Bausparen: Lohnt es sich heute noch?

Bausparen gehört noch immer zu den beliebtesten Geldanlagen. Aber lohnt sich das auch heute noch?
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Bausparen gehört noch immer zu den beliebtesten Geldanlagen. Aber lohnt sich das auch heute noch?

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04.01.2012 - 16:00 Uhr von Redaktionsservice

Langweilig, altmodisch, spießig – so lauten gängige Urteile über das Bausparen. Dennoch ist diese Form des Sparens eine der beliebtesten in Deutschland. Nach dem Schock der Finanzkrise suchten viele Bürger einen soliden Hafen für ihr Geld und stürmten regelrecht die Bausparkassen. Denn ein Bausparvertrag mag zwar altmodisch sein, er verspricht aber auf jeden Fall eine sichere Geldanlage. Sicher ist ein Bausparvertrag in der Tat, garantiert die Bausparkasse doch die Auszahlung der Sparsumme zu einem festgelegten Zinssatz. Aber bringt diese Form der Geldanlage eigentlich nennenswerte Erträge? Lohnt sich Bausparen wirklich?

Dazu ein klares Jein. Bausparen lohnt sich. Aber nicht für jeden. Der Abschluss eines Bausparvertrags kann unter bestimmten Bedingungen eine gute Geldanlage sein oder ein nützliches Instrument bei der Baufinanzierung. Voraussetzung: Der Sparer ist sich über seine Ziele im Klaren. Will er ein Haus bauen, sucht er eine profitable Geldanlage oder will er die Entscheidung über einen Immobilienerwerb zu einem späteren Zeitpunkt treffen?

Das Prinzip Bausparen

Bausparen funktioniert wie ein Sparvertrag. Der Sparer zahlt Monat für Monat einen kleinen Betrag auf sein Bausparkonto, die Kasse verzinst das Geld mit einem zuvor festgelegten Zinssatz. Der liegt zurzeit zwischen 1,25 und 4 Prozent (Stand: Dezember 2012). Die Bausparsumme, die bei Vertragsabschluss vereinbart wird, besteht aus zwei Teilen: dem Bausparguthaben und dem Bauspardarlehen. In der Regel müssen zwischen 40 und 50 Prozent der Summe angespart werden, damit der Sparer in den Genuss des Darlehens kommt. Auch für das Darlehen wird der Zinssatz bei Vertragsabschluss festgelegt. Er liegt je nach Anbieter und Tarif zwischen 2 und 5 Prozent.

So richtig interessant wird das Bausparen erst durch die zusätzlichen Fördermittel. Zu den Beiträgen des Sparers und den Zinsen kommen nämlich vermögenswirksame Leistungen und eine Wohnungsbauprämie. Der Arbeitgeber kann vermögenswirksame Leistungen in Höhe von maximal 470 Euro jährlich gewähren, die dem Bausparkonto gutgeschrieben werden. Darauf gewährt der Staat dann noch die Arbeitnehmer-Sparzulage in Höhe von 9 Prozent. Bedingung: Der Arbeitnehmer darf nicht mehr als 17.900 Euro (Ehepaare: 35.800 Euro) verdienen. Für den Anspruch auf Wohnungsbauprämie, die ebenfalls vom Staat kommt, darf das zu versteuernde Einkommen nicht höher als 25.600 Euro (Ehepaare: 51.200 Euro) sein.

Die Ansparphase dauert mindestens 7 Jahre, dann wird der Bausparvertrag zuteilungsreif: Das Sparguthaben und das Darlehen können ausgezahlt werden. Wer jetzt ein Haus bauen oder eine Immobilie erwerben will, kann sich über die angesparten und verzinsten Zulagen und über den günstigen Baukredit freuen. Wer sich nach der Ansparphase entschließt, das Geld nicht in ein Haus oder eine Wohnung zu stecken, hat eventuell auf Sand gebaut. Denn seit 2009 gilt, dass die Wohnungsbauprämie nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden darf, also für den Erwerb oder die Renovierung von Wohneigentum. Wer mit dem zugeteilten Bausparguthaben ein Auto anschafft, muss die Prämie also zurückzahlen.

Vorteil für junge Sparer

Eine Ausnahme macht der Gesetzgeber nur noch bei jungen Sparern. Ist der Bausparer mindestens 16 und höchstens 25 Jahre alt, kann er weiterhin mit dem Geld machen, was er will, also das gesamte Bausparguthaben für Auto, TV-Gerät oder Reisen auf den Kopf hauen.

Bausparen für Häuslebauer lohnt sich nach wie vor, weil das Konto mit zusätzlichen Mitteln wie vermögenswirksamen Leistungen und Wohnungsbauprämie aufgepäppelt wird. Das Zinsniveau des Darlehens liegt relativ niedrig und ist kalkulierbar. Beim Vertragsabschluss sollte man auf einen Tarif mit möglichst geringem Darlehenszins achten.

Wer dagegen einen Bausparvertrag in der Hoffnung auf eine möglichst hohe Rendite abschließt, könnte enttäuscht werden. Die Verzinsung des Bausparvertrags wird geschmälert durch die hohen Abschlusskosten von 1 bis 1,6 Prozent auf die Bausparsumme. Viele Bausparkassen kassieren außerdem noch eine jährliche Kontoführungsgebühr. Wer dennoch bausparen möchte, sollte einen Vertrag mit einem möglichst hohen Guthabenzins aussuchen und abschließen. Einige Kassen gewähren auch eine Bonuszahlung, wenn das Bauspardarlehen nicht in Anspruch genommen wird.

Für Renditesparer lohnt sich auch ein Vergleich mit anderen Anlageformen wie Festgeldkonto oder Bankensparplan, ebenfalls sichere Geldanlagen mit Renditen, die auch ohne staatliche Prämien die günstigsten Bausparverträge überflügeln können.

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