Das ändert sich 2023 für Autofahrer

Das Jahr 2023 steht vor der Tür - und mit dem Jahreswechsel ändert sich auch einiges für die Autofahrer.
Mit dem neuen Jahr treten neue Regeln und Vorschriften für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer in Kraft. Hier ein Überblick.
Die wichtigsten Infos zusammengefasst finden Sie auch in unserer Bildershow.
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Führerscheinumtausch
Wer zwischen 1959 und 1964 geboren ist und noch einen rosafarbenen oder grauen Führerschein besitzt, muss das Dokument bis zum 19.1.2023 in einen fälschungssicheren Scheckkarten-Führerschein umtauschen. Wer noch mit dem alten Führerschein erwischt wird, riskiert ein Verwarngeld von zehn Euro und muss den umgetauschten Führerschein dann der Polizei nachträglich vorlegen – sonst gibt es erneut ein Bußgeld.
- Der neue Führerschein ist auf 15 Jahre befristet und kostet 25 Euro. Ab 19.1.2024 müssen Führerschein-Inhaberinnen und -Inhaber aus den Geburtsjahrgängen 1965 bis 1970 den "Lappen" umtauschen. Am Führerschein im Kartenformat finden Sie das Ausstellungsdatum auf der Vorderseite unter Punkt 4a. Bei allen Führerscheinen, die nach dem 18.01.2013 ausgestellt wurden, finden Sie unter Punkt 4b schon jetzt ein Ablaufdatum.
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Masken-Pflicht
Seit dem 1.2.2022 ist die neue DIN-Norm für Verbandskasten in Kraft (DIN 13164:2022). Dieser beinhaltet unter anderem zwei Gesichtsmasken (OP-Masken). Bis zum 31.1. gilt noch eine Übergangsfrist, in der Autofahrer den alten Verbandskasten (DIN 13164:2014) um zwei Masken nachrüsten können. FFP2-Masken sind nicht verpflichtend. Ein nicht vorhandener oder unvollständig ausgerüsteter Verbandskasten kostet fünf Euro Verwarngeld, zehn Euro zahlt der Halter, wenn er einem anderen Fahrer das Fahrzeug ohne einen oder mit einem unvollständigen Verbandskasten überlässt.
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HU-Plaketten
Wer eine rosafarbene "TÜV"-Plakette auf dem Kennzeichen hat, muss 2023 zur Hauptuntersuchung nach § 29 der StVZO. Nach erfolgreicher Prüfung gibt es eine orange Plakette. Das Fahrzeug muss dann 2025 wieder vorgeführt werden. Für Neufahrzeuge (Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen) gilt eine Drei-Jahres-Frist (blaue Plakette).
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Erfassung Kraftstoff- und Stromverbrauch
Im Jahr 2023 steht die nationale Umsetzung der europäischen Vorschriften zum Auslesen und Übermitteln der Energieverbrauchsdaten (Kraftstoff- und/oder Stromverbrauch) von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen an, sofern diese über einen Verbrennungsmotor oder einen (Plug-in-)Hybridantrieb verfügen. Das Erfassen dieser Daten erfolgt bei der Hauptuntersuchung ab 20. Mai 2023. Fahrzeughalter sollen nach Mitteilung des TÜV-Verbands die Möglichkeit haben, der Erhebung der Daten zu widersprechen. "Ziel des Gesetzgebers ist es, mit dem Verfahren realistischere Verbrauchswerte als mit den heute gängigen Messungen auf Prüfständen zu ermitteln", heißt es.
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Abgasuntersuchung Diesel ab Euro 6
Ziel der Bundesregierung ist es, bis spätestens 1. Juli 2023 die Messung der Partikelanzahlkonzentration für alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotor ab der Emissionsklasse Euro 6/VI im Rahmen der Abgasuntersuchung (AU) verpflichtend einzuführen.
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Kfz-Versicherung
Ab 2023 ändern sich die Typklasseneinstufungen für die Kfz-Versicherung. Rund 13 Millionen Autofahrer sind davon betroffen. Für über ca. 8,1 Millionen gelten 2023 höhere Einstufungen, 4,8 Millionen Autofahrer profitieren von besseren Typklassen.
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Auch die Regionalklassen ändern sich im neuen Jahr. Hier sind 15 Millionen Autofahrer betroffen, 5,5 Millionen davon profitieren von der neuen Statistik, 10,1 Millionen müssen in 101 Zulassungsbezirken mit schlechteren Einstufungen rechnen.
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E-Auto-Förderung
Vom 1. Januar 2023 an erhalten Plug-in-Hybride keine staatliche Förderung mehr. Der Kauf eines Elektroautos wird ab diesem Datum nur noch mit einer reduzierten Prämie gefördert. So gibt es für Fahrzeuge bis zum Netto-Listenpreis von 40.000 Euro 4.500 Euro (vorher: 6.000 Euro) vom Staat und 2.250 Euro vom Hersteller. Bei einem Netto-Listenpreis bis 65.000 Euro sind es 3.000 (vorher: 5.000 Euro) zuzüglich 1.500 Euro. Außerdem dürfen vom 1.9.2023 an nur noch Privat-Personen die E-Auto-Förderung in Anspruch nehmen.
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Kraftstoffpreise
Am 1.1.2023 sollte ursprünglich die nächste Stufe der CO2-Bepreisung (aktuell 30 Euro pro Tonne CO2) für Diesel und Benzin in Kraft treten. Wegen der anhaltend hohen Energiekosten hat die Bundesregierung beschlossen, diese Stufe auszusetzen. Erst 2024 werden dann die 35 Euro pro Tonne CO2 fällig. Der Preis von 55 Euro pro Tonne wird nun erst 2027 erreicht. Um beim Tanken zu sparen, empfehlen wir unsere Tankstellensuche.
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THG-Quote
Auch 2023 können E-Auto-Besitzer wieder THG-Zertifikate verkaufen. Für die Beantragung braucht der Halter nur den Fahrzeugschein, der offiziell Zulassungsbescheinigung Teil I heißt. Die Auszahlung erfolgt einmal jährlich – ihre Höhe schwankt wegen der sich permanent ändernden gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für Privatpersonen unterliegt der Erlös übrigens nicht der Einkommenssteuer. Steuerpflichtig werden diese Einnahmen nur dann, wenn das E-Auto Betriebsvermögen ist.
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Reise
Die neuen Vignetten für Österreich gelten ab Dezember 2022 bis Januar 2024. In Österreich kostet die Jahresvignette, die im Jahr 2023 die Farbe "Purpur" trägt, für Pkw 96,40 Euro. Sie ist damit um 2,8 Prozent oder 2,60 Euro teurer geworden. Die Zwei-Monats-Vignette kostet 29,00 Euro – 80 Cent mehr und das 10-Tages-"Pickerl" schlägt mit 9,90 Euro (+ 30 Cent) zu Buche. Für Motorradfahrer kostet die Jahres-Maut 38,20 (+ 1 Euro), die Zwei-Monats-Vignette ist um 40 Cent teurer geworden und kostet nun 14,50 Euro und das Pickerl für 10 Tage kostet 20 Cent mehr – 5,80 Euro.
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Für die Schweiz müssen Autofahrer ebenfalls eine Jahres-Vignette vorweisen. Mit der Vignette 2023/2024 kommt die Farbe Gelb mit dunkelroter und weißer Jahreszahl in den Umlauf. Auch im Jahr 2023 bleibt der Preis unverändert bei 40 Franken (umgerechnet 42 Euro). Neu ist aber, dass auch die Schweiz im Verlauf des Jahres 2023 eine E-Vignette einführen wird.
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Auch in Frankreich zieht die Maut an – je nach Strecke zwischen 4,62 und 4,81 Prozent – E-Autos sind von der Erhöhung ausgenommen.
Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr.