104. Tour de France: Vorschau auf die 14. und 15. Etappe

104. Tour de France: Vorschau auf die 14. und 15. Etappe
Blagnac (SID) - 14. Etappe (Samstag, 15. Juli): Blagnac - Rodez (181,5 km)
Aufatmen bei den Sprintern, die Schinderei in den Pyrenäen hat nach zwei Tagen ein Ende. Die 181,5 km lange 14. Etappe von Blagnac nach Rodez ist mit zwei Bergwertungen der dritten Kategorie längst nicht so fordernd wie die beiden vorherigen Teilstücke, Marcel Kittel und Co. dürften dennoch nicht zum Zuge kommen.
Denn das Finale hat es in sich: Der Zielstrich liegt an der Côte de Saint-Pierre, einem 570 m langen, giftigen Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 9,6 Prozent. Einen klassischen Massensprint wird es nicht geben, stattdessen rechnen sich die Klassiker-Spezialisten wie Olympiasieger Greg Van Avermaet oder Philippe Gilbert etwas aus. Der frühere Roubaix-Sieger John Degenkolb hat lediglich Außenseiterchancen.
Blagnac vor den Toren von Toulouse ist vor allem als wichtiger Standort für die europäische Luftfahrt bekannt. Der Flugzeugbauer Airbus betreibt hier sein Werk, unter anderem wird der A380 gefertigt, das größte Passgierflugzeug der Welt. Für die Tour ist Blagnac kein Neuland: Bereits zum achten Mal macht die Große Schleife hier Station, 1987 feierte der frühere deutsche Meister Rolf Gölz hier seinen ersten Tour-Etappensieg.
Auch Rodez, das auf eine gallische Siedlung zurückgeht, hatte die Tour bereits zu Gast - zuletzt 2015. Der Sieger damals? Greg Van Avermaet.
15. Etappe (Sonntag, 16. Juli): Laissac-Severac L'Eglise - Le Puy-en Velay (189,5 km)
Bevor die 104. Tour de France den Fahrern am zweiten Ruhetag eine letzte Pause vor Schlusswoche gönnt, bereitet sie den Startern aus der zweiten Reihe die große Bühne. Teams, die ihre Kapitäne durch Stürze verloren haben und solche ohne Ambitionen für die Gesamtwertung werden sich die 15. Etappe im Kalender fett angestrichen haben. Denn der 189,5 km lange Ausflug ins Zentralmassiv von Laissac-Severac L'Eglise nach Le Puy-en Velay bietet das perfekte Terrain für Ausreißer.
Bereits kurz nach dem Start steht die erste von vier Bergwertungen an. Über 8,9 km (6,4 Prozent/1. Kategorie) geht es zunächst auf den Montée de Naves d'Aubrac, ehe direkt im Anschluss auf der 1358 Meter hohen Côte de Vieurals (3. Kategorie) der höchste Punkt des Tages erreicht wird. Spätestens dort wird sich eine Gruppe gefunden haben, die noch über 100 hügelige Kilometer vor sich hat.
Auch die Favoriten um den Gesamtsieg werden sich die Etappe genau anschauen. 40 km vor dem Ziel beginnt der Anstieg zum Col de Peyra Taillade (1. Kategorie), nach dessen Abfahrt die Côte de Saint-Vidal (4. Kategorie) ansteht. Ausgeschlossen sind Vorstöße im Kampf um Gelb hier nicht.
Dass Le Puy-en Velay ein gutes Pflaster für erfolgreiche Fluchtversuche ist, bewies im Jahr 2005 der damalige T-Mobile-Profi Giuseppe Guerini. Als Ausreißer sicherte er sich hier den 250. italienischen Etappensieg bei der Tour de France.