Bedford CA Dormobile (1961): Britischer Camping-Oldie mit schrägem Aufstelldach

Typisch britisch: Ein bisschen schräg, aber absolut liebenswert.
Der eigenwillige Oldtimer wurde für 39.200 US-Dollar
versteigert.
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Typisch britisch: Ein bisschen schräg, aber absolut liebenswert. Der eigenwillige Oldtimer wurde für 39.200 US-Dollar versteigert.

© RM Sothebys

Typisch britisch: Ein bisschen schräg, aber absolut liebenswert. Dieser eigenwillige Campingbus-Oldtimer wurde für 39.200 US-Dollar versteigert. Ersonnen hat ihn sich ein Pferdegeschirr-Hersteller.

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Die Firma Martin Walter aus dem südenglischen Kent war eigentlich auf Pferdegeschirr und Militärfahrzeuge spezialisiert. Auf Basis des britischen Kultbus Bedford CA entwickelte sie ein besonders liebenswürdiges Fahrzeug: Das Dormobile – frei übersetzt: das Schlaf-Mobil.

Kleine Geschichte des Bedford Transporters

Der Bedford CA ist quasi der britische Bruder des VW Bullis. Entwickelt und gebaut hat ihn Vauxhall Motors in den Jahren 1952 bis 1969. Seine Kennzeichen waren ein Vierzylinder-Antrieb, den er sich mit dem Vauxhall Victor teilte. 50 PS und 1508 cm³ Hubraum bot der Reihenmotor. Anders als im VW T1 sitzt der Antrieb des Bedford nicht im Heck, sondern vorne. Der Transporter hat dennoch eine vergleichsweise kurze Motorhaube, da der Motor bis ins Führerhaus reichte. Mit einer Abdeckung geschützt platzieren hier Fahrer und Beifahrer ihre Beine quasi rechts und links vom Motor. Der Vorteil der Konstruktion: Die komplette Länge nach hinten kann für Nutzlast verwendet werden – oder wie im Falle des Bedford: für ein rollendes Wohn- und Schlafzimmer.

So blieb es nicht aus, dass in den Sechziger Jahren im Zuge der florierenden Campingbewegung auch Wohnmobile aus dem Transporter entstanden. Sein Nachfolger ist der Bedford FA, der von 1969 bis 1988 gebaut wurde und später ebenso als Campingfahrzeug-Basis diente. Bis 1991 wurden von General Motors noch Fahrzeuge unter der Bezeichnung Bedford gebaut und als Vauxhall, Opel, Isuzu und Suzuki verkauft. Sogar Hymer baute auf dem in Deutschland als sogenannten Opel "Blitz" vermarkteten Transporter einen Integrierten auf.

Die Campingausstattung des Dormobils

Zurück zum Bedford CA von 1961, den RM Sothebys dieses Jahr zur Versteigerung bot. Der ungewöhnliche Brite hat eine lange Reise hinter sich. An die Westküste der USA fand er seinen Weg via Neuseeland.

Laut Auktionshaus ist die Karosserie des versteigerten Dormobils in einem sehr guten Zustand. Außerdem sei er voll funktionstüchtig und lasse sich gut fahren. Das Fahrzeug bringt ein Set Ersatzreifen mit sowie Radkappen, eine Heizung und Ersatzteile für Notfälle. Original-Plaketten zieren den Kotflügel. Ein Schilde der Firma Martin Walker ist unter der Hecktüre befestigt.

Auffällig am Bedford Dormobile ist von außen die dunkelrote Lackierung mit Chromelementen. Die hochwertige Restauration veredeln zahlreiche moderne Einrichtungsgegestände und Inventar. Passende Hankook-Gürtelreifen sind auch an Bord. Ein weiterer Hingucker ist das Aufstelldach. Es öffnet sich nicht nach vorne oder hinten, sondern zur Seite. Der gestreifte Zeltbalg des Rechtslenksers ist auf der linken Flanke angebracht – da darf man nur hoffen, dass der Regen immer von der anderen Seite kommt.

Im Inneren können laut Sothebys bis zu vier Personen schlafen, da sich die klappbaren Sitze zu Betten umbauen lassen. Die Campingausstattung umfasst Stauschränke, ein Spülbecken und einen tragbaren Gaskocher. Eine mobile Kühlbox von Waeco vervollständigt die Küchenausrüstung. Der 40-Liter-Abwassertank wurde komplett erneuert und ein Camping-WC ist ebenfalls an Bord.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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