Amiaz Habtu: "Meine Mutter ist durchaus erbost"

Erfüllt sich gerade den nächsten Traum: Amiaz Habtu
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Erfüllt sich gerade den nächsten Traum: Amiaz Habtu

 © Stefan Neumann

Amiaz Habtu ist ein vielbeschäftigter Mann. Jetzt rappt der "Die Höhle der Löwen"-Moderator sogar noch. Bei so viel Arbeit bleiben schon mal die Familie und die Freunde auf der Strecke, wie er im Interview mit spot on news verrät. Aber es entstehen auch unvergessliche Momente...

Amiaz Habtu (42) ist ein echter Tausendsassa. Die meisten werden ihn wohl als Moderator der Gründershow "Die Höhle der Löwen" kennen, aber Habtu hat noch einige weitere Eisen im Feuer. Nun hat er sich den nächsten lang gehegten Traum erfüllt. Mit "Von A bis Z" hat er seine erste Rap-EP veröffentlicht - und das komplett in Eigenregie. Dass bei so viel Arbeit schon mal das Privatleben auf der Strecke bleibt, gesteht er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news ein. Aber durch seine Arbeit hat Habtu auch unvergessliche Momente erlebt. Wie die Nacht, als er mit Basketball-Legende Michael Jordan (56) gezecht hat.

Herr Habtu, Sie haben schon seit 1998 Musik gemacht. Bis 2008 noch auf Englisch. Jetzt, elf Jahre später, kommt neue Musik. Warum hat das so lange gedauert?

Amiaz Habtu: Das ist eine gute Frage. Damals bahnte sich tatsächlich auch ein Major-Deal an, der aber nie zustande gekommen ist - worüber ich im Nachhinein froh bin. Ich habe viele Jahre auf Englisch gerappt, weil ich damit groß geworden bin. Über MTV habe ich mir auch den amerikanischen Akzent angeeignet. Mit 14 Jahren habe ich dann meinen ersten englischen Rap-Text geschrieben und Leute haben das gefeiert. Ich bin dann aber einen anderen Weg gegangen und brav zur Schule gegangen. Ich habe studiert und dabei gemerkt, dass mir das Moderieren liegt. Als das dann immer mehr Fahrt aufgenommen hat, habe ich die Musik verloren und das Ganze nicht konsequent weiterverfolgt.

Kool Savas war dafür verantwortlich, dass Sie heute auf Deutsch singen. War es zu Beginn schwer, auf Deutsch zu rappen?

Habtu: Absolut. Weil man jedes einzelne Wort jetzt auch versteht und der deutsche Flow auch anders ist. Hinter dem Englischen kann man sich noch ein wenig verstecken und man rappt auch in einer ganz anderen Tonlage. Es hat ein wenig gedauert, bis ich meinen deutschen Flow und meine Tonlage gefunden habe. Gerade Kool Savas war in dieser Zeit immer mit Rat und Tat an meiner Seite.

Sie machen einen Old-School-Sound. Liegen da Ihre musikalischen Wurzeln? Gerade ist ja eher Trap und Gangster-Rap angesagt.

Habtu: Bei der EP wollte ich einfach nur das machen, worauf ich selbst Lust habe. Der Beat sollte klar sein, mit dem souligen aus den 60ern gepaart mit Lines, die direkt und ehrlich gemeint sind. Auf die Charts habe ich nicht geachtet.

Ein authentischer Ansatz. Wie sehen Sie Rapper, die Gangster-Rap machen, aber vielleicht gar nicht den Werdegang haben und sozusagen eine Rolle spielen?

Habtu: Gangster-Rap ist ein Teil des Hip-Hops. Als Sprachrohr für die Menschen, die in den Gettos wohnen. Viele von ihnen haben genau diese Dinge erlebt. Wenn Rapper dieses Genre bedienen wollen, ist das ihre freie Entscheidung. Aber nur weil jemand in einem Reihenhaus groß geworden ist, heißt das nicht, dass er keinen Gangster-Rap machen kann. Bei mir entspricht das nicht meiner DNA, auch wenn ich vielleicht die Kredibilität hätte. Ich bin in Köln-Chorweiler Nord groß geworden, was viele wahrscheinlich als Getto bezeichnen würden.

Sie sind abgesehen von der Musik in ganz vielen Projekten involviert. Sie haben unter anderem auch für "Prominent!" gearbeitet. Was war die skurrilste Begegnung mit einem Promi bislang?

Habtu: Die skurrilste Begegnung fällt mir jetzt nicht ein. Aber ein denkwürdiger Abend war, als ich Michael Jordan getroffen habe. Er war auf Tour und suchte nach den besten Basketballern der Welt. Als er in Berlin war, habe ich die Veranstaltung moderiert und das ganze Publikum dazu gebracht, seinen Namen zu rufen, bevor er auf die Bühne kam. Später am Abend waren wir beide dann auf der After-Show-Party. Er ist dann mit einem Weizen-Bier in der Hand auf mich zugekommen, hat es abgestellt, mich umarmt und mir gesagt, dass das die geilste Show war, die er je in Europa gesehen hat. Das war ein Ritterschlag. Wir sind dann ins Gespräch gekommen und haben eine Menge getrunken. Ich hatte am nächsten Tag Filmrisse und habe meinen Flieger nach Köln verpasst. Das ist eine Geschichte, die ich nie vergessen werde.

Wie bekommen Sie alle Ihre Projekte unter einen Hut? Ich nehme mal an, dass Ihre Familie auch noch gerne was von Ihnen hätte?

Habtu: Meine Mutter ist durchaus erbost, wenn ich mal nicht zum Essen da bin. Und meine Geschwister schreiben mir öfter mal eine SMS, dass ich mich melden könnte. Dasselbe mit Freunden. Es gibt immer Schattenseiten. Ich habe einfach wenig Zeit für mein Umfeld. Ich muss aber lernen, mir die Zeit für meine Familie und meine Freunde zu nehmen. Aber momentan bin ich in einer "Wünsch dir was"-Phase. Ich habe in den letzten fünf Jahren eine Entwicklung durchgemacht, über die ich mich sehr freue. Ich habe mir einige Wünsche erfüllt und dabei festgestellt, dass ich eigentlich nicht nur den einen Traum habe. Sobald man ein Ziel verwirklicht hat, setzt man sich neue Ziele und damit ist es ein neuer Traum. Der Weg ist das Ziel. Aber ich sage auch Dinge ab, wenn ich merke, dass ich das einfach nicht mehr schaffe.

Quelle: spot on news AG
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