Billy Idol wird 70: Der "Rebell Yell" hallt noch immer
Billy Idol ist mit 70 Jahren ganz der Alte: Seine wasserstoffblonde Stachelfrisur sitzt, die Lederjacke passt und immer noch performt er Songs wie "Dancing With Myself", "Eyes Without a Face" und "White Wedding". Bei Konzerten zeigt sich: Seinen "Rebel Yell" hat er trotz Drogeneskapaden nicht verloren.
Die Schule war nichts für ihn
Billy Idol wurde am 30. November 1955 geboren. Eigentlich heißt der Rockstar und Punker William Michael Albert Broad. Seinen Künstlernamen gab er sich später selbst. Ein Lehrer hatte ihn einst als "idle" (faul) bezeichnet. Aus Idle wurde schließlich Idol. Dass er kein Fan der klassischen Bildung war, machte er deutlich, als er sein Philosophiestudium abbrach.
Seine Eltern waren wenig begeistert, auch nicht von seiner Leidenschaft für den Punkrock. "Anfangs habe ich meine Eltern zu Tode erschreckt, als ich ihnen erzählte, dass ich in einer Punkrockband auftreten würde", erzählte er im Podcast "Q with Tom Power". Das habe jedoch nicht an der Musik, sondern an den Outfits - dazu gehörten Shirts mit Cut-outs an den Nippeln - gelegen.
Anfänge und Abstürze
Idol nahm die Sorgen seiner Eltern jedoch nicht allzu ernst. 1976 gründete er mit anderen Musikern die Punkband Chelsea, in der er an der Gitarre stand. Nach nur drei Shows kehrte er Chelsea den Rücken - zum Glück, dürfte man angesichts Idols Erfolg mit seiner Band Generation X sagen. Zusammen mit seinen Chelsea-Kollegen Tony James und John Towe sowie Gitarrist Bob Andrews rief er Generation X (später Gen X) 1976 ins Leben.
Bei der neu formierten Gruppe trat Billy Idol erstmals ans Mikrofon. Nur drei Alben hatte er Zeit, an seinem Gesang zu feilen. 1981 löste sich die Band auf. Idol folgte dem Ruf einer Solokarriere. Laut Tony James soll zudem Idols Drogensucht zur Auflösung geführt haben: "Leider waren Billy und ich uns nicht einig darüber, ob man durch harte Drogen glaubwürdiger wirkt", schrieb er in "The Sputnik Story". Er habe oft mit angesehen, wie Heroinkonsum vom Job bis hin zu Freundschaften alles zunichtemachte.
Erst nach einem schweren Motorradunfall im Jahr 1990, bei dem er knapp einer Beinamputation entkam, fasste er den Entschluss, clean zu werden. "Wenn ich heute das tun würde, was ich in den 80ern getan habe, wäre ich tot. Viele Leute haben es nicht geschafft", reflektierte er später im Interview mit "USA Today".
Solokarriere in den USA
Für seine Solokarriere zog Idol von London nach New York. Später verließ er die Stadt für Los Angeles. Sein ständiger Wegbegleiter war Gitarrist Steve Stevens (66), der an vielen seiner Alben und Hits beteiligt war. 1982 veröffentlichte Idol sein selbstbetiteltes Soloalbum. "White Wedding" und "Hot In The City", zwei Singles des Albums, sollte er noch über vier Jahrzehnte später bei Konzerten performen. Ein Jahr später setzte er sich mit "Rebel Yell" ein Denkmal. Der gleichnamige Songs und "Eyes Without a Face" wurden weltbekannt.
Seinen Hit "Dancing With Myself" nahm er übrigens schon mit Generation X auf. Wenige Jahre darauf veröffentlichte er ihn neu abgemischt unter seinem eigenen Namen.
Das Dreamteam Idol und Stevens
1993 veröffentlichte Idol sein erstes Album ohne Steve Stevens. Auch 2014 musste er bei "Kings & Queens of the Underground" auf ihn verzichten. Stevens war zwischenzeitlich in anderen Bands aktiv: In den 90ern spielte er etwa mit Mötley-Crue-Sänger Vince Neil (64), in den 2010ern mit der Supergroup Kings of Chaos. Auf Idols aktuellem Album "Dream Into It" (2025) waren sie wieder vereint.
Spricht Idol über seinen Gitarristen, ist er stets voll des Lobes. "Als ich sah, was Steve alles konnte, wusste ich, dass ich alles, was ich wollte, auch schaffen konnte", lobte er im Interview mit Produzent Jimmy Jam. Auch Stevens zollte Idol Respekt. Er gehöre für ihn "zu den ganz Großen", sagte er über den Sänger im Interview in der Radioshow "Loudwire Nights".
Noch immer voller Energie
Nach all den Jahren und unzähligen Konzerten scheint Idol kein bisschen müde. Erst in diesem Jahr tourte er unter dem Banner "It's A Nice Day To... Tour Again" durch Amerika und Europa. Das letzte Mal wird es wohl nicht gewesen sein. "Ich habe definitiv nicht vor, in nächster Zeit aufzuhören", verriet Idol im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.