schleppt sie zur Caritas-Beratung, und da geht tatsächlich was.

Toast verspeisen fast ohne Zähne, gar nicht mal so einfach

Birte, Anfang 40, hat kaum noch Zähne, knabbert in Senftenberg (Brandenburg) mühsam an ihrem Toast mit Schokocreme herum, der Low-Budget-Version versteht sich. Eine warme Mahlzeit ist "nur dreimal die Woche drin". Hunger, ja, das müsse man halt ertragen, sagt die Frührentnerin mit den eingefallenen Wangen und dem fahlen Teint. Ihr fehlen fast alle Zähne. "Man gewöhnt sich daran, ich habe da gewisse Techniken, dass ich trotzdem essen kann", sagt Birte und versucht zu lächeln.

Im Großen und Ganzen hat "Vera unterwegs" wenig Erbauendes zu bieten, eher Armut statt Mut, am Ende jedoch Tränen der Freude: Dem wegen Mietwucher vom Schwabenland nach Prenzlau (schon wieder Brandenburg) geflüchteten Rentnerpaar Andrea und Franz eröffnet die resolute Moderatorin, dass sie eine erschwingliche Wohnung klargemacht hat in der sehnsüchtig vermissten Heimat.

Sie können wieder zurückziehen, in die Nähe ihrer Tochter! "Ich werd irre, ehrlich. Mei Heimat!" Erstmals ist in Andreas' Rauschebartsgesicht eine Art Regung zu erkennen. Als auch noch die Tochter per iPad-Botschaft ihre Eltern herbeisehnt, brechen bei Andrea die Tränendämme, und so gehen die Zuschauer nach all dem Elend wenigstens mit einem Happy End ins Bett.

Quelle: teleschau - der mediendienst GmbH
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