"Wärst du doch im Keller geblieben": Natascha Kampusch leidet noch immer unter Hass-Kommentaren

13 Jahre, nachdem sie sich aus einem jahrelangen Martyrium
befreite, stellte sich das Entführungsopfer Natascha Kampusch den
Fragen von Markus Lanz. Nach ihrer Befreiung habe sie das Gefühl
gehabt, "von einem Feind in Umfeld mit vielen Feinden" gekommen zu
sein, schilderte die Österreicherin.
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13 Jahre, nachdem sie sich aus einem jahrelangen Martyrium befreite, stellte sich das Entführungsopfer Natascha Kampusch den Fragen von Markus Lanz. Nach ihrer Befreiung habe sie das Gefühl gehabt, "von einem Feind in Umfeld mit vielen Feinden" gekommen zu sein, schilderte die Österreicherin.

© ZDF

Vor 13 Jahren befreite sich Natascha Kampusch von einem jahrelangen Martyrium. Wirklich frei fühlt sie sich bis heute dennoch nicht. Bei "Markus Lanz" sprach sie nun über Anfeindungen und Hasskommentare im Internet.

Es ist ein Fall, der 2006 um die Welt ging und die Menschen bis heute bewegt: Am 23. August 2006 entkam die damals 18-jährige Natascha Kampusch ihrem Entführer, der sie acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten hatte. Der Ausbruch aus der Gefangenschaft wurde zum internationalen Medienereignis, im Zuge dessen auch Zweifel an der Geschichte der jungen Frau geäußert wurden. Sie sah sich mit offenen Anfeindungen und Hass konfrontiert. Nun, 13 Jahre später, sprach Kampusch zu Gast bei "Markus Lanz" über diese Zeit. "Ich bin von einem Feind in ein Umfeld mit vielen Feinden gekommen", erinnerte sie sich zurück.

Sie habe "gegrübelt und gegrübelt, was in der Sache wohl mein Fehler gewesen sein könnte", berichtete die Österreicherin. Schließlich sei sie zum Schluss gekommen, dass es ein "Fehler war, dem überhaupt zuzuhören", sagte sie im Bezug auf den Medienrummel. Von Anfang an habe sie Misstrauen gespürt, auch in den Kreisen der Polizei, erinnerte sich die heute 31-Jährige.

Anfeindungen aus der "untersten Schublade"

Besonders belastend seien jedoch die Reaktionen der Gesellschaft gewesen. "Leute haben gemurmelt oder auf mich gezeigt", beschrieb Kampusch. Das sei "unterste Schublade" gewesen. Auf Nachfrage von Markus Lanz, wo sich solche Vorfälle zugetragen hätten, entgegnete das Entführungsopfer: "Meist auf der Straße, wo die Leute auch schnell wieder wegkonnten. Die hätten das nicht ausgehalten, mir minutenlang gegenüber zu sein."

Zudem habe sie das Gefühl gehabt, "dass diese Emotionalität, die diesem unfassbaren Verbrechen entgegengebracht wurde, dann auf einmal auf mich umschlug, weil der Täter nicht mehr lebte". Trotz ihrer misslichen Lage habe sie jedoch nie über Suizid nachgedacht, wie Kampusch erläuterte: "Nein, ich hatte mich ja selbst befreit. Ab und zu habe ich darüber nachgedacht, dass es den anderen Leuten vielleicht lieber wäre, wenn ich Selbstmord begehen würde." Bis heute erreichen die 31-Jährige Hasskommentare in den sozialen Medien, wie sie ausführte, etwa "Wärst du doch im Keller geblieben" oder "Geh sterben".

Quelle: TELESCHAU
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