Zum Tod von Herbert Feuerstein: WDR zeigt ein ganz besonderes Porträt

Herbert Feuerstein ist am 6. Oktober im Alter von 83 Jahren in
Erftstadt gestorben.
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Herbert Feuerstein ist am 6. Oktober im Alter von 83 Jahren in Erftstadt gestorben.

© WDR

Der beliebte Kabarettist und Autor Herbert Feuerstein ist tot. Er sei im Alter von 83 Jahren in Erftstadt, Nordrhein-Westfalen gestorben, wie der WDR mitteilte.

Als Chefredakteur des "MAD"-Magazins sowie als Sidekick von Harald Schmidt wurde Herbert Feuerstein bekannt. Am Dienstag ist der Kabarettist im Alter von 83 Jahren gestorben. Dies teilt der WDR am Mittwoch mit. Am Abend zeigt das WDR-Fernsehen zu Ehren des beliebten Entertainers die 60-minütige Sendung "Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf" von 2015.

Herbert Feuerstein wurde am 15. Juni 1937 im österreichischen Zell am See geboren. Sein Vater, so erzählte der Kabarettist selbst, sei ein bekennender Nazi, seine Mutter eine sehr hysterische Frau gewesen. Humor sei deshalb schon früh seine Form der Opposition gewesen. 1956 begann Feuerstein ein Musikstudium am Mozarteum in Salzburg. Nach nur zwei Jahren musste er die Schule allerdings verlassen, da er eine Komposition des damaligen Präsidenten der Salzburger Festspiele, Bernhard Paumgartner, verrissen hatte. Anschließend zog es Feuerstein in die USA, wo er als Journalist arbeitete und 1960 zum ersten Mal heiratete. Als die Ehe in die Brüche ging, kehrte er Ende der 1960-er zurück nach Deutschland.

Hier angekommen, leitete er den "Pardon"-Verlag. Zudem war er bis 1992 der Chefredakteur der deutschen Ausgabe der Satirezeitschrift "MAD". Anfang der 1980-er ging Feuerstein zum Fernsehen: Als Gag-Autor war er zunächst für die WDR-Jugendsendungen "Die Michael-Braun-Show " und "Wild am Sonntag" beschäftigt, ehe er 1990 vor die Kamera wechselte: In der Talkshow "Schmidteinander" mimte er den Sidekick von Moderator Harald Schmidt. Die Idee für das Format hatte Feuerstein aus den USA mitgebracht.

WDR ändert sein Programm

Im Herbst 1994 wurde Feuerstein mit einem "Bambi" für seine Kreativität ausgezeichnet, ehe "Schmidteinander" ein halbes Jahr später eingestellt wurde. Danach war Feuerstein immer wieder im Theater und in verschiedenen Fernsehrollen zu sehen. Unter anderem spielte er in der Anfang 2020 abgesetzten ARD-Serie "Lindenstraße" in einem Jubiläumsspecial Mutter-Beimer-Entführer Detlef Hase.

Feuerstein wurde unter anderem mit einem Grimme-Preis und dem Comedy-Ehrenpreis ausgezeichnet. Zu seinem 70. und 75. Geburtstag präsentierte der WDR zwei Sondersendungen, die von Harald Schmidt und später von Bastian Pastewka moderiert wurden. Zuletzt lebte Feuerstein gemeinsam mit seiner dritten Ehefrau in Brühl bei Köln.

"Wir bedanken uns bei Herbert Feuerstein nicht nur für 'Schmidteinander', eine Kult-Show, die Fernsehgeschichte geschrieben hat und vieles verändert hat", schreibt der WDR-Intendant Tom Buhrow in einer Pressemitteilung. "Sondern auch für seinen klugen Humor, seine herrliche Albernheit, den intelligent durchdachten Anarchismus und viele, viele höchst unterhaltsame Fernseh- und Hörfunkstunden. So oft hat er uns zum Lachen gebracht. Heute sind wir traurig."

Der Westdeutsche Rundfunk kündigte zwei Sondersendungen im Gedenken an den Kabarettisten an: Am heutigen Mittwoch, 7. Oktober, zeigt der WDR um 22.15 Uhr, den Film "Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf. Und lebt noch 2091 Tage" von Klaus Michael Heinz. Der Radiosender WDR5 sendet um 20.04 Uhr die Sendung "Herbert Feuersteins Nachruf auf sich selbst" von Michael Lohse. Denn in der Tat: Im Januar 2015 schrieb Herbert Feuerstein seinen Nachruf und nahm ihn für den Hörfunk auf, wie der WDR nun anlässlich der Wiederholung erinnert: "Ich will nicht lang drumrum reden, ich bin jetzt tot, und Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, werden das eines Tages auch sein." Zur selben Zeit, so der WDR, habe Feuerstein erstmals eine Home-Story zugelassen: Anke Engelke durfte ihn zu Hause in Erftstadt besuchen "und ihm vor laufenden Kameras persönliche Fragen stellen - auch zum selbstbestimmten Sterben". Der Untertitel "Und lebt noch 2091 Tage" sei "so ungewöhnlich wie Herbert Feuerstein, der am 6. Oktober 2020 verstarb", heißt in der Mitteilung des Senders.

Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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