Die göttliche Uma Thurman

Die göttliche Uma Thurman
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Die göttliche Uma Thurman

 

Paparazzi haben in Uma Thurman einen echten Freund gefunden, denn sie glaubt, dass Promis und Fotografen wunderbar miteinander klar kommen können – so lange sie sich von ihren Kindern fern halten.

Den teilweisen Verlust der Privatsphäre sieht die "Pulp Fiction"-Schönheit als geringes Übel an, als Preis, den sie zahlen muss für die Erfahrungen, die ihr Aufstieg in Hollywood mit sich bringt.

Seit der Trennung von ihrem Ehemann Ethan Hawke hat Uma Thurman sogar schon überlegt, die Schauspielkarriere an den Nagel zu hängen. Nun will sie aber doch lieber versuchen, ihre Rolle als Mutter und ihre Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Meryl Streep dient ihr dabei als Vorbild.

In ihrem neuen Film "Be Cool" tanzt Thurman wieder mit ihrem "Pulp Fiction"-Tanzpartner John Travolta und räumt ein, dass sie schon seit "Grease" in ihn verschossen ist.

freenet: Seit Ihrer Trennung von Ethan Hawke und dem Erfolg mit den "Kill Bill"-Filmen gehören Sie zu einer der gefragtesten Schauspielerinnen in Hollywood, was gleichzeitig bedeutet, dass Sie ständig von Fotografen gejagt werden. Akzeptieren Sie diesen Einbruch in Ihre Privatsphäre?

Thurman: Einige Paparazzi sind so, andere so. In New York ist es nicht so schlimm. Die, die ich nicht mag, sind eigentlich nur die, die hinter meinen Kindern her sind oder einem regelrecht ins Gesicht springen. Das finde ich unverzeihlich. Heutzutage kann man mit einer langen Linse auch auf der anderen Seite der Straße stehen und trotzdem noch ein gutes Bild bekommen. Aber mir wäre es lieber, wenn sie meine Kinder in Ruhe lassen würden.

freenet: Was ist Ihr Geheimnis im Umgang mit Paparazzi?

Thurman: Es ist ein Vorteil, dass ich schon sehr früh, im Alter von 16, so ein Leben gelebt habe. Ich hatte eine Menge Zeit, mich darauf vorzubereiten und bin länger eine öffentliche Person gewesen als ich je eine private Person war. Freunde sagen mir oft, dass mich die Leute anstarren, wenn wir die Straße entlang laufen. Ich sehe so etwas gar nicht. Ich will auch gar nicht daran denken. Man will in seiner eigenen Umgebung ja auch nicht so defensiv werden. Du willst ein paar private Momente haben und dann werden sie dir weggenommen, aber das ist eben der kleine Preis für ein außergewöhnliches Leben.
Dieses Handwerk, das ich so liebe, hat mir eine unglaubliche Reise beschert und mich überall auf der Welt hingebracht. Wenn ich mir dieses Geschenk ansehe, das mein Leben ist, dann denke ich, dass alles ganz gut ausbalanciert ist. Es macht die Sache erträglicher, wenn man daran denkt, dass diese Paparazzi auch nur ihre Familien ernähren wollen. Promis und Paparazzi können koexistieren. Und manchmal will man ihnen einfach nur eine scheuern und das ist dann wie die Kirsche auf dem leckeren Eis. (lacht)

freenet: Wie schwer ist es, allein erziehende Mutter und gefragter Filmstar zu sein?

Uma Thurman: Es ist unmöglich. Es ist sehr, sehr schwer. Mein Mann sagte mir neulich, mein Ex-Mann sagte mir neulich, dass ich eine Frau bin, die eine Vollzeitmutter sein und trotzdem eine Schauspielerin sein will. Und ich habe behauptet, dass ich das kann, aber es geht nicht. Letztes Jahr habe ich kein Drehbuch gelesen, das nicht in New York gedreht werden sollte. Ich brauchte mein Zuhause. Das ist sonst schwer, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe schon ans Aufhören gedacht, aber ich kann gar nicht aufhören, weil ich liebe was ich tue und es wäre auch ein falsches Signal für die Kinder. Ich finde es schwer, aber ich würde nicht aufgeben, also kämpfe ich.

freenet: Hat es jemand in Ihren Augen geschafft beides auszubalancieren?

Uma Thurman: Meryl Streep. Ich habe mit ihr in "Prime" gearbeitet und sie scheint ein sehr erfolgreiches Privatleben und offensichtlich eine mehr als befriedigende Karriere zu haben. Aber ich kenne ihre Kinder nicht. Es ist schwer zu sagen, weil alle Kinder anders sind und jeder seine ganz eigenen Bedürfnisse hat. Ich weiß nicht wer das gesagt hat, aber es stimmt: "Wer vergleicht, wird leiden." Ich hoffe nur, ich versage nicht als Elternteil, nur weil ich ein Berufsleben haben will.

freenet: "Be Cool" ist ein Wiedersehen mit John Travolta und eines der Highlights ist Ihr Tanz...

Uma Thurman: Ich habe bei "Pulp Fiction" immer gesagt, dass ich diese Chance, diesen Thrill, diesen Spaß mit John Travolta zu tanzen, nicht an mir vorbeiziehen lassen kann. Ich bin das "Grease"-Zeitalter. Ich war zwölf oder acht oder vielleicht auch sechs oder sieben, ich kann mich nicht so genau erinnern, jedenfalls ganz schön klein, als "Grease" 'rauskam und ich habe mich wie alle anderen kleinen Mädchen in John Travolta verliebt.
Weil ich hauptsächlich in Massachusetts aufgewachsen bin, habe ich nie Musicals oder Theater gesehen. Das war also auch eine große, neue Erfahrung und wurde meine große Leidenschaft. Ich liebe Musicals und tanzen und singen und alles war mit tanzen in einem Film zu tun hat. Ich habe mich damit total infiziert. Ich bin "Ulla" in "The Producers" und kann hin und wieder tanzen, was mich absolut glücklich macht. Aber bei "Be Cool" passte das irgendwie wie die Faust aufs Auge, wieder gemeinsam zu tanzen, das war unwiderstehlich.

freenet: Apropos unwiderstehlich – welcher war Ihr bester Filmkuss?

Uma Thurman: Vermutlich der Typ, den ich geheiratet habe. Ethan Hawke. Ich war echt scharf auf ihn damals. Ich liebe ihn, tue ich wirklich. Wir haben zwei Kinder zusammen und er ist etwas ganz besonderes. Ich werde ihn immer lieben. Den besten Filmkuss hat man mit jemandem, auf den man heiß ist, was am Arbeitsplatz vermutlich total unangebracht ist.

freenet: In Ihrem neuen Film "Prime" haben Sie eine Affäre mit einem jüngeren Mann. Wie finden Sie diese Dynamik in einer Beziehung?

Uma Thurman: Mag ich nicht (lacht). Ich bin seit 8 Jahren verheiratet und hatte seitdem einen Freund (Andre Balasz). Ich habe während der Arbeit mal darüber phantasiert und ich habe Freundinnen, die jüngere Männer hatten, wo es geklappt hat. Männer mögen jüngere Frauen und ich verstehe, warum. Ethan war sechs Monate jünger als ich, aber das war's auch schon in Sachen jüngere Männer. Naja, vielleicht werde ich ja eine lüsterne alte Schachtel und halte später vor McDonalds Ausschau! Wo sonst sieht man jüngere Männer, als Theater-Lehrerin an der High School? Oh, meine Phantasie geht mit mir durch. Liebe ist so eine unerklärliche Sache. Man kann das schwer erklären.

freenet: Jetzt wo Sie in "Be Cool" eine Musikmanagerin gespielt haben – gibt es eine Band, die Sie unter Vertrag nehmen würden?

Uma Thurman: Naja, ich mag Aerosmith sehr gerne. Steven Tyler ist ein sehr netter Mann. Er ist absolut sanft, nimmt sich selbst nicht wichtig, ist lustig und nett. Ich wusste gar nicht wie cool er ist, bis ich diese Doku über Elvis gesehen habe. Aber ich bin ein Fan von verschiedenen Rockbands.

freenet: Wo wir über Musik sprechen: Sie drehen derzeit "The Producers". Mögen Sie den Gesangs- und Tanzunterricht für die Rolle?

Uma Thurman: Ich bin total begeistert. Das kann ich gar nicht beschreiben. Ich bin ganz wild darauf. Es ist wunderbar. Momentan bin ich Teil eines Tanz-Teams. Es ist ein bisschen angenehmer als Teil eines Kampf-Teams (Kill Bill) zu sein, weil es kein Filmblut gibt. Die Leute, mit denen ich derzeit arbeite, sind das Rückgrat des Broadways und ihre Arbeitsmoral, ihre Disziplin ist so völlig anders als beim Film. Leute, die beim Film arbeiten, arbeiten nicht so hat, was andererseits ungerecht ist, weil die Leute, die beim Film arbeiten, trotzdem hart arbeiten. Aber diese Leute tun einfach noch mehr.

freenet: Und wie sieht es mit dem Gesang aus?

Uma Thurman: Ich glaube, ich bin eine einfache, aber hoffentlich passable Sängerin. Sie haben jedenfalls nicht vorgeschlagen, jemand für mich singen zu lassen. Das ist eine Erleichterung. Als ich unterschrieben habe, sagten sie mir, es wäre zur Not jemand da, aber seitdem haben sie es nicht mehr erwähnt. Also muss es irgendwie ganz gut laufen.

freenet: Machen Sie weiterhin das harte Training, das sie für "Kill Bill" hatten?

Uma Thurman: Ich habe mein Training ganz schön zurückgeschraubt. Wissen Sie, 10 bewundernswerte Chinesen hatten mich jeden Tag trainiert, sechs Tage in der Woche, viele, viele Stunden. Ich versuche, wann immer es geht zu trainieren, aber ich habe nicht mehr dieses strenge Training. Ich tue mein Bestes. Ich versuche das dazwischen zu schieben, aber es ist schwierig, wenn man so viel um die Ohren hat. Ich fühle mich schuldig.

freenet: Mit einem Vater aufzuwachsen, der eine Professur für Buddhismus hat – haben Sie da nicht mal Zweifel an gewalttätigen Filmen wie "Kill Bill" gehabt?

Uma Thurman: Wer ein bisschen von Tibet und Buddhismus versteht, weiß wie besessen man dort von weltlicher Gewalt ist – es geht um die Transzendenz all dessen. Diese Ausdrucksweise ist nur ein Teil. Nicht nur im tibetanischen Buddhismus, sondern auch in der Hindu-Religion (Khali), was wiederum das Vorbild für die Braut war. Sie war ein Khali-ähnlicher Charakter, eine grausame Höllen-Jungfer.
Und wenn Leute denken, dass dieser Ausdruck der Wut und Gewalt eine Werbung für Gewalt ist, dann kann man mit denen nicht diskutieren. Ich bin natürlich eine Darstellerin und stelle Wut und Schmerz dar, genauso wie Liebe und Herzschmerz, eben das, wofür man mich engagiert. Das ist mein Job. Ich empfinde das als eine Reise; eine Reflektion, ein Prozess des Entdeckens als Mensch. Ich bringe keine Leute um und verprügele auch niemanden. Ich habe mich entschieden, das nicht zu tun. Darauf bin ich stolz. Wir müssen uns Gewalt vor Augen halten, wir müssen darüber nachdenken. Nur belanglose "Trallala"-Film zu machen, hilft uns nicht weiter.

freenet: Haben Sie Diskussionen mit Ihrem Vater über diese Rollen gehabt?

Uma Thurman: Ich glaube, wenn er mich als Kettensägen-Mörderin sehen würde oder in etwas un-künstlerischem und belanglos-brutalem oder sadistischem oder einfach abgedrehten, dann würde er sagen 'Was ist dein Problem?' Aber ich denke nicht, dass ihm meine Arbeit so vorgekommen ist, jedenfalls bis jetzt.
(© WENN)

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