Klappräder stehen bei Reisemobilisten hoch im Kurs. Die Redaktion hat deshalb fünf Bikes der Oberklasse getestet. Welches Modell für welchen Zweck geeignet ist und worauf es beim Kauf ankommt, erklärt die Übersicht.
Alle Modelle (v.li.n.re.): Tern Verge P9, Bernds, Riese und Müller World Birdy Comfort, Dahon M? P27, Brompton. Doch was bestimmt eigentlich die Qualität eines modernen Klapprads? Die Antwort: 1. Klappmechanismus, 2. Reifen, 3.Federung, 4. Schaltung und 5. Hebel.
1. KLAPPMECHANISMUS: Moderne Räder lassen sich sehr klein zusammenklappen. Oft beweisen die Konstrukteure dabei besonderen Erfindergeist. Beim Birdy werden Vorder- und Hinterrad zur Mittelstange geschwungen.
Viele Klappräder haben eine Sicherung, so gehen die einzelnen Teile beim Transport nicht auseinander. Das Vorder- und Hinterteil des Tern werden mit starken Magneten zusammengehalten.
2. REIFEN: Die Reifen bestimmen das Terrain: Ein rennradähnliches Profil (links) eignet sich nur für die Straße. Dicke Reifen sind auch auf Schotter gut zu fahren (Mitte). Standard ist ein Straßenprofil (rechts).
3. FEDERUNG: Federungen gibt es auch in der Welt der kleinen Räder. Zwar fehlt den Kleinen ein langer Gabelweg, Schlaglöcher und niedrige Bordsteine gleichen sie aber aus. Ab Werk gibt es das Birdy mit einer Federgabel.
4. SCHALTUNG: Moderne Räder haben Naben- oder Kettenschaltungen oder eine Mischform aus beiden. Deshalb sind auch 27 Gänge keine Seltenheit mehr bei Klapprädern. Im Bild: Das Tern besitzt eine Kettenschaltung.
5. HEBEL: Egal wie klein sie sind, die Verschlüsse sind wichtig. Sie geben dem Faltrad Stabilität und dem Fahrer Sicherheit. Am weitesten verbreitet sind Hebel mit Schnellspannverschluss.
Das Tern Verge P9 ist ein Straßenflitzer, besonders sein niedriges Gewicht sticht ins Auge: Weniger als 11,5 Kilogramm ist für ein Klapprad ein sehr guter Wert und der niedrigste im Test. Allerdings fehlen dem Tern Zubehör-Teile wie Schutzbleche, Lichtanlage oder Gepäckträger.
Testkandidat Nummer 2: Bernds - ein edles Teil zu einem stolzen Preis. Vor allem Individualisten werden sich über die zahlreichen Konfigurierungsoptionen, vom Riemenantrieb bis zum Elektromotor, freuen. Wer Geschwindigkeit und Fahrgefühl liebt, findet bei den Klappmodellen nichts besseres.
Das Bernds ist der perfekte Off-Road-Fahrer. Es fährt sich fast wie ein großes Fahrrad. Vor allem schnelle Fahrer können damit ordentlich Gas geben und es liegt in der Kurve sehr gut. Allerdings ist der Faltmechanismus nicht die Stärke des Bernds.
Testkandidat Nummer 3 ist das Riese und Müller World Birdy Comfort. Für den stolzen Preis von 1499 Euro bekommen Käufer ein vollgefedertes Rad mit Nabendynamo und -gangschaltung. Es ist genau richtig für Fahrer, die weite Strecken bewältigen wollen.
Dsa Birdy ist der Komfortable. Einmal im Sattel, warn die Tester überzeugt: Das Rad liegt stabil in der Kurve, auch noch bei mäßig hohen Geschwindigkeiten. Das Highlight: Die vordere Gabel ist ab Werk gefedert. Allerdings lässt es sich nicht besonders intuitiv zusammenfalten.
Testkandidat Nummer 4: Dahon - Für den hervorragenden Preis von 899 Euro ist es bereits straßenverkehrstauglich ausgestattet und besitzt auch einen Gepäckträger und Schutzbleche.
Das Dahon ist der Preis-König. Es hat einen klassichen Faltmechanismus und liegt trotz günstigem Preis gut in der Kurve, fährt schnell und hat dank 27 Gängen auch ein extrem breites Übersetzungsspektrum. Lediglich das hohe Gewicht missfällt etwas.
Testkandidat Nummer 5: Brompton. Wem es auf Packmaß und Stil ankommt, ist beim Brompton genau richtig. Wer weite Strecken fahren will, sollte sich auch die anderen Klappräder ansehen.
Das Brompton ist der Faltkünstler unter den Test-Klapprädern. Hier ist ein raffinierter Faltmechanismus am Werk. Kein anderes Bike im Test wird so kompakt und durchacht gefaltet. Auf der STraße schlägt es sich allerdings nicht ganz so gut wie seine Konkurrenten.