"Polizeiruf 110: Mörderische Dorfgemeinschaft": Lohnt sich der Krimi?

Brasch (Claudia Michelsen, l.) und Köhler (Matthias Matschke,
hinten) betreten die Kneipe und fordern die Dorfbewohner auf, den
Mord zu rekonstruieren
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Brasch (Claudia Michelsen, l.) und Köhler (Matthias Matschke, hinten) betreten die Kneipe und fordern die Dorfbewohner auf, den Mord zu rekonstruieren

 © MDR/filmpool fiction/Stefan Erhardt

Die neue Sonntagskrimi-Saison startet mit dem "Polizeiruf 110: Mörderische Dorfgemeinschaft" aus Magdeburg. Lohnt sich das Einschalten?

Die Sonntagskrimi-Saison startet mit einem Fall für die Magdeburger Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen, 50). Letztmals ermittelt sie zusammen mit ihrem Kollegen Dirk Köhler (Matthias Matschke, 50), danach geht es für sie solo weiter. Der Abschied - auf eigenen Wunsch des Schauspielers - spielt im "Polizeiruf 110: Mörderische Dorfgemeinschaft", den das Erste am 11. August um 20:15 Uhr ausstrahlt, aber keine Rolle. Stattdessen suchen die beiden diesmal nicht nur einen Mörder, sondern auch die Leiche. Worum es genau geht und ob sich das Einschalten lohnt? Die Antworten gibt es hier.

Worum geht's im Krimi?

In einem Wald bei Magdeburg wird ein Auto mit auffällig viel Blut im Kofferraum gefunden. Brasch und Köhler suchen den Halter Jurij Rehberg (Tambet Tuisk, 43). In dem nahegelegenen Dorf weiß aber auch Annette Wolf (Katharina Heyer) nicht, wo ihr Lebensgefährte ist. Seit einigen Tagen ist er verschwunden, was für ihn als freiheitsliebenden Menschen allerdings nicht ungewöhnlich ist. Ihr Vater, Werner Wolf (Uwe Bauer), vermutet dagegen sofort, dass Jurij in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Ihm wäre am liebsten, wenn sein Schwiegersohn in spe nicht mehr auftauchen würde.

Der DNA-Abgleich bringt eine Überraschung: Das Blut stammt von Jurij und der Menge nach zu urteilen, ist er tot. Eine Spur von der Leiche gibt es nicht. Die Kommissare befragen die Dorfbewohner und bekommen ein zwiespältiges Bild des Toten: Lebemann, Nichtsnutz, Charmeur, Verführer, Schuldner. Viele im Dorf mochten ihn nicht, während andere ihm regelrecht verfielen, darunter die Frauen im Ort, aber auch der Bäcker, Dietmar Böhmer (Christian Beermann). Er fand einen guten Freund in Jurij. Nach und nach entblättern sich Motive für einen Mord der Dorfbewohner. Doch ohne Leiche ist niemandem etwas nachzuweisen...

Lohnt sich das Einschalten?

Ja! Der atmosphärische Krimi beginnt an einem flirrend heißen Sommertag auf dem Land - im Gegensatz zu manch anderem Ausstrahlungstermin, also erfreulich passend zur Jahreszeit. Die Geschichte über den Tod eines Menschenfängers und seine mehr oder weniger bereitwilligen Opfer ist interessant. Denn was so alles passieren kann, wenn ein Mensch mit übergeordneter Attraktivität diese nur für unschöne Dinge nutzt, hatte schon Oscar Wilde (1854-1900) in seinem Roman "Das Bildnis des Dorian Grey" (1890) beschäftigt. Hier heißt Dorian halt Juri: "Es geht um Juri Rehberg..." - "Es geht immer um Juri Rehberg!"

Apropos: Die Dialoge im "Polizeiruf: Mörderische Dorfgemeinschaft" sind gewitzt, die Schnitte überraschend und eigentlich ist fast jede Kameraeinstellung ungewöhnlich. Innerhalb dieser Eckdaten entfaltet das fabelhafte Schauspieler-Ensemble große darstellerische Kraft. Unter anderem ist sogar der Berliner Schauspieler Ronald Zehrfeld (42) in einer kleinen Gastrolle zu sehen - sofern man ihn erkennt...

Quelle: spot on news AG
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