Darum ist "Sondervermögen" das Unwort des Jahres 2025
"Sondervermögen" ist das Unwort des Jahres 2025, wie die Jury der sprachkritischen "Unwort"-Aktion am Dienstagmorgen in Marburg laut "Bild.de" bekannt gab. Das Wort Sondervermögen stammt aus der Politik und meint vor allem die Aufnahme neuer schulden, wie etwa "Sondervermögen für die Bundeswehr". Mit der Wahl kritisiert die Jury, dass "Sondervermögen" die Aufnahme von Schulden verschleiere. Auf dem zweiten Platz wurde das Wort "Zustrombegrenzungsgesetz" gewählt.
Die Jury der sprachkritischen "Unwort"-Aktion besteht aus vier Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern, einer Journalistin sowie einem Gast-Mitglied. Sie entscheidet über die von Bürgerinnen und Bürgern eingereichten Vorschläge. Mit der Wahl zum Unwort des Jahres soll auf Formulierungen hingewiesen werden, die gegen die Menschenwürde oder demokratische Prinzipien verstoßen, diskriminierend oder irreführend sind. Im letzten Jahr lautete das Unwort des Jahres "biodeutsch".
Das bedeutet "Sondervermögen"
Ein Sondervermögen ist ein Griff in die politische Trickkiste. Ein Sondervermögen ermöglicht die Aufnahme neuer Schulden jenseits der Kreditlinien des Bundeshaushaltes und der Schuldenbremse. Dafür ist jedoch ein Ausführungsgesetz nötig, das regelt, wozu die aufgenommenen Schulden verwendet werden und bis wann sie zurückgezahlt werden.
Im Kampf um die öffentliche Meinung suggeriert das Wort "Sondervermögen" den Wählerinnen und Wählern aber auch, dass etwas nicht aus zusätzlichen Schulden finanziert wird, sondern aus einem "Vermögen". Der Unterschied wird bei einem Vergleich deutlich: Dass der Bundestag ein Sondervermögen für die Aufrüstung der Bundeswehr beschließt, hat eine andere Wirkung als die Feststellung, dass für die Aufrüstung der Streitkräfte Schulden gemacht werden müssen.