Ridley Scotts Feminismus-Meisterwerk "Thelma & Louise" machte Brad Pitt 1991 über Nacht zum globalen Sex-Symbol. Als Herumtreiber J.D. verführt und beraubt er die von Geena Davis gespielte Thelma - und Kinozuschauerinnen und Zuschauer auf dem gesamten Planeten schmachteten den Mimen an.
Auch das stellenweise etwas langatmig geratene Bergsteiger-Drama "Sieben Jahre in Tibet" zementierte Mitte der 1990er Jahre Brad Pitts Status als Hollywood-Star.
Wesentlich düsterer wurde es in Pitts erster von alles in allem drei Kooperationen mit Regie-Legende David Fincher. In "Sieben" jagt er gemeinsam mit Morgan Freeman einen grausamen Serienmörder, der sich von den biblischen sieben Todsünden zu seinen kranken Taten "inspirieren" lässt.
Oftmals zu Unrecht in Brad Pitts Filmografie übersehen wird das Serienkiller-Roadmovie "Kalifornia". An der Seite von Juliette Lewis und "Akte X"-Star David Duchovny spielt Pitt hier fulminant den ländlichen Soziopathen Early Grayce.
"12 Monkeys" von Monty-Python-Mitglied Terry Gilliam lässt sich wohl mit Fug und Recht als einer der ersten wahren Kultfilme Pitts bezeichnen. An der Seite von Bruce Willis spielt er Psychiatrie-Insasse Jeffrey, der im Zeitreise-Werk womöglich für das Beinahe-Ende der Menschheit verantwortlich ist.
Doch all diese Meisterwerke verblassen wohl ein wenig gegenüber David Finchers subversivem Popkultur-Phänomen "Fight Club". In seine Figur Tyler Durden legte Pitt all sein Charisma, seine beeindruckende Physis und Coolness.
Cool, cooler, "Ocean's Eleven" hieß es dann im Jahr 2001: Der Ensemble-Gangsterfilm von Steven Soderbergh vereinte Pitt vor der Kamera mit George Clooney, Matt Damon, Elliott Gould, Don Cheadle und weiteren hochkarätigen Stars.
Brad Pitt verkörperte in der Filmtrilogie bestehend aus "Ocean's Eleven", "Ocean's Twelve" und "Ocean's Thirteen" bis 2007 Robert "Rusty" Ryan, den besten Freund und Partner von Clooneys Titelfigur Danny Ocean.
Im Historien-Epos "Troja" des deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen spielte Pitt im Jahr 2004 den antiken Sagen-Helden Achilles - und verletzte sich während der Dreharbeiten ausgerechnet an seiner Achillessehne.
In "Der seltsame Fall des Benjamin Button" verkörperte der Superstar einen Mann, der rückwärts altert, also als Greis geboren im Anschluss immer jünger wird. Eine weitere Zusammenarbeit mit Regisseur David Fincher.
Auch in einer ganzen Reihe künstlerisch äußerst wertvoller Filme war Pitt in den 2000er Jahren zu sehen. So spielte er in Guy Ritchies "Snatch" aus dem Jahr 2000 den nuschelnden Boxer Mickey.
Eine der zweifellos lustigsten Performances seiner langen Karriere legte Pitt 2008 in der Agenten-Komödie "Burn After Reading" hin. Im Film der Coen-Brüder verkörpert er den dümmlichen Fitnesstrainer und Hobby-Erpresser Chad.
Ein finanzieller Flop, aber ein durchaus sehenswerter Film: Für das Western-Drama "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" erhielt Pitt bei den Filmfestspielen von Venedig 2007 den Preis als "Bester Darsteller".
Zum ersten Mal trat Brad Pitt dann im Jahr 2009 vor die Kamera von Regie-Legende Quentin Tarantino. In der famosen Zweite-Weltkriegs-Komödie "Inglourious Basterds" spielt er den an eine Karikatur grenzenden Lt. Aldo Raine, und stellt erneut sein großes komödiantisches Talent unter Beweis.
Der Sportfilm "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" flog in Deutschland komplett unter dem Radar. Pitt legt in der wahren Geschichte über die Revolution des US-amerikanischen Nationalsports Baseball eine überaus eindringliche und fesselnde Performance hin.
Mit "World War Z" unternahm Pitt im Jahr 2013 einen Ausflug ins Zombie-Genre. Das Werk des deutschen-schweizerischen Regisseurs Marc Forster markierte mit einem Einspielergebnis von 540 Millionen US-Dollar den bislang größten finanziellen Erfolg von Pitts langer Karriere.
Als Power-Paar "Brangelina" beherrschten Brad Pitt und Angelina Jolie über lange Zeit die Klatschpresse. Und auch auf der Kinoleinwand traten die Superstars während ihrer Beziehung und Ehe gemeinsam auf.
In der Actionkomödie "Mr. & Mrs. Smith" entdeckt das von den zwei Stars verkörperte Ehepaar, dass beide in Wahrheit als Auftragsmörder tätig sind. Über 487 Millionen Dollar kamen an den weltweiten Kinokassen zusammen.
Das romantische Drama "By the Sea" floppte hingegen 2015. Weder Publikum noch Kritiker ließen sich von dem an europäische Arthouse-Filme der 1960er und 70er Jahre angelehnten Werk überzeugen.
Wesentlich sehenswerter ist da "Allied - Vertraute Fremde" von 2016. Im romantischen Zweite-Weltkriegs-Thriller von Regisseur Robert Zemeckis spielt Pitt an der Seite von Oscarpreisträgerin Marion Cotillard einen US-amerikanischen Spion, der gegen die Nazis kämpft.
Im Jahr 2020 konnte Superstar Brad Pitt bei der 92. Oscarverleihung seinen ersten Sieg in einer Schauspielkategorie bejubeln: Für sein Spiel in Quentin Tarantinos "Once Upon a Time... in Hollywood" gab es endlich die Trophäe als "Bester Nebendarsteller".
Nur unwesentlich von der weltweiten Corona-Pandemie ausgebremst, kehrte Brad Pitt 2022 mit der Actionkomödie "Bullet Train" auf die Kinoleinwände zurück. Das Einspielergebnis von knapp 240 Millionen US-Dollar kann sich mehr als sehen lassen.
Mit "Babylon - Rausch der Ekstase" von "La La Land"-Regisseur Damien Chazelle war Pitt weniger Glück beschieden. Trotz der Star-Besetzung rund um Margot Robbie und ihn selbst floppte der Historienfilm über die Anfangszeit Hollywoods an den Kinokassen gewaltig.