GP Kanada

Das Kampf zwischen Ferrari und McLaren dominierte auch das erste Training zum GP Kanada. Während Ferrari-Pilot Felipe Massa am Freitag (6.6.) im ersten Trainingsabschnitt die Nase vorn hatte, legte Lewis Hamilton im zweiten Durchgang vor.
Der 31-Jährige erreichte die Ränge vier und sechs und lag zumindest in der ersten der beiden zur Abstimmung der Autos dienen den Session sogar vor Weltmeister Kimi Räikkönen im Ferrari und Hamilton. Der Vormittags-Schnellste Massa (1:17,553 Minuten) musste im zweiten 90-Minuten-Durchgang seine Jagd nach guten Zeiten abrupt wegen eines technischen Defekts beenden. Am Nachmittag erzielte Hamilton in 1:15,752 Minuten das klar beste Ergebnis des Tages auf dem 4,361 Kilometer langen Kurs. Hinter dem Dritten Räikkönen platzierte sich Hamiltons Teamkollege Heikki Kovalainen an vierter Stelle.
Wechselhaft: Wetter und Leistungen
Für die anderen deutschen Fahrer lief es in den beiden Trainings unterschiedlich. Bei wechselhaftem Wetter wurde Nico Rosberg im Williams Elfter und Achter, Sebastian Vettel im Toro Rosso Zwölfter und Neunter. Nach dem 13. Platz im ersten endete für Timo Glock im Toyota das zweite Training mit einem Plattfuß und Rang 15. Adrian Sutil, der große Pechvogel beim Großen Preis von Monaco vor zwei Wochen, musste sich im Force India mit denPlätzen 16 und 18 zufriedengeben. Er hofft beim Rennen am Sonntag auf der Ile Notre Dame auf Regen: ’Da habe wir bessere Chancen.’
Unabhängig vom Wetter soll Montreal für Heidfeld die Wende einleiten. Mit einer gründlichen Analyse will der Vorjahres-Zweite aus der Krise. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit setzte er sich mit den Ingenieuren zusammen. Sein Problem: die Reifen an seinem Wagen kommen nicht schnell genug auf Betriebstemperatur. Schwerpunkt der Lösungsarbeit liegt auf dem Setup. Mit seinen Zeiten von 1:18.135 Minuten und 1:16.589 Minuten bewies Heidfeld, dass er offenbar mit seinen Technik-Köpfen auf dem richtigen Weg ist.
Polen knapp vor Deutschland
Da machte es auch nichts, dass sein Teamkollege Kubica in beiden Durchgängen einen Tick schneller war. Der 23-Jährige, der in der bisherigen Saison Heidfeld klar in den Schatten stellte, fuhr erstmals seit seinem fürchterlichen Unfall 2007 wieder auf der Strecke am St. Lorenz-Strom und zeigte sich unbeeindruckt. ’Es gibt nichts aufzuarbeiten, was letztes Jahr geschah’, hatte er schon vor der ersten Übungseinheit gesagt. Den Unfallort hatte er nicht extra inspiziert. Die Streckenbetreiber entschärften die Stelle.
Während Heidfeld den Anschluss an die Spitze wiederfinden will, mischt Kubica munter im Titelkampf mit. Mit sechs Punkten Rückstand hinter Vorjahres-Sieger Hamilton (38 Zähler) rangiert er an vierter Stelle. Vor ihm sind noch Räikkönen (35) und Massa (34). Heidfeld (20) ist als Fünfter noch immer bester Deutscher, weist schon einen gehörigen Rückstand auf.