"Dinner" mit Fitness-Faktor: Gastgeber legt während des Kochens Workout-Pausen ein
"Ich hab grad ein kleines Workout noch gemacht", öffnet Adib hoch motiviert die Tür zu seinem Haus in Garbsen. Und das, obwohl er noch bis in die frühen Morgenstunden den Tisch dekoriert und Teig vorbereitet hat. Als Coach und Personal Trainer lässt er eben keine Gelegenheit aus, um sich körperlich zu betätigen. Liegestützen beim Kochen? Unbedingt! Squats beim Kräuterschneiden? Dafür ist doch immer Zeit! "Es ist ja ein menschliches Bedürfnis zu gewinnen. Ohne Wettbewerb würde es kein Leben geben", trotzdem muss Adib das "perfekte Dinner" nicht unbedingt gewinnen. Den Perfektionismus habe er vor drei Jahren hinter sich gelassen. Inzwischen laute sein Lebensmotto: "Nicht perfekt, aber echt."
Früher wog der Hannoveraner mit syrischen Wurzeln 120 Kilo. Damals aß Adib noch viel Fleisch, inzwischen überwiegend vegetarisch: "Ich esse Fleisch, aber bewusst." Deshalb müssen auch seine Gäste heute ohne auskommen. Die syrische Küche ist zum Glück gesund und lecker, was dem Sportfanatiker entgegenkommt. Er nennt sein Motto "Dibos Mindfood-Kitchen", "weil die Vorspeise und die Hauptspeise eine Nährstoffbombe ist für Sportler, die sich bewusst ernähren wollen". Es gibt:
- Vorspeise: Orient-Fladen mit Kichererbsen, Zitronen-Tahina-Joghurt und arabischer Butter
- Hauptspeise: Würziger Bulgur mit grünen Linsen, Röstzwiebeln und Cashew-Topping
- Nachspeise: Traditioneller syrischer Grießkuchen mit Pistazien und Zuckersirup
Sascha (48) meint den "Dinner"-Ablaufplan von Adib zu kennen: "Erst mal eine Minute planken, bevor es überhaupt reingeht. Aperitif, dann zehn Sit-ups. Dann Vorspeise. Und so wird es sich den ganzen Abend dann durchziehen." Ähnliches befürchtet Franky (50): "Er hat wohl irgendwelche Fitnessgeräte im Garten. Ich hoffe aufgrund der Temperaturen, dass wir da nicht dran rumturnen müssen." Worauf sich aber alle freuen: auf die orientalische Note des Menüs.
Spaß geht auch ohne Alkohol
Bevor die Gäste kommen, gönnt sich Adib im Fitnesskeller natürlich noch ein Workout. Schnell geduscht und schick gemacht - dann können die Gäste kommen. "Er hat uns herzlich, warm, freundlich begrüßt, als ob man nach Hause kommt", beschreibt Andreas (56) die dicke Umarmung des Gastgebers. "Für den Abend seid ihr nicht meine Gäste, sondern meine Freunde", erklärt Adib. Außerdem verrät er, warum es heute keinen Alkohol gibt: "Freude und Spaß kommt nicht aus der Flasche, sondern aus dem Unterbewusstsein. Man kann auch Spaß haben ohne Alkohol."
Den Orient-Fladen hat Adib aus dem Laden besorgt. "Das Problem ist: Dafür brauchst du einen Steinofen", und den hat er nicht. "Ach, das Brot ist da drin?", entdeckt Kira (31) die gezupften Fladenstücke, die bei der Zubereitung eins geworden sind mit Kichererbsen und Joghurt. Sascha hätte mehr Selbstgemachtes erwartet: "Ich finde es bisschen schade, dass es ein gekauftes Brot war." Kira hätte sich außerdem mehr Gewürzvielfalt gewünscht. Die verhaltenen Reaktionen der Gäste interpretiert Adib positiv: "Ich glaube, die waren echt erstaunt darüber. Die haben gesagt: Boah, so habe ich das nicht erwartet."
Arme-Leute-Essen beim "Dinner"
"Sieht sehr interessant aus", begutachtet Andreas den vegetarischen Hauptgang mit Linsen und Bulgur. "Es ist eigentlich ein arabisches Gericht", erklärt Adib. "Aber es wird ganz anders gemacht", hat er seine eigene Version daraus gezaubert. Außerdem: "Es ist eigentlich ein Gericht für Menschen, die wenig Geld haben." Kira hadert mit zu viel Kreuzkümmel, Knoblauch und der Konsistenz: "Irgendwie war es auf Dauer schon auch trocken." Saschas Fazit zum Arme-Leute-Essen: "Für so einen 'Dinner'-Abend leider ein bisschen einfach."
Das Rezept für den Nachtisch stammt von einem sehr berühmten Koch, betont Adib. Deshalb hält er sich strikt an die Vorgaben. Außerdem liefen seine zwei Probeversuche eher mäßig erfolgreich. Aber mit dem richtigen Mindset wird es heute schon klappen. "Es ist gar nicht so süß, wie ich jetzt gedacht hätte", stellt Franky nach dem ersten Bissen fest. "Ich bin auch ganz froh, dass er nicht so süß ist", begrüßt Kira Adibs Variante mit weniger Zucker.
Trotz nicht ganz perfektem Essen halten alle den Abend für gelungen. "Er ist ein supertoller Gastgeber, und damit hat er einiges rausgerissen", meint Sascha. Mit 28 Punkten muss sich Adib jedoch den anderen geschlagen geben und hat diese Woche keine Chance mehr auf den Sieg.