"Dschungel"-Beichte: "Seit 13 Jahren Sozialhilfeempfängerin"

Auf Krawallkurs: Mit Bea Fiedler (Mitte) macht der
Dschungelkampf plötzlich wieder großen Spaß.
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Auf Krawallkurs: Mit Bea Fiedler (Mitte) macht der Dschungelkampf plötzlich wieder großen Spaß.

© TVNOW / Stefan Gregorowius

Tag vier in der RTL-Dschungelshow aus dem trostlosen Industriegebiet von Hürth. Und endlich stellt sich der gewohnte Mix aus Durchgeknalltheit, coolen Sprüchen und Mit-Schluchzen über menschliche Abgründe ein. Mit der zweiten Dreier-Besetzung hat der Sender sich und den Fans einen großen Gefallen getan.

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Wie groß waren Enttäuschung und Langeweile, als es am vergangenen Freitag mit einer Corona-bedingt auf billigster Sparflamme aufgeköchelten faden Dschungelbrühe bei RTL losging. Auf engstem Tiny-House-Raum flackerte eben kein kultiges australisches Busch-Lagerfeuer auf, sondern tristes Neonleuchten-Gefunzel.

Kein Wunder, dass das uninspirierte Gezänk von Frank Fussbroich, Mike Heiter und Zoe Saip selbst die treusten "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!"-Fans anödete - und die Beteiligten untereinander gleich mit.

Doch wie durch ein Wunder: Es gibt nun wieder Hoffnung. Und was für welche! Es brauchte offenbar nach dem vermurksten Start einen zweiten Anlauf. Seit am späten Montagabend "Prince Charming"-Gewinner Lars Tönsfeuerborn, die durchgeknallte österreichische "DSDS"-Krawallschachtel Lydia Kelovitz sowie vor allem die mittlerweile 63-jährige "Eis am Stiel"-Filmveteranin Bea Fiedler in den nach nur drei Folgen kurz durch-desinfizierten Mini-Container nachrückten, ist plötzlich wieder Zunder im Spiel.

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Auf Krawall gebürstet: "Was sind das für Idioten?"

Keine zehn Minuten Sendezeit brauchte RTL diesmal, um sofort in den wohltuenden, schmerzhaft vermissten Pöbel-Modus zurückzufinden. Zum Gekeife, zur Sucht, zu den seelischen Untiefen - und zu den erschütternden Lebensbeichten.

"Was sind denn das für Idioten?", grölte Kettenraucherin Bea Fiedler gleich zu Beginn selbstbewusst und machte ihren Kurzzeit-Mitbewohnern unmissverständlich klar, wie rücksichtslos sie ihren royalen Herrschaftsanspruch über den Dschungel ausüben möchte.

Auch mittlerweile bereits einige Jahrzehnte, seitdem sie sich im Scheinwerferlicht räkeln durfte, weiß die einst so kesse Darstellerin von "Lust-Komödien" (O-Ton höchstpersönlich) noch immer, wie man Kameraleute dazu bringt, sie zu lieben. Bea Fiedler zog unerbittlich alle Aufmerksamkeit auf sich.

Und mit Öffentlichkeit weiß sie instinktiv etwas anzufangen. Also spulte das Ex-Playmate im Schnelldurchlauf ein Programm durch, mit dem RTL sonst mühelos gleich mehrere Folgen einer regulären "IBES"-Staffel im Dschungel hätte füllen können.

Deutschlands schönster Busen - in den 80er Jahren

Es ging wirklich Schlag auf Schlag am Dienstagabend: Zunächst setzte "La Fiedler" mit dem selbst beweihräuchernden, allerdings sympathisch selbstironisch eingefärbten Ritt auf der Nostalgie-Welle ein.

"Die 80er-Jahre waren die schönsten zehn Jahre in meinem Leben", blickte sie auf die Zeit der Softsex-Filmchen, textilarmen Fotoshootings und "Übervögelung" zurück. "Ich habe den schönsten Busen", sagte sie - und ließ nach dramatischer Pause ein wenig verschämtes "... gehabt" folgen. Später gab sie zu: "Ich habe seit 15 Jahren keinen Sex mehr gehabt." 

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Alkoholbeichte von Bea Fiedler

Phase zwei: die offenherzige Alkoholbeichte. "Ich habe mich durch die 80-er durchgesoffen", bilanzierte die Fiedler und degradierte ihre Mit-Camper zu bloßen Stichwortgebern, die Beas Schonungslosigkeit in eigener Sache mit offenem Mund bestaunen durften.

In Windeseile kamen mehr Fakten auf den Tisch, als man auf nüchternen Magen vertrug. Ja, Bea Fiedler hat eine Leberzirrhose gerade mal so überlebt. Seit 14 Jahren ist sie angeblich komplett trocken. Und entsprechend schlecht gelaunt. "Wasser ist so widerlich", stöhnt sie beim nicht-alkoholischen Zuprosten.

Phase drei: die ganz kurze Lunte beim Nikotin-Missbrauch. Im australischen Camp drehen die starken Raucher unter den Teilnehmern üblicherweise erst nach ein paar Tagen erzwungenen Entzugs komplett am Rad. Bei Bea Fiedler lagen von Beginn an die Nerven blank.

Kein Wunder, wenn man die zugeteilte Zigaretten-Ration schon in wenigen Minuten hemmungslos weggepafft hatte. Und wenn dann auch noch die Finger zittern. "Bea dreht wieder", spottete Daniel Hartwich. "Leider nur Zigaretten." Und dann knallte auch noch der überforderte Rauchmelder vom Hüttchen-Dach.

Bea Fiedler: "Ich bin seit 13 Jahren Sozialhilfeempfängerin"

Phase vier: der Einblick in die ganz alltägliche soziale Verelendung. Klar, während der vielen Ibiza-Partys der 80er-Jahre ließ es sich Bea Fiedler gut gehen. Eimerweise leerte sie die Sangria-Kübel und genoss das Jetset-Getingel. "Es war eine wunderschöne Zeit", sagt sie heute, muss aber schnell klarstellen: Das Geld, so es denn tatsächlich jemals im Überfluss vorhanden war, ist weg.

"Ich bin seit 13 Jahren Sozialhilfeempfängerin." Und dann kommt eben noch die Kippensucht dazu. "Manchmal kann ich mir zum Monatsende nicht mehr Zigaretten kaufen." Wäre man Raucher, man würde jetzt mitleidig mithusten.

Phase fünf: die ganz große Familienunglücksbeichte. Vermutlich gibt es nämlich neben den Zuschauern, die Bea Fiedler für den Einsatz im nächsten regulären "IBES"-Jahr in den Dschungel wählen können, einen Adressaten, der bei den wüsten, aber eben doch ergreifenden Tiraden tatsächlich erreicht werden sollte.

Ihr Sohn nämlich. Der ist mittlerweile 33 Jahre alt - und von seiner einst von der Nachwuchspflege rundum überforderten Mutter seit Jahren komplett entfremdet. Schon als Kind hatte Fiedlers Sohnemann die meiste Zeit bei den Großeltern verbracht. "Je älter er wurde, desto weniger wollte er mich", erzählte sie nun schluchzend.

"Als er 14 war, habe ich ihn eingeladen. Seitdem habe ich ihn nie wieder gesehen - und auch nicht gesprochen." Man kann nur hoffen, dass Bea Fiedlers Sohn bei diesem ergreifenden TV-Drama auf Speed möglicherweise wirklich kurz reingezappt hatte.

"Wie Helmut Berger im Fummel"

Man hatte sie eben erst ein klein wenig kennengelernt, und schon stand fest: Bea Fiedler ist ein Mensch, den man erschreckend, unsympathisch, nervtötend und anstrengend finden kann.

Aber gleichzeitig dürften ihrer Erzählungen selbst hartherzigen Zynikern überraschend nahe gegangen sein. Man kann es nicht anders sagen: Die Zweitbesetzung in der Verlegenheitsstaffel ist genau der Volltreffer, auf den die IBES-Verantwortlichen schon lange gewartet haben.

Oder man sagt es wie Olivia Jones, die als gewohnt scharfzüngiger Gast in die Show eingeladen war und Bea Fiedler augenscheinlich ebenfalls im Hauruck-Verfahren ins Herz geschlossen hatte: "Sie sieht aus wie Helmut Berger im Fummel", so die Zweitplatzierte der legendären siebten Dschungelcamp-Staffel.

Und Olivia Jones schwärmte natürlich auch von einer "Stimme tiefer als Mario Basler". Kurzum: Bea Fiedler, aber auch der rundum sympathische Kuschel-Hüne Lars und selbst die überkandidelte Österreicherin Lydia, die entgegen aller Regeln plötzlich einen Schnaps aus ihrem Höschen zog, machen Spaß. "Die haben ja mehr abgeliefert als andere in der ganzen Staffel", sagte Olivia Jones. Und wie recht sie hat.

Dezibel-Prüfung in der "Durchkreische"

Keine echte Überraschung, dass die "Dschungelprüfungstauglichkeitsprüfung" mit dem vollmundigen Titel "Durchkreische", den die enervierend laute Lydia leider viel zu wörtlich nahm, dann - wie im "echten" Australien auch - fast zur Nebensache geriet.

Mit einer Ausbeute von zwei von drei Sternen, die aus einem Durcheinander von Schlangen, Flusskrebsen und Stech-Skorpionen gefischt werden mussten, schlug sich das Stufe-Zwei-Team manierlich.

Wichtiger für die Dramatik der nächsten beiden Folgen war ohnehin, dass im Anschluss die Enttäuschung über die "Belohnung" (keine Zigaretten!) umso größer war. In der Dschungelshow im Schnellschleuder-Gang setzte prompt Nervenkrieg und missgünstiges Gezicke ein.

Der ruhigen Lars wurde dann noch von den Zuschauern vorläufig auf den ersten Platz gewählt. Krawall-Routinier Bea entlarvte das von RTL bekannt gegebenen Zwischenergebnis mit dem Scharfblick der auf Streit abzielenden Verschwörungstheoretikerin schnell mal als vermeintliche "Lüge". Gezofft wird sich ohnehin.

Und bei dem sanftmütigen "Prince Charming"-Gewinner musste noch schnell der Groschen fallen: "Ich lebe zwar noch, aber ich weiß nicht mehr, wie lange", orakelte er. "Du machst mich wahnsinnig, Bea", klagte Lars. "Dafür sind wir hier", antwortete der Busenaltstar. Und wie weise das wieder war!

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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