BAföG-Rückzahlung - Sparen nach dem Studium

Die Zeit in der Universität ist lehrreich, aber mitunter auch teuer - vor allem die Lebenshaltung schlägt stark zu Buche.
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Die Zeit in der Universität ist lehrreich, aber mitunter auch teuer - vor allem die Lebenshaltung schlägt stark zu Buche.

© Pexels (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Die Ausbildungsförderung BAföG ist zur Hälfte ein Kredit, doch kommen viele Studierende und Auszubildende nicht ohne sie aus. Das hat natürlich gewisse Nachteile, denn nach der Beendigung des Studiums steht die Rückzahlung der Förderung auf dem Plan, wodurch junge Berufsanfänger wieder sparen müssen. Doch ist es möglich, gerade bei der Rückzahlung des Studentenkredits zu sparen.

BAföG – wie hoch ist die maximale Rückzahlung

Pauschal muss die Hälfte des erhaltenen BAföG zurückgezahlt werden. Die die Förderung bei jedem Studierenden neu berechnet wird und die persönlichen Verhältnisse mitberücksichtigt, ist es freilich nicht möglich, diese Hälfte ohne diese Vorkenntnisse genau zu beziffern. Trotzdem gibt es eine maximale Höhe des Darlehensvorschusses: 10.000 Euro. Berufsanfänger brauchen also allerhöchstens diesen Betrag zurückbezahlen, unabhängig davon, ob sie wirklich nur 20.000 Euro erhalten haben. Grundsätzlich gilt für die Rückzahlung:

  • Rückzahlungspflicht - die Rückzahlung betrifft ausschließlich das für ein Studium aufgenommene BAföG. Die Schülervariante ist ein Vollzuschuss.
  • Höhe - höchstens 10.000 Euro. Wer zuerst einen Bachelor und dann den Master macht, hat Glück, da für den Maximalbetrag beide Studiengänge zusammengerechnet werden.
  • Ab wann - fünf Jahre nach der Förderungshöchstdauer wird die erste Rate fällig. Das Amt schreibt die jeweiligen Studenten an und erklärt, wie der weitere Ablauf funktioniert.
  • Raten - die Rückzahlung erfolgt über vierteljährliche Raten zu 390,00 Euro. Wer ein geringes Einkommen hat, kann diese Rate nach unten regulieren.

Es ist durchaus möglich, sich für höchstens ein Jahr von der Rückzahlung freistellen zu lassen. Dies ist bei einem sehr niedrigen Einkommen oder einer Einkommensersatzleistung, aber auch nach der Geburt eines Kindes möglich.

Die Rückzahlung ist also allgemein so geregelt, dass sich Berufsanfänger nach dem Studium nicht anderweitig verschulden müssen, um die Raten zu leisten. Dennoch empfiehlt es sich, das BAföG möglichst rasch oder gar auf einen Schlag zurückzuzahlen, wie die folgenden Abschnitte zeigen.

Sparen durch schnelle Rückzahlung

Generell kann es lohnenswert sein, die Abzahlung sehr rasch durchzuführen. Die Grundlage sind:

  • Bescheid – zuerst muss der Bescheid über die Rückzahlung im Postfach liegen. In ihm wird auch die Gesamtschuld, also das tatsächlich erhaltene BAföG beziffert. Dieser Betrag ist wichtig, da sich ein Nachlass immer auf den Gesamtbetrag bezieht, nicht auf die rückzahlungspflichtigen 10.000 Euro.
  • Prüfen – nun sollte geprüft werden, ob der Betrag ganz oder teilweise gezahlt werden kann. Oftmals ist es auch möglich, die Raten deutlich zu erhöhen und somit die Rückzahlung zu verkürzen.
  • Erlass – bei einer sofortigen oder sehr schnellen Gesamtrückzahlung erlässt das Amt bis zu 50 Prozent des Darlehens. Wie hoch der Erlass tatsächlich ist, hängt von etlichen Faktoren ab. Umso später die große Zahlung kommt, desto geringer ist der Nachlass.

Die gesamte Rückzahlung lohnt sich nicht in Fällen, in denen die Gesamtschuld weit über 10.000 Euro liegt. Eine Beispielrechnung:

  • Gesamt-BAföG – die gesamte Summe beläuft sich auf 30.000 Euro.
  • Darlehensschuld – 15.000 Euro, doch maximaler Rückzahlungsbetrag 10.000 Euro.
  • Schuld bei vorzeitiger Rückzahlung: 9.450 Euro.

Selbst wenn das Geld vorhanden ist, lohnt sich die vorzeitige Rückzahlung in diesem Fall nur sehr bedingt, da kaum eine Ersparnis zu verzeichnen ist. Das vorhandene Geld sollte daher lieber angelegt oder als Notgroschen zur Seite gelegt werden. Allerdings ist diese Entscheidung ebenfalls eine Einzelfallentscheidung und muss jeweils eigenständig bedacht und betrachtet werden. Auch aus diesem Grund sollten Studenten den Bescheid zuerst abwarten und prüfen, wie die Angelegenheit in ihrem Fall aussieht. Alternativ besteht natürlich immer die Möglichkeit, die Raten deutlich zu erhöhen und somit das Darlehen nicht direkt, dafür aber in einer wesentlich kürzeren Zeit zurückzuzahlen.

Umschuldung durch Ratenkredit

Wer das Thema BAföG weit hinter sich lassen möchte und die Chance hat, durch eine schnelle Rückzahlung einen deftigen Betrag einzusparen, der sollte ruhig über die Aufnahme eines Ratenkredits nachdenken. Dieser setzt allerdings ein regelmäßiges Einkommen voraus, doch sind die Bedingungen bei Krediten in dieser Höhe nicht sonderlich scharf. Ein Ratenkredit von Bon-Kredit.de lässt sich beispielsweise unkompliziert beantragen und es besteht eine große Auswahl in Bezug auf die Laufzeit.

Die Vorteile einer Umschuldung durch Rückzahlung im Einzelnen:

  • Nachlass beim BAföG – wenn das Geld direkt zurückgezahlt werden kann, gibt es einen gesonderten Rabatt, der abhängig des Gesamtbetrags ist. Studenten sollten einmal prüfen und ausrechnen, wie hoch dieser Rabatt ist und ob es sich lohnt.
  • Konditionen – der Kredit kann nach den eigenen Konditionen mitgestaltet werden. Berufsanfänger haben also die Möglichkeit, zumindest die Ratenhöhe mitzubestimmen. Dafür müssen sie zwar monatlich die Raten begleichen, doch fällt das vielen Menschen leichter, als vierteljährlich an eine größere Zahlung zu denken.
  • Vergleich – bei einem selbst aufgenommenen Kredit ist ein Vergleich möglich, der wiederum die besten Konditionen zutage fördert. Auch an dieser Stelle lassen sich massiv Kosten sparen.
  • Überschuss – wer direkt einen Ratenkredit in Höhe von 10.000 Euro aufnimmt, obwohl die Rückzahlung des BAföG über einen geringeren Betrag geht, der kann sich ein wichtiges finanzielles Notpolster schaffen.

Völlig unabhängig von den finanziellen Vorteilen der sofortigen Rückzahlung bietet diese noch einen ganz anderen Pluspunkt, der eher psychologischer Natur ist. Die BAföG-Raten stellen immer einen Baustein aus dem »alten« Leben dar und schränken in dieser Hinsicht emotional das echte Vorwärtskommen und den großen Sprung ins echte Berufsleben ein. Wer dieses Förderungsdarlehen jedoch direkt zu Beginn des Berufsstarts hinter sich lässt, der löst sich auch mental vom damaligen Lernen.

Fazit - die Rückzahlung ist kein wirkliches Problem

Rund um die Rückzahlung des BAföG ranken sich zwar viele Mythen, doch ist sie sehr fair und auch vorteilhaft geregelt. Neben den Möglichkeiten, niedrigere Raten zu beantragen, gibt es die Variante der direkten Rückzahlung, die wiederum mit einem hohen Erlass daherkommt. Dennoch sollten Studierende nicht pauschal einen Weg einschlagen, sondern prüfen, welche Option für sie selbst sinnvoll ist. Gerade diejenigen, die den Betrag schon zur Seite gelegt haben, aber aufgrund der Gesamtschuld kaum einen echten Nachlass erhalten, sind gut beraten, dass BAföG einfach so nebenbei zurückzubezahlen und das angesparte Geld beiseite zu legen.

Quelle: freenet.de
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