"WWM": Kandidatin beleidigt ganzes Land

"Zuhause wüsste ich das auch" - mit dem selbstironischen
T-Shirt-Spruch erregte Lydia Hutter Aufsehen.
Bild 1 von 52

"Zuhause wüsste ich das auch" - mit dem selbstironischen T-Shirt-Spruch erregte Lydia Hutter Aufsehen.

© TVNOW / Stefan Gregorowius

Sie beleidigte ein ganzes Land und verscherzte es sich dank ihrer sympathischen Art dennoch nicht mit dem Publikum. Am Ende ihres Auftritts bei "Wer wird Millionär?" führte Lydia Hutter ihren Freund aus Rache öffentlich vor - mit Unterstützung von Günther Jauch.

"Haben Sie Ihr Trauma schon vorne aufs T-Shirt drucken lassen?", erkundigte sich Günther Jauch bei der ersten Kandidatin, die am Montag, dem 23. März die Bühne betrat. "Zuhause wüsste ich das auch" war auf dem T-Shirt von Lydia Hutter zu lesen. Die 23-jährige Leipzigerin studiert in Halle BWL. "Vor dem Fernseher kann man so schön mitraten", erklärte sie. "Man hat nichts zu verlieren, kann Google befragen und danach behaupten: Habe ich ja gleich gesagt."

Die Exposition für das Drama des Abends lieferte Jauch nach der erfolgreich absolvierten 4.000-Euro-Frage. Der Moderator wusste: "Der Antrieb, warum Sie heute hier sind, ist eigentlich Ihr Freund." Lydia Hutter berichtete von gemeinsamen "Wer wird Millionär?"-Fernsehabenden mit ihrem Partner: "Er ist der Meinung, dass ich fast nie irgendwas weiß, sondern nur gut rate." Vermutlich lache er immer noch und könne kaum glauben, dass sie es tatsächlich auf den Ratestuhl geschafft habe, glaubte die Studentin. Das weckte Jauchs Mitgefühl: "Hätten Sie ihn doch heute hierher geschliffen, dann hätten wir den zusammen fertig gemacht."

Die Kandidatin gab zu: "Das wäre ein Traum gewesen." Doch sei derlei Spontanität schwierig, da er in der Schweiz Fußball spiele. Jauch hoffte, man könne ihm wenigstens einen Telefonstreich spielen, wenn er als Joker in der Leitung wäre, doch die Kandidatin hatte ihn nicht zu dieser Rolle auserkoren. "Nein, ich hatte Angst wegen seinem Schweizer Dialekt - wenn der nervös ist, verstehe ich den nicht." Darüber amüsierte sich das Publikum lauthals. Jauch und die Studentin schmiedeten den Plan, den Freund im weiteren Verlauf der Sendung trotzdem anrufen - "um ihn moralisch fertigzumachen", freute sich Jauch schon.

Sticheleien gegen die Schweiz

"Mich macht etwas besorgt, dass Sie nicht mal ansatzweise versuchen nach einem Joker zu greifen", gab Jauch zu. Doch war die Kandidatin auch bei der 16.000-Euro-Frage sicher, dass die 34-jährige Sanna Marin das finnische Pendant zu Angela Merkel sei. Jauch schmollte und Lydia Hutter fragte sich ernsthaft: "Soll ich jetzt noch einen Joker nehmen, damit das weniger überheblich wirkt?" Da machte Jauch einen Rückzieher und riet als väterlicher Freund: "Ich würde nie aus moralischen Gründen einen Joker nehmen."

Erst nach der 64.000 Euro-Marke waren drei Joker verbraucht. Günther Jauch lobte den Vater der Kandidatin, der im Publikum saß: "wertschätzend, immer an ihrer Seite, in ihre Fähigkeiten vertrauend". Dann wurde er deutlicher. Als Anti-Amor verschoss Jauch Giftpfeile: "So ist der ideale Ehemann - vergessen Sie Zürich." Was die Kandidatin nun über den Freund berichtete, machte die Sache nicht besser: "Er hat schon gesagt: Wenn ich über 16.000 komme, soll ich den nächsten Urlaub bezahlen." Jauch wunderte sich über einen derart knausrigen Fußballspieler und erfuhr: "Zweite Liga, ich mache mich immer darüber ein bisschen lustig ... eigentlich über die Schweiz allgemein im Vergleich zu Deutschland." Die Schweiz sei "nicht so das Land meiner Träume." Vor allem die Preise für Lebensmittel empfand sie als Albtraum.

Der Freund wird gnadenlos vorgeführt

Hutters Schwester konnte als Telefonjoker nicht bei der 125.000-Euro-Frage helfen: "Bei welcher Substanz leitet sich der Name von der Krankheit her, gegen die sie eingesetzt wird?" Nachdem sie mit 64.000 Euro aufgab, verriet Jauch: Ascorbinsäure, wegen Skorbut. Dann endlich sollte der versprochene Showdown kommen: das Telefonat mit Lydia Hutters Freund. Doch offenbar stimmte die Nummer nicht. "Das ist die Nummer aus meinem WhatsApp", meinte die Studentin und grübelte - sehr zum Amüsement der Zuschauer: "Wer weiß, mit wem ich all die Jahre geschrieben habe?"

Irgendwie klappte es dann doch noch und der Freund namens Tobias war dran. Befragt ob er ahne, warum er angerufen wurde, vermutete er: weil seine Partnerin auf dem heißen Stuhl saß. Das wäre zu banal, erklärte Jauch großspurig: "Wissen Sie, wir spielen hier in der ersten Liga." Autsch! Das Publikum quittierte den Seitenhieb mit Applaus. "Ihre Freundin ist ja ein Phänomen, die rät ja die Antwort immer nur", führte Jauch den jungen Mann aufs Glatteis. "Ja, ich weiß", tappte dieser in die Falle. "Unbelehrbar, der Mann!", urteilte Jauch. Dann kam der verbale Denkzettel, indem er die stolze Summe von 64.000 Euro erwähnte. "Ich denke, es gibt Gesprächsbedarf, wenn Sie sich wieder treffen", meinte Jauch. "Ja, das weiß ich schon", gab der Vorgeführte kleinlaut zu.

Jauch verabschiedete die Kandidatin mit einer Anspielung auf das T-Shirt-Motto: "Ob Sie es zu Hause auch gewusst hätten? Ist ja egal - besser hier!"

Ebenfalls in der Sendung: Privatkoch Lars Fumic aus München. Er erspielte 16.000 Euro. Ronald Arnhold aus Erlangen darf am Dienstag weiter spielen. Der Veranstaltungsmanager und Gastronom steht aktuell bei 8.000 Euro.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
Top-Themen
Der Kunst- und Antiquitätenhändler Fabian Kahl sorgt mit einem Instagram-Bild für Aufregung und jede Menge negativer ...mehr
Lieber Herr Scholz, ich habe sie schon ein paarmal erlebt ... : Bei Anne Will nahm der Virologe Alexander Kekulé das ...mehr
Zwei Jahre herrschte Funkstille zwischen den tief zerstrittenen Halbschwestern Daniela Katzenberger und Jenny Frankhauser.mehr
Anzeige