Michael Moore freut sich über GM-Pleite

Michael Moore freut sich über GM-Pleite
Bild 1 von 6

Michael Moore freut sich über GM-Pleite

General Motors ist pleite - und Dokumentarfilmer Michael Moore findet's gut: "Mein Herz springt vor Freude", sagt er. Die Pleite von GM begreift Moore in gewohnt polemischer Art als große Chance für die Zukunft und fordert zum "Krieg gegen die ökologische Zerstörung" auf, der auch die Wirtschaft retten soll.

Michael Moores Heimatstadt Flint im US-Bundesstaat Michigan war früher einer der größten Produktionsstandorte von General Motors. Doch in den 80er- und 90er-Jahren beschloss die Konzern-Spitze, die Produktion größtenteils ins billigere Ausland zu verlagern - der Todesstoß für Flint. Seither ist die Stadt verarmt und verwahrlost, fast jedes zweite Haus steht leer. Elend, Scheidungen, Alkoholismus und Obdachlosigkeit prägen das Bild.

"Seit den 1980er Jahren, als GM Rekordgewinne einfuhr, hat man zahllose Jobs nach Mexiko und in andere Länder ausgelagert und somit Zehntausenden von hart arbeitenden Amerikanern die Existenzgrundlage genommen. Diese Strategie strotzt natürlich nur so vor Dummheit, denn die Frage ist doch, wer all die Autos kaufen soll, wenn die Leute kein Geld mehr verdienen", so Moore in seinem aktuellen Artikel, der in der "Frankfurter Rundschau" und der "Berliner Zeitung" veröffentlicht wurde.

Nicht nur deshalb freut sich Michael Moore diebisch über den Niedergang des Autogiganten General Motors - sondern auch, weil er glaubt, dass mit der Pleite ein Neuanfang gewagt werden kann. Er fordert Präsident Obama auf, "den Kriegszustand auszurufen" - und zwar gegen die Zerstörung der Natur. Moore fordert: "Nach der Übernahme von GM sollte Präsident Obama die Fertigungsanlagen sofort umstellen auf die Herstellung umweltfreundlicher Produkte. (...) Wir müssen ab sofort unsere Produktionsstätten dazu nutzen, Massenverkehrsmittel und Fahrzeuge auf der Basis von alternativen Energien herzustellen."

Ihm schweben Visionen von flächendeckenden öffentlichen Verkehrsmitteln vor, die auch die entlegensten Winkel der USA vordringen sollen. Und dass in Zukunft in den alten GM-Fertigungshallen Züge, Busse, Straßenbahnen und Solaranlagen gebaut werden sollen - bloß keine Autos mehr. "Autos weiterhin zu produzieren muss irgendwann zum Untergang unserer Art und zur Zerstörung der Erde führen", versichert der Filmemacher.

Mit martialischen Tönen fordert er: Genauso, wie im zweiten Weltkrieg die Produktion innerhalb kürzester Zeit auf Panzer, Flugzeuge und Maschinengewehre umgestellt wurde, müsse nun eine rasante Produktionsumstellung zugunsten umweltschonender Technologien und Verkehrsmittel her.

Legitimiert fühlt sich Moore vor allem durch die Tatsache, dass er bereits vor 20 Jahren in seinem ersten Dokumentarfilm "Roger & Me" davor warnte, was mit General Motors passieren würde. Damals nahm ihn niemand ernst - und jetzt bestätigen sich alle seine Vorhersagen. Deswegen sollten seine neuen Vorschläge diesmal bitte ernst genommen werden.

Michael Moore wurde mit seinem Dokumentarfilm "Bowling for Columbine" über das Highschool-Massaker in Littleton berühmt. In "Fahrenheit 9/11" beleuchtete er Verstrickungen der Bush-Familie mit Osama bin Laden, in "Sicko" stellte er das amerikanische Gesundheitssystem an den Pranger.

Quelle: freenet.de
Kommentare
Top-Themen
Als Tom Bartels am Montag das EM-Spiel zwischen Dänemark und Russland kommentierte, kritisierte das Netz, er sei zu ...mehr
Elizabeth Hurley ist mit ihren 56 Jahren stolz auf ihren Körper und zeigt ihn gerne ihren Instagram-Followern. Mit ...mehr
Der Ehemann der Moderatorin Verena Wriedt ist gestorben. Das hat ihr Anwalt nun bestätigt. Wriedt und ihr Mann Thomas ...mehr
Anzeige
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.