Riwald Dakar-Truck mit Hybrid-Antrieb

Riwald Dakar-Truck mit ZF-Hybrid-Antrieb - 2020
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Riwald Dakar-Truck mit ZF-Hybrid-Antrieb - 2020

 © ZF

Bei der Rallye Dakar geht in diesem Jahr erstmals ein Truck mit Hybrid-Antrieb ins Rennen. Der Offroad-LKW des Riwald-Teams reitet mit einer Kombination aus Diesel und Elektro-Power durch die Dünen Saudi-Arabiens.

Die Freunde der Marathon-Rallyes wissen es schon lange: Nicht die schnellen Buggys oder die Enduro-Bikes sind die Stars der Dakar-Rallye, sondern die monströsen Gefährte der Truck-Wertung. Die tonnenschweren Allrad-LKWs pflügen mit Top-Speeds von (maximal erlaubten) 140 km/h unaufhaltsam durchs Gelände.

In diesem Jahr hat sich das niederländische Riwald-Team mit den Antriebs-Spezialisten von ZF zusammengespannt und ein ganz spezielles Wüstenschiff auf die Räder gestellt. Der 1.000 PS starke Diesel-Motor im Renault C640 wurde mit einem zentralen elektrischen Achsantrieb gekoppelt, wodurch der erste Hybrid-Truck in der Geschichte der Rallye Dakar entstand.

Extra-Schub von bis zu 150 kW

Die rund 700 Kilogamm schweren Hybrid-Komponenten (inklusive 400V Akku) bringen das Gesamtgewicht des Trucks auf ein Idealmaß von 8,5 Tonnen. Das sogenannte CeTrax Lite RS System von ZF liefert zusätzlich abrufbare 1.400 Nm Drehmoment und eine Dauerleistung von 80 kW. In der Spitze ist sogar ein Extra-Schub von 150 kW drin.

Die Herausforderung für die Ingenieure bestand vor allem darin, eine neue Übersetzungsstufe zu entwickeln, um die 13.000/min der Asynchron-E-Maschine an die 2.700/min des Diesel-Aggregats am Getriebeabtrieb anzupassen. Neben dem E-Motor liefert ZF auch noch eine integrierte Leistungselektronik und das Hybrid-Steuergerät samt Software, die speziell für die Rallye Dakar programmiert wurde.

Im Antriebsstrang ist zudem ein Automatikgetriebe von ZF verbaut, das die Power des Dieselmotors passgenau in die richtigen Gänge leitet. Ein ZF-Verteilergetriebe, auf das Verbrenner und E-Aggregat einwirken, macht den von Gert Huzink pilotierten Renault-Truck zum Allrad-Offroader.

Entwicklung im Schnelldurchgang

Zwischen dem Start des Projekts und den ersten Erprobungen lagen nur wenige Monate. Auch die Versuchsfahrten gingen schnell über die Bühne. Der neue Hybridantrieb überzeugte sowohl Riwald als auch ZF so sehr mit seiner Leistung und Robustheit, dass sie ihn bereits nach vier Wochen für den Rallyeeinsatz freigaben.

Auf Teststrecken in Polen, Frankreich und den Niederlanden holte das Team nach eigenen Angaben einige Sekunden gegenüber anderen Fahrzeugen des Rennstalls heraus. Durch den Rekuperationseffekt der E-Maschine kann der Pilot die Bremsen später und härter betätigen und den Truck so länger am Limit fahren. Das Extra-Drehmoment macht sich vor allem beim Erklimmen von Dünen positiv bemerkbar.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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